Rot-Weiß Erfurt: Neuer Ärger wegen Stadionmiete

Verein kündigt Pachtvertrag zum Saisonende

RWE will Miete für Steigerwaldstadion drücken

Wieder Ärger um Mietvertrag: Erfurts Steigerwaldstadion © imago

Rot-Weiß Erfurt drückt offenbar nicht nur sportlich der Schuh. Einem Bericht der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 10.10.2017) zufolge will das Drittliga-Schlusslicht bessere Bedingungen für die Höhe der jährlichen Pachtzahlung für das Steigerwald-Stadion sowie die zusätzlichen Nebenkosten der Arena-Nutzung.

Wir wollen den Vertrag neu besprechen. (RWE-Boss Rolf Rombach)

Deswegen hat der Klub den erst vor sechs Monaten nach mühsamen Verhandlungen abgeschlossenen Mietvertrag mit der Arena GmbH vorsorglich per 31. Dezember mit einer entsprechenden Option zum Saisonende (30. Juni 2018) vorsorglich gekündigt. „Wir wollen uns zusammensetzen, den Vertrag neu besprechen“, zitierte die Bild Erfurts Vereinspräsidenten Rolf Rombach zur Aufkündigung der auf unbefristete Zeit geschlossenen Vereinbarung.

Zuschläge und Nebenkosten erhöhen Stadionkosten

Die im vergangenen April erzielte Einigung zwischen RWE und den Stadionbetreibern sieht eine Mindestzahlung in Höhe von 275.000 Euro per annum vor. Zudem sieht der im Frühjahr unter dem Druck des DFB-Lizenzierungsverfahren zustande gekommene Kontrakt einen vom Zuschaueraufkommen abhängigen Zuschlag vor. Neben der Miete hat RWE jährlich weitere finanzielle Belastungen im siebenstelligen Bereich für die Abwicklung von Heimspielen (z.B. Sicherheitsdienste und Catering) zu tragen.

Auf den Deal hatten sich die Verhandlungsparteien erst nach einem zähen Ringen verständigt. Ursprünglich hatten die Arena-Betreiber eine Pacht von 570.000 Euro gefordert, die ab dem Spieljahr 2018/19 noch weiter auf 630.000 Euro steigen sollten. In den Verhandlungen des zurückliegenden Frühjahres stand zwischenzeitlich auch die Abtretung der RWE-Werberechte an die Stadion-Besitzer im Raum.

Die genauen Hintergründe der Aufkündigung des laufenden Vertrages durch den Verein sind derzeit noch unklar. Ein Zusammenhang mit der schwierigen Finanzlage der Thüringer ist allerdings naheliegend.

Ein Indiz dafür waren die schon einige Wochen zurückliegenden Klagen des Klubs über den seit Saisonbeginn auch aufgrund des Umbaus einer Tribüne kontinuierlich sinkenden Besuch der Heimspiele. Die RWE-Führung deutete bereits an, dass die entsprechend geringeren Einnahmen die Erfüllung der Lizenzauflagen mindestens erschweren würden.

Erfurts Zuschauerschnitt liegt nach sechs Auftritten im eigenen Stadion bei 6.111 Fans. Allerdings waren alleine zum Derby mit dem neuen Ligarivalen Carl Zeiss Jena 12.500 Zuschauer gekommen. Zuletzt bei der 1:3-Heimpleite gegen den SV Wehen Wiesbaden lag der Besuch mit 3.827 Anhängern bereits zum wiederholten Male in der laufenden Saison unter der Marke von 4.000 Zuschauern.

Noch kein Konto bei 3.Liga-Sponsor bwin? Jetzt anmelden & bis zu 100€ Willkommensbonus kassieren!