Würzburger Kickers: Kaufmann ein echter Daniel Düsentrieb

Keine Sorgen trotz Vertragsende im Sommer

Fabio Kaufmann beim Torjubel gegen 1860 München.

Drückte dem Spiel der Kickers bis zur Unterbrechung seinen Stempel auf: Fabio Kaufmann. ©imago images/foto2press

In jedem Sommer laufen zahlreiche Verträge aus. So auch in der 3. Liga. Bisher konnten sich die meisten Spieler sicher sein, recht schnell wieder handelseinig zu werden. Diese Zeit scheint – vor dem Hintergrund von Corona und der damit verbundenen wirtschaftlichen Schieflage an den meisten Drittliga-Standorten – nun erst einmal vorbei.

Doch es gibt Spieler, die sich trotz eines bevorstehenden Vertragsendes keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen müssen. Liga-Drei.de stellt einige dieser Kandidaten vor. Heute: Fabio Kaufmann von den Würzburger Kickers.

Reflektiert in unsicherer Zeit

Fabio Kaufmann weiß, worüber er spricht, wenn er sich – wie geschehen – entschließt, einen überzeugenden Appell für die Einhaltung der strengen Corona-Regeln als Video-Botschaft in die Welt zu tragen.

Den Vornamen hat ihm seine Mutter mit auf den Lebensweg gegeben. Eine Italienerin. Deren Teil der Familie ist groß auf der Halbinsel. Ein Cousin in Mailand arbeitet als Krankenpfleger. So erhält Fabio aus erster Hand viele Informationen über einen traurigen Zustand, den er hierzulande nicht erleben möchte.

Nicht im schwäbischen Aalen, wo sein Elternhaus steht. Ebenso wenig in Würzburg, wo er für die Kickers in der 3. Liga erfolgreich auf Torejagd gegangen ist. Bis zu diesem zu konsequenten Abpfiff der Gesundheitspolitik.

Nirgendwo hier darf es so schlimm kommen wie in der Heimat seiner Mutter. Deshalb hofft Fabio Kaufmann auf ein geduldiges Deutschland. Auch in dieser, seiner Welt des so lebendigen Fußballs.

Daniel Düsentrieb der 3. Liga

Solcherlei Gelassenheit im Umgang mit dieser für alle so befremdlichen Inaktivität teilt Kaufmann in diesen Tagen nicht mit vielen Spielern, deren aktuelles Arbeitspapier – nach heutigem Stand der Fakten – in drei Monaten keine Gültigkeit mehr besitzt.

Doch wer als Daniel Düsentrieb der 3. Liga Woche für Woche im Stile dieses von Walt Disney erfundenen menschenähnlichen Comic-Huhns auffällig rasant durch die Stadien dieser Spielklasse stürmt wie Kaufmann, muss den Entscheidern in der Branche nicht mehr viel beweisen.

Körperliche Präsenz ein besonderes Merkmal

Wer wie Kaufmann für einen 30-Meter-Sprint stets unter vier Sekunden bleibt und wer in sämtlichen 27 Ligaspielen im Schweiß durchtränkten Würzburger Trikot mit der Nr. 7 voller Präsenz aktiv gewesen ist und obendrein acht Treffer selbst erzielen und bei zehn weiteren Toren die Vorarbeit leisten konnte, dessen sportliche Reputation würde keinen Schaden mehr nehmen, selbst wenn die restlichen elf Ligaspiele nicht mehr stattfinden würden.

Mit derlei verlässlicher körperlicher Präsenz hat Fabio Kaufmann auch in früheren Stationen seiner Karriere punkten können. Wenngleich es so manches Mal in der Tabelle keineswegs immer aufwärts gegangen ist mit seinen Teams, so ist es ihm dennoch stets gelungen als Vollzeitkraft im Dauereinsatz zu sein.

Mit Fabio waren wir immer einverstanden, weil er großes Fußballherz zeigte. (Ex-Cottbus-Sportchef Roland Benschneider)

Auch im Fußball-Osten war er, der halbe Italiener von der Ostalb, mit hoher Professionalität in sämtlichen 38 Spielen einer solchen Marathonsaison in der 3. Liga am Ball. Was der damalige Cottbusser Sportchef Roland Benschneider, einst gemeinsam mit Lukas Podolski beim 1.FC Köln aktiv, gegenüber Liga-Drei.de einmal so beschrieben hat: „Mit Fabio waren wir immer einverstanden, weil er großes Fußballherz zeigte, seine Aktionen Dampf hatten und er das Trainerteam stets aufforderte, ihn besser zu machen.“

Als Liga-Drei.de im Spätherbst des vorigen Jahres einen besonders gelungenen Auftritt mit einem Chapeau, Fabio Kaufmann honorierte, imponierte er an diesem Tag nicht allein als Siegtorschütze.

Auch mit seiner amüsanten Jubel-Choreografie schaffte er es bis ins Fernsehen. Als sein Jubelsprung auf regennassem Rasen auf dem Hosenboden endete, formierte er seine Arme in einer Art Luftgitarrenparodie um ein Lenkrad und drehte mit seinen huckepack postierten Teamkollegen quasi ein paar heiße Runden. Auch mit einem Schlangentanz der alten Ägypter und als fleißiger Gartenarbeiter beim Rasenmähen haben wir ihn schon jubeln sehen.

Neue Bühnenstücke der Freude in Arbeit

Fabio Kaufmann ist 27 Jahre alt inzwischen. Ein erwachsener Mann, wie seine Einstellung zur Corona-Krise beweist. Dass er dennoch in der Lage ist, den Fußball nach wie vor mit den Augen eines spielenden Kindes zu betrachten, bewerten wir als eine seiner großen Stärken. Denn das wichtigste im Spiel ist und bleibt die Freude.

Und so hat Fabio Kaufmann das aktuelle Dolcefarniente, wie er die aktuelle Auszeit in der Sprache seiner Mutter gern zu nennen pflegt, längst dazu genutzt, um sich neue bunte Bühnenstücke der Freude auszudenken.

Er wird sie uns vorführen, sobald er wieder Tore schießen darf.

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