Preußen Münster: Ortstermin bestätigt Zweifel

Umsetzung von Hygiene-Maßnahmen kaum möglich

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Dienstag, 05.05.20 | 15:52

Malte Metzelder von Preußen Münster

Geschäftsführer Sport Malte Metzelder findet eine Saison-Fortführung unverantwortlich. ©Imago images/Osnapix

Die Umsetzung des nötigen Sicherheits- und Hygienekonzeptes für eine Fortführung der Saison in der 3. Liga scheint viele Drittligisten vor große Probleme zu stellen. Ein Ortstermin von Stadt- und Vereinsvertretern in Stadion von Preußen Münster und die anschließende Diskussion im Verwaltungsvorstand bestätigen nun diese Sorgen.

So sei es im Stadion an der Hammer Straße auf Grund fehlender Ausweichflächen im Innenraum und des schwer zu sichernden Vereinsgeländes kaum möglich, die von DFL und DFB erarbeiteten Richtlinien umzusetzen.

Schutz nicht sicherzustellen

Außerdem müsste der SCP wie auch andere Drittligisten erst einen Arzt als hauptamtlichen Hygienebeauftragten einstellen. "Nach wie vor bleiben viele Fragen seitens des DFB unbeantwortet, wie ein Verein wie Preußen Münster als Drittligist mit bescheidenen Mitteln und sehr beschränkten örtlichen Gegebenheiten die Anforderungen eines DFL-Konzeptes erfüllen kann", fasst Vereinspräsident Christoph Strässer zusammen.

Zur Zeit sieht man in Westfalen keine Möglichkeit, die Gesundheit aller Beteiligten bei der Durchführung von Geisterspielen im Preußenstadion zu gewährleisten. "Priorität hat für uns der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Spieler, Betreuer und all derjenigen, die für die Durchführung des Spielbetriebs ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen.", so Geschäftsführer Sport Malte Metzelder.

Insgesamt finden die Münsteraner die Debatte um eine Wiederaufnahme des Profi-Fußballs noch unangebracht.

Geisterspiele auch wirtschaftlich schlechtere Lösung

"Die aktuellen Diskussionen auf Bundesebene zu Geisterspielen und anderen Initiativen zur Wiederaufnahme des Profispielbetriebes kann ich nicht nachvollziehen. Solange wir Kindern und Jugendlichen aus Corona-Schutzgründen den Mannschaftssport in der Breite verbieten, können wir nicht vermitteln, dass Profifußballer wieder aufs Spielfeld dürfen", wird Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe zitiert.

Preußen Münster gehörte zu den Vereinen, die sich schon früh für einen Abbruch der Saison aussprachen. Die Aussagen der Stadtvertreter bestätigen den Verein nun. Auch andere Bürgermeister von Drittligastandorten, wie etwa in Halle, finden die Austragung von Geisterspielen unverantwortlich.

Abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt lehnt der SC Preußen Geisterspiele aus wirtschaftlichen Gründen ab. Wie Geschäftsführer Bernd Niewöhner in den "Westfälischen Nachrichten" vorrechnete, würde eine Saisonfortsetzung mit Spielen ohne Zuschauer den Klub 210.000€ mehr kosten als ein Abbruch.