DFB äußert sich zu Regionalliga-Reform

Lösung in Sicht?

Rainer Koch beim außerordentlichen DFB-Bundestag

Eine Auflösung der Regionalliga Nordost ist für DFB-Vizepräsident Rainer Koch nicht denkbar. ©Imago/Ulrich Roth

Update (26.11.):
Der DFB äußerte sich am Montagnachmittag auf seiner Homepage. Demnach sei weiterhin das Ziel, die Regionalligen von fünf auf vier zu reduzieren und alle Meister direkt aufsteigen zu lassen. Dies soll folgendermaßen bewerkstelligt werden:

Der „Flächenbereich des DFB“ soll in zwei Gebiete aufgeteilt werden. Das erste umfasst die Regionalligen Südwest und West, das zweite die Regionalligen Bayern, Nordost und Nord. Jedes dieser Gebiete wird dann nochmal in zwei Ligen unterteilt. Die Aufteilung sollen die Regional- und Landesverbände übernehmen. Aus jeder der so entstehenden vier Ligen, steigt der Meister dann direkt auf.

„Wir haben einen sehr schwierigen Prozess hinter uns, in den die Vereinsvertreter intensiv einbezogen waren“, so der Leiter der Arbeitsgruppe Peter Frymuth. „Der jetzige Vorschlag hat am Ende breite Zustimmung in der AG gefunden. Die Entscheidung liegt jetzt bei den betreffenden Regional- und Landesverbänden – unter weiterer Einbindung der Vereine.“

Unser ursprünglicher-Artikel:

im ersten Schritt den Flächenbereich des DFB in zwei Gebiete aufzuteilen, aus denen heraus jeweils zwei Ligen gebildet und jeweils zwei Aufsteiger ermittelt werden. Die Entscheidung über den genauen Zuschnitt der einzelnen Regionalligen soll auf die jeweiligen Regional- und Landesverbände für deren Flächengebiete übertragen werden. Die Drittliga- und Regionalligavereine sollen in die Entscheidungsprozesse ihrer Gebiete eingebunden werden.

Es ist ein großes Streitthema im deutschen Fußball: Bisher stiegen die Meister der jeweiligen Regionalligen nicht direkt auf, sondern bestritten Relegationsspiele gegeneinander, was von fast allen Beteiligten als ungerecht bezeichnet wird.

Deswegen beschloss der DFB im vergangenen Jahr die Reform der Regionalligen, die von fünf auf vier Spielklassen reduziert werden sollten. Die Meister würden dann direkt aufsteigen, so der Tenor aus dem Vorschlag, dafür gibt es vier Absteiger. Doch nun steht diese Reform vor dem Aus. Wir bringen in vier Schritten Licht ins Reform-Dunkel:

1. Aktuelle Situation

Um künftig vier Meister direkt aufsteigen zu lassen, muss es auch vier Absteiger geben. In dieser Saison boten die Vertreter der Drittligaklubs in einer Übergangslösung an, die Zahl der Absteiger dementsprechend zu erhöhen. Dafür steigen die Meister aus den Staffeln Südwest, West und Nordost direkt auf. Die Meister aus den Regionalligen Nord und Bayern bestreiten Entscheidungsspiele um den restlichen Platz.

Während dieser Übergangslösung sollte eine DFB-Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, wie künftig eine viergleisige Regionalliga gefahren werden kann. Diese sollte dann noch 2019 beschlossen werden.

2. Neue Entwicklungen

Nun aber sollen die Pläne für eine Regionalliga, die in vier Staffeln eingeteilt wird, bereits wieder ad acta gelegt sein. Der Kicker (Ausgabe vom 26.11.2018) berichtet, dass die Arbeitsgruppe, welche Vorschläge für eine viergleisige Spielklasse unterbreiten sollte, bereits aufgelöst wurde.

Die Mitglieder konnten sich offenbar auf keinen der Vorschläge einigen. Eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost, deren Vereine dann in die Staffeln Nord bzw. Bayern eingegliedert hätten müssen, bekam keine Mehrheit. Beim DFB ist laut Kicker nun wieder eine andere Variante favorisiert.

3. Vorschläge & Reaktionen

Die Meister der Regionalligen Südwest und West sollen direkt aufsteigen. Die Staffeln Nord, Nordost und Bayern spielen dann zwei weitere Aufsteiger aus. Diesen Vorschlag gab es bereits vor ca. einem Jahr – damals fanden ihn die Drittligisten nicht gerecht. Allerdings geht aus dem Kicker-Bericht auch hervor, dass die Vereine aus Liga drei in die Planungen gar nicht hinreichend eingebunden wurden.

Die Verantwortlichen sollen demnach auf den DFB nicht gut zu sprechen sein. Auch bei den Spielern stoßen die neuen Entwicklungen auf Kritik. Sebastian Schuppan von den Würzburger Kickers bezeichnete die Entwicklungen auf seinem Twitter-Kanal als „Schlag ins Gesicht für jeden Drittligaclub“.

4. Wie geht es jetzt weiter?

In dieser Saison sowie in der Folgespielzeit 2019/20 wird der derzeitige Modus mit vier Absteigern und vier Aufsteigern, von denen drei Meister fix hochkommen sowie zwei weitere den vierten Kandidaten ausspielen, beibehalten. Wie es danach weitergeht, sollen die Regionalverbände bestimmen.

An die will der DFB offenbar auf seiner Präsidiumssitzung am 7. Dezember die Verantwortung für die Regionalliga-Reform abtreten. In diesen Gremien werden immerhin die Drittliga-Klubs wohl wieder mehr Mitspracherecht haben. Ob und wann ein gerechtes System, in dem alle Regionalliga-Meister direkt aufsteigen dürfen, Realität wird, steht noch in den Sternen.

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