Rot-Weiß Erfurt: Der Wurm liegt im Sturm

Debatte über Angriffsmisere

Christopher Bieber im Duell mit Tommy Grupe (Hansa Rostock)

Die Erfurt-Offensive um Christopher Bieber schwächelt bislang noch. ©Imago/Jacob Schroeter

Der Frust über den Absturz ans Tabellenende ist bei Rot-Weiß Erfurt riesengroß. Thema Nummer eins auf der Rückreise nach der enttäuschenden 0:2-Pleite beim zuvor auch nicht gerade überzeugenden Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC waren bei den Thüringern die immer offenkundiger werdenden Schwierigkeiten im Angriff.

Das macht nicht den größten Spaß. (RWE-Trainer Stefan Krämer zur Rückfahrt nach dem Sturz ans Tabellenende)

„Als Letzter noch fünf Stunden Bus zu fahren, macht nicht den größten Spaß“, meinte Trainer Stefan Krämer im Fachmagazin Kicker ernüchtert und legte den Finger in die Wunde: „Wenn man nur fünf Tore erzielt, weiß man, warum wir solche Probleme haben und da stehen, wo wir stehen.“

Schon mit Abstand der schwächste Angriff der Liga

Tatsächlich liegt bei RWE der Wurm im Sturm. Mit seiner Torquote aus den bisherigen zehn Spielen ist Erfurt die mit Abstand schwächste Mannschaft der Liga. Der VfL Osnabrück und Preußen Münster als die zweitschlechtesten Angriffsreihen haben bei auch nur acht Treffern immerhin schon eine 60-prozentige höhere Ausbeute.

Angesichts der Nöte bei den Rot-Weißen schaltete sich nach dem Abpfiff in Karlruhe sogar Torhüter Philipp Klewin in die Debatte seiner Kollegen um die Sturmmisere ein. „Uns fehlt vorne scheinbar die Durchschlagskraft“, meinte der 23-Jährige in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 25.09.2017). Fünf Tore seien „gnadenlos zu wenig“.

Klewin vermutete allerdings auch tiefer liegende Gründe für die fehlenden Erfolgserlebnisse im Angriff. „Das ist schon kein Pech mehr“, zitierte der Kicker den Schlussmann: „Jeder muss sich hinterfragen.“

Krämer hielt sich unterdessen nach der zweiten Niederlage des „FC Harmlos Erfurt“ (Bild) über die Angriffsschelte hinaus mit Kritik an seiner Mannschaft zurück. Im Gegenteil: Obwohl die Gastgeber nach Einschätzung von KSC-Trainer Alois Schwartz in der letzten halben Stunde „das Fußballspielen eingestellt“ hatten, war Krämer mit dem Gesamtauftritt seiner Elf offenbar noch zufrieden: „Läuferisch und taktisch“, meinte der 50-Jährige in der Bild-Zeitung, „haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht. Da kann ich der Mannschaft keine Vorwürfe machen.“

Noch kein Konto bei 3.Liga-Sponsor bwin? Jetzt anmelden & bis zu 100€ Willkommensbonus kassieren!