Preußen Münster: Schauerte war nie so gefährlich

Timo Achenbach staunt über seinen alten Kollegen

Julian Schauerte gegen Duisburg.

Fünf Pflichtspiele, drei Tore: Es läuft bei Preußens Kapitän Julian Schauerte. ©imago images/Revierfoto

Am ersten Spieltag schien es noch Zufall, am zweiten Spieltag schüttelte manch einer schon ungläubig den Kopf. Aber als Julian Schauerte nach zwei Treffern in der 3. Liga diese Woche auch noch im Landespokal einnetzte, musste man sich schon verwundert die Augen reiben.

Der Rechtsverteidiger des SC Preußen Münster hatte schließlich zuletzt für die U23 von Bayer Leverkusen vor über zehn Jahren mehr als ein Saisontor erzielt. Zu den Staunenden gehörte Timo Achenbach, mit dem Schauerte beim SV Sandhausen zwei gemeinsame Spielzeiten verbrachte.

Vom Vorbereiter zum Torjäger

„Ich habe mich letztens schon mit Simon Tüting ausgetauscht, was da plötzlich mit Schaui los ist“, gesteht der frühere Linksverteidiger seine Verwunderung über die neuen Qualitäten des alten Kollegen ein. Diesen hatte er zuvor hauptsächlich als Vorbereiter auf dem Schirm.

Über Tüting, den gemeinsamen Freund aus Sandhausener Tagen, finden die beiden immer noch ab und an zusammen. So kann Achenbach gut beurteilen, was sich beim Lockenkopf verändert haben könnte.

Er übernimmt dort mehr Verantwortung (Timo Achenbach über Julian Schauertes Rolle in Münster)

Ausschlaggebend sei einerseits der offensive Stil der Adlerträger, bei denen sich unter Trainer Sven Hübscher die Außenverteidiger ständig in den Angriff miteinschalten und in Abschlusssituationen kommen.

Ein anderer Grund ist Schauertes Rolle im Teamgefüge der jungen Münsteraner Mannschaft. Gereift in der schwierigen Auslandserfahrung beim belgischen AS Eupen, wurde der 31-Jährige bei den Adlerträgern gleich zum Führungsspieler. „Er übernimmt dort mehr Verantwortung“, vermutet Achenbach, „und will den jungen Hüpfern zeigen, dass man auch mit über 30 noch zum Torjäger werden kann.“

Gute Abstimmung mit Vordermann Özcan

Geradezu beispielhaft für diese Konstellation ist das Zusammenspiel zwischen dem Routinier und seinem Vordermann Seref Özcan, das bei Preußen Münster viel Schwung über rechts erzeugt. Immer wieder hinterläuft Schauerte den 23-jährigen Edeltechniker mit fast schon jugendlichem Vorwärtsdrang, wird von ihm regelmäßig in Szene gesetzt.

So war es etwa beim Tor zum 1:0 gegen Carl Zeiss Jena, das Özcan dem nominellen Defensivspieler geradezu auf den Kopf malte. Der hält ihm dafür den Rücken frei, wenn er mal mit einem seiner unbekümmerten Dribblings keinen Erfolg hat.

Timo Achenbach, Simon Tüting und Julian Schauerte (v.l.n.r.).

Kriegsrat vor dem ruhenden Ball: Timo Achenbach, Simon Tüting und Julian Schauerte (v.l.n.r.) zu SVS-Zeiten. ®imago images/Eibner

Julian Schauerte hat alles in allem einen Start nach Maß hingelegt beim SCP. Dabei ist seine wahre Stärke im Offensivbereich noch gar nicht zum Tragen gekommen. Alle drei Tore erzielte er nämlich aus dem Spiel heraus, der ruhende Ball ist aber seine eigentliche Spezialität.

„Ich kann mich noch gut an die Trainingseinheiten erinnern, in denen wir Freistöße geschossen haben“, warnt Timo Achenbach die kommenden Gegner der Westfalen, „Schaui mit seinem rechten Fuß von der linken Seite, Simon Tüting und ich von der rechten mit dem linken Fuß. Da haben wir uns immer ‚gebattlet‘, wer mehr Freistoßtore schießt. Aber aus dem Spiel heraus war er nie so gefährlich.“ Bis jetzt.

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