Rot-Weiß Erfurt: Neues Chaos nach Insolvenzantrag

Nowag wegen Alleingang in der Kritik

Schlechte Karten beim Aufsichtsrat: RWE-Chef Frank Nowag

In der Kritik: RWE-Präsident Frank Nowag. ©Imago/Bild13

Nach der Stellung des Insolvenzantrages droht bei Rot-Weiß Erfurt neues Chaos. Der Alleingang bei dem richtungsweisenden Schitt von Präsident Frank Nowag hat beim zuvor nicht informierten Aufsichtsrat Medienberichten zufolge für so viel Verärgerung und Unmut gesorgt, dass beim designierten Absteiger inzwischen schon eine Abberufung Nowags im Raum steht.

Zu den Hintergründen des Zerwürfnisses kursieren mehrere Informationen. Die Thüringer Allgemeine berichtete, dass Nowag gegen den Widerstand des Aufsichtsrates die Insolvenz ohne Einbindung von Erfurts hauptberuflich als Insolvenzverwalter tätigem Ex-Präsidenten Rolf Rombach betrieben hat. Laut Bild-Zeitung (Ausgabe vom 15.03.2018) sollen unterdessen insolvenzrechtliche Details Auslöser für die massiven Differenzen sein.

Insolvenz für schuldenfreien Neuanfang

Nowag hatte aufgrund der sportlich weitgehend hoffnungslosen Situation des Schlusslichts durch die Einreichung den Insolvenzantrags finanziell die Reißleine gezogen. Nach seinen Vorstellungen könne damit der ohnehin kaum vermeidbare Neustart in der Regionalliga ohne die Last der über acht Millionen Euro betragenden Verbindlichkeiten erfolgen – die Zustimmung der RWE-Gläubiger vorausgesetzt.

Die Verspätung bei der Information des Aufsichtsrates über die schwerwiegenden Entscheidung rechtfertigte Nowag, der nach wochenlangen Querelen erst im vergangenen Herbst Rombach an der Spitze der Thüringer abgelöst hatte, gegenüber den Kontrolleuren nach TA-Angaben scheinbar spitzfindig mit einem entsprechenden Auftrag des Gremiums. Nachdem der Aufsichtsrat im Februar das Präsidium tatsächlich offiziell mit der „Prüfung von Möglichkeiten für eine Insolvenz“ beauftragt hatte, habe die Vereinsführung letztlich nur konsequent gehandelt, soll der RWE-Boss erklärt haben.

Der Bild-Zeitung zufolge fühlt sich der Aufsichtsrat durch Nowags Vorgehensweise brüskiert. Angeblich sucht das Gremium, das offenbar auch eine Ablehnung des Antrags und dadurch eine Auflösung des Klubs befürchtet, bereits nach einem neuen Präsidenten. Alternativ scheinen ein kollektiver Rücktritt des von Michael Tallai geführten Aufsichtsrates oder Demissionen zumindest einzelner Kontrolleure nicht ausgeschlossen.

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