Rot-Weiß Erfurt: Scharfe Nowag-Attacken gegen Rombach

Schuldenstand höher als bisher bekannt

Muss Kritik einstecken: Erfurts Präsident Rolf Rombach

Im Kreuzfeuer der Kritik: RWE-Chef Rolf Rombach © imago

Nach der peinlichen Posse um die Abberufung und Wiedereinsetzung von Präsident Rolf Rombach bereiten bei Rot-Weiß Erfurt bisher unbekannte Details zur Verschuldung des Klubs neue Sorgen. Zudem deuten sich nach dem Burgfrieden zwischen Rombach und dem Aufsichtsrat weitere Querelen in der RWE-Führung durch den neuen Vizepräsidenten Frank Nowag an.

6,5 Millionen Euro sind es auf jeden Fall. (RWE-Vize Frank Nowag über Erfurts Verbindlichkeiten)

Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt jedenfalls legte Nowag in einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen besorgniserregende Zahlen zu den Verbindlichkeiten des Schlusslichts vor: „Eine genaue Summe lässt sich noch nicht nennen, aber 6,5 Millionen Euro sind es auf jeden Fall.“

Die Enthüllung kommt einer Bloßstellung Rombachs gleich. Denn bislang war bei RWE lediglich von einem Schuldenberg in Höhe von 5,5 Millionen Euro die Rede.

„Vize“ als Aufpasser für den Chef

Nowag, der in der Vorwoche vom Aufsichtsrat für zwei Tage zum Vereinspräsidenten ernannt worden war, positioniert sich offenbar auch ganz bewusst als „Aufpasser“ für Rombach. Unverhohlen jedenfalls machte der Chef eines Vereinssponsors dem intern angezählten RWE-Chef schwere Vorwürfe für die Amtsführung der vergangenen Jahre.

„Jetzt ist die Zeit des Stillstandes vorbei und auch die Zeit der Alleinherrschaft, die es ja zweifellos gegeben hat“, machte Nowag die Neuordnung der Machtverhältnisse bei den Thüringern deutlich. Rombachs vorübergehende Entlassung bezeichnete der 46-Jährige denn auch als eine „Warnung, die wichtig und richtig“ gewesen sei.

Nowags weitere Aussagen lassen zudem eine Galgenfrist für Rombach nur noch bis zur Mitgliederversammlung (1. Dezember) möglich erscheinen. Er glaube, meinte Nowag, dass im personellen Bereich „Veränderungen notwendig sind“.

Vor diesem Hintergrund rechnete Nowag mit Rombach außer wegen des Alleingangs bei der Entlassung von Trainer Stefan Krämer und der Differenzen mit Ehrenpräsident Klaus Neumann scharf ab. Es könne nicht sein, „dass man sich ständig mit der Stadt überwirft, auf dem Ehrenpräsidenten herumgehackt wird und Sponsoren abgeschreckt werden“.

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