Rot-Weiß Erfurt: Emmerling stellt Charakterfrage

RWE-Coach kündigt "brutale Analyse" an

Stefan Emmerling am Seitenrand beim Erfurt Spiel

Ist enttäuscht. RWE-Trainer Stefan Emmerling vermisst bei seiner Mannschaft den Charakter. ©Imago/foto2press

Der fortschreitende Niedergang von Rot-Weiß Erfurt führt zusehends in einen Interessenkonflikt zwischen Trainer Stefan Emmerling und Teilen der Mannschaft. Der neue Coach stellt nach der ersten Niederlage unter seiner Regie mit 1:4 bei Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers die Charakterfrage an mutmaßliche Wechselkandidaten, während Verteidiger Andre Laurito als nächster Spieler Zusicherungen vom Verein für Gehaltszahlungen forderte.

Emmerling will nach einer „brutalen Analyse“ in der Winterpause offenbar nur noch mit vollkommen auf den Klassenerhalt fokussierten Profis arbeiten. „Mit Spielern, die aufgrund der finanziellen Situation sagen, sie möchten den Verein verlassen, müssen offene Gespräche geführt werden“, sagte der 51-Jährige im Fachmagazin Kicker (Heft 100 vom 11.12.2017).

Vorwürfe zielen auf Ersatzkapitän Menz

Die Ansage zielt besonders in Richtung von Christoph Menz. Der stellvertretende RWE-Kapitän hatte zuletzt öffentlich die Unsicherheit über den Gehaltseingang aufgrund der wirtschaftlichen Schieflage des Klubs beklagt und Wechselgedanken deswegen als „legitim“ bezeichnet.

Wir wissen nicht, woran wir sind. (RWE-Verteidiger Andre Laurito)

Doch Menz, der seine Identifikation mit dem Verein zunächst nur „bis zur Winterpause“ befristete, ist mit seinen Sorgen auch um die eigene Zukunft im RWE-Kader kein Einzelfall. Auch sein Kollege Laurito prangerte nun die Ungewissheit über die bedrohliche Situation der Thüringer an. „Es gibt keinerlei Sicherheit von Vereinsseite. Wir wissen nicht, woran wir sind“, sagte der 34-Jährige der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 11.12.2017).

Die Umstände empfindet Laurito als Belastung für die  Konzentration auf die sportlich prekäre Lage des abgeschlagenen Liga-Schlusslichts. Dennoch in jedem Spiel die erwarteten 100 Prozent abzurufen, „ist schwierig“. Für Unbeteiligte sei kaum nachzuvollziehen, „was in unseren Köpfen vorgeht. Das wird von außen brutal unterschätzt“.

Emmerling hat dagegen vorrangig seinen Auftrag Klassenerhalt vor Augen. Unter dieser Zielvorgabe will der RWE-Cheftrainer nach dem Jahresabschluss im Abstiegsduell bei Preußen Münster (Samstag) prüfen, „mit welchen Spielern wir in der Lage sind, den Kampf anzunehmen, den man annehmen muss, um das Unmögliche vielleicht zu schaffen“. Emmerling schloss dabei nicht aus, dass seine Mannschaft künftig „durch Spieler, die bisher nicht so viel gespielt haben“, ein anderes Gesicht haben könnte.

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