Rot-Weiß Erfurt: Kammlott-Verabschiedung verhindert

RWE-Urgestein über Führung verärgert

Brauchte Planungssicherheit: Carsten Kammlott

Bitterer Abschied von RWE: Carsten Kammlott © imago/picture point

Der Abschied von Absteiger Rot-Weiß Erfurt hat bei Carsten Kammlott einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Die Führung des Klubs verbot dem „RWE-Urgestein“ bei seinem letzten Punktspiel für die Thüringer eine für die Halbzeitpause geplante Rede an die Fans und verdarb damit der langjährigen Identifikationsfigur der Rot-Weißen vor dem schon feststehenden Wechsel zum künftigen Regionalliga-Rivalen Wacker Nordhausen einen angemessenen Abgang.

Man fand die Idee wohl nicht so gut. (Carsten Kammlott)

Zu den Gründen des Vereins für das Veto konnte Kammlott im Interview mit der Thüringer Allgemeinen außer Vermutungen nichts sagen. „Man fand die Idee wohl nicht so gut“, meinte der 28-Jährige und ergänzte in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 14.05.2018): „Wahrscheinlich wollte man keine schlechte Stimmung verbreiten.“

Seit der Jugend bei RWE

Kammlott spielte seit 2001 unterbrochen nur von einem vierjährigen Engagement bei RB Leipzig für Erfurt. Nach seiner Rückkehr ins Steigerwaldstadion vor vier Jahren avancierte der Stürmer endgültig zu einem der Publikumslieblinge.

Seinen Wechsel nach Nordhausen will Kammlott ausdrücklich nicht als Fahnenflucht verstanden wissen. „Bei Rot-Weiß bin ich groß geworden – ich hätte eigentlich nie wieder weg gewollt“, unterstrich der Angreifer seine grundsätzliche Loyalität mit Erfurt.

Doch nachdem ihm niemand habe sagen können, wie es bei RWE weitergehen soll, hätte er Planungssicherheit insbesondere für seine Familie benötigt und deswegen in der Region bleiben wollen: „Es gibt eben wichtigere Dinge im Leben.“

Möglicherweise aber hätte RWE Kammlott durch etwas mehr Aufmerksamkeit und engeren Kontakt durchaus noch bis zur für Ende des Monats oder Anfang Juni vorgesehenen Aufnahme konkreter Planungen bei der Stange halten können. „Mir fehlten konkrete Aussagen“, beschrieb Kammlott die Situation. Trainer Stefan Emmerling hätte ihm einmal im Februar – vor der Insolvenz des Vereins – gesagt, ihn halten zu wollen, „und das war’s“.

Vorwürfe verärgerter Fans wegen eines mutmaßlichen Söldner-Verhaltens bei seinem Transfer nach Nordhausen wies Kammlott zurück. Wenn Geld der wichtigste Faktor seiner Entscheidung gewesen wäre, „hätte ich woanders hingehen müssen“. Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und mehrere andere Klubs seien auf jeden Fall interessiert gewesen.

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