TV: Debatte über die Fan-Nachteile durch Montagspiele

Maul für kurze Auswärtsfahrten

Sorgen um Fan-Belange: Meppens Geschäftsführer Ronald Maul

Fordert Schutz für Fan-Interessen: SVM-Geschäftsführer Ronald Maul © imago/karina hessland

Die duchgesickerten Pläne für die standardmäßige Einführung von Montagspielen auch in der 3. Liga ab der kommenden Saison haben bei den Vereinen eine Diskussion über die Auswirkungen der voraussichtlichen Änderung auf die Fans ausgelöst. Entsprechend der Debatte über die neuen Montagspiele in der abgelaufenen Bundesliga-Saison fürchten Vertreter mehrerer Klubs, von denen sich der SV Meppen und Fortuna Köln als erstes auch öffentlich äußerten, Nachteile für ihre Anhängerschaft.

Es wäre die schlechteste Lösung, wenn man zum Montag-Spiel 500 km anreisen müsste. (SVM-Geschäftsführer Ronald Maul)

In Meppen betonte Geschäftsführer Ronald Maul die Bedeutung von Rücksicht auch auf die Interessen der Fans. Der Ex-Profi forderte deshalb in der Neuen Osnabrücker Zeitung bei der Gestaltung des Spielplans eine Entfernungsbegrenzung für Auswärtsspiele an Montagen: „Es wäre die schlechteste Lösung, wenn man zum Montagspiel auch noch 500 Kilometer anreisen müsste“, mahnte Maul.

Auch Kölns Trainer Uwe Koschinat sagte im Kicker (Heft 46 vom 04.06.2018) Probleme für die Anhänger der von den Begegnungen am Wochenanfang betroffenen Gastmannschaften voraus: „Aus Sicht der Fans ist das sicher ein Nachteil.“

Künftig 29 Montagspiele möglich

Das „Montag-Projekt“ in der dritten Liga ist in der Vorwoche durch einen NOZ-Bericht bekannt geworden. Demnach will der Liga-Partner Telekom durch die Ausweitung zahlreicher Spieltage seine Exklusivität erhöhen. Wie auch Recherchen des Kicker ergaben, sind künftig bis zu 29 Ansetzungen von Drittliga-Begegnungen an Wochenanfängen möglich.

Die Reform, in deren Zuge die Zahl der Liveübertragungen in den Regionalprogrammen der ARD von 120 auf 86 sinken soll, dürfte bei den Fans der Drittliga-Vereine jedoch auf Widerstand stoßen. Schon die gerade einmal fünf Montag-Spiele in der vergangenen Bundesliga-Saison führten zu massiven Protesten und mitunter auch Boykotten der Anhänger sowie für eine weitere Störung im Verhältnis zwischen Fans und Verbänden.

Koschinat hat dennoch auch Verständnis für die Strategie der Telekom: „Wer die Party organisiert, will auch dafür sorgen, dass sie für ihn optimal abläuft.“

Für die Vereine allerdings ist der finanzielle Nutzen der „Salami-Spieltage“ durchaus beträchtlich. Durch die auf 850.000 Euro steigenden TV-Gelder pro Verein kassiert jeder Klub künftig aus der gesamten Zentralvermarktung rund 1,2 Millionen statt bisher lediglich 937.000 Euro pro Saison.

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