Rot-Weiß Erfurt: Nowag stellt Charakterfrage

RWE-Boss beklagt mangelnden Siegeswillen

Frank Nowag, Präsident von Rot Weiß Erfurt, auf Pressekonferenz

Von der Mannschaft enttäuscht. RWE-Präsident Frank Nowag stellt den Charakter in Frage. ©Imago/Bild13

Die Pleite im Thüringen-Derby wirkt bei Rot-Weiß Erfurt immer noch nach. Bei der Aufarbeitung des 0:1 bei Aufsteiger Carl Zeiss Jena machte Präsident Frank Nowag der Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling schwere Vorwürfe wegen ihrer vermeintlich unzureichenden Einstellung.

Wir wollen den Sieg nicht mit letzter Konsequenz. (RWE-Boss Frank Nowag)

Die Niederlage des abgeschlagenen Schlusslichts haben ihn „eher wütend“ als niedergeschlagen gemacht, sagte Nowag der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 27.02.2018) und lieferte die Begründung gleich mit: „Wir wollen den Sieg nicht mit letzter Konsequenz, das muss man der Mannschaft unterstellen und kritisieren.“

Der RWE-Boss machte seine Kritik an der miserablen Chancenverwertung der Erfurter in Jena fest. Früher, erläuterte Nowag seinen Standpunkt nach der „komplett unnötigen Niederlage“, früher habe man in solchen Situationen gesagt, dass „der Torwart halt mit reingeschossen werden muss – das fehlt uns“.

Abstieg kaum noch vermeidbar

Nowags Unmut ist nicht nur angesichts tatsächlich guter Chancen besonders im ersten Durchgang nachvollziehbar. Nach der fünften Pleite in den sieben bisherigen Begegnungen nach der Winterpause hat Erfurt am Tabellenende bereits elf Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz und muss noch den Abzug von mindestens einem Zähler wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen fürchten. Der Abstieg scheint kaum noch zu vermeiden.

Hinzu kommen die großen finanziellen Probleme durch rund acht Millionen Euro Verbindlichkeiten. Ein Zeitpunkt für die schon seit längerer Zeit im Raum stehende Planinsolvenz zur Sanierung für einen Neustart in der kommenden Regionalliga-Saison ist laut Nowag noch nicht zu bestimmen. Er könne momentan nicht sagen, wann das Insolvenzverfahren eingeleitet werde.

Nachdem das RWE-Präsidium vor Wochenfrist jedoch den Auftrag zur Prüfung der Möglichkeiten und Auswirkungen eines solchen Schrittes erhalten hat, erscheint die Insolvenz nur noch als eine Frage der Zeit. Die Klubführung plane und bereite sich „auf alle Szenarien wie Regionalliga und Insolvenz vor“, erklärte Nowag.