Wehen Wiesbaden: Mockenhaupt poltert

"Dämlich verloren und uns blöd angestellt."

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 02.11.2020 | 09:30
Sascha Mockenhaupt bei Wehen Wiesbaden

Fassungslos: Sascha Mockenhaupt hat an der Niederlage gegen die FCB U23 zu knabbern. ©Imago images/Revierfoto

„Harte Arbeit“, verlangte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm im Vorfeld der Partie gegen die U23 des FC Bayern von seiner Mannschaft. Der Fußballlehrer wurde nicht müde zu betonen, wie schwierig Partien gegen Zweitvertretungen sind. Gerade auf die technisch versierte Mannschaft der „Bayern Amateure“ trifft das zu. Ein Ansatzpunkt wäre also gewesen, über die Zweikämpfe ins Spiel zu finden – doch in diesem Punkt war Wehen Wiesbaden am gestrigen Sonntag den bayerischen Gästen unterlegen, was nicht zuletzt zur 2:4-Heimniederlage beitrug.

Nun sind Gegentore auf heimischem Geläuf für den SVWW nichts neues mehr, bereits gegen Waldhof Mannheim und den FCK musste Keeper Tim Boss insgesamt dreimal hinter sich greifen. Sauer stößt den Beteiligten die Art und Weise auf, wie die Niederlage zustandekam.

„Wir haben dämlich verloren und uns blöd angestellt“, stellt Abwehrmann Sascha Mockenhaupt seine Gefühlslage auf der Vereinshomepage dar. Auch Mockenhaupt spricht das Thema Zweikämpfe an: „Da müssen wir einfach viel mehr den Spielfluss unterbrechen, aber das haben wir nicht geschafft. Daher haben wir verdient verloren.“

Falsche Richtung?

Hinsichtlich der Tabelle fällt die Niederlage nicht schwer ins Gewicht, der SVWW liegt zu einem noch frühen Zeitpunkt der Saison in Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen. Wohl aber stellt sich die Frage, ob ein strukturelles Problem beim Absteiger besteht.

Bereits gegen den 1. FC Magdeburg war Wehen Wiesbaden trotz eines 2:1-Sieges in den Zweikämpfen unterlegen, Rehm bemängelte nach der Partie, seine Mannschaft sei „nicht schnell genug auf den Beinen und im Kopf“ gewesen. Jetzt gegen die FC Bayern U23 räumte Rehm im Anschluss der Partie ein, seine Mannschaft stünde „nicht zu 100 Prozent auf dem Platz“.

Eben jene maximale Leistungsbereitschaft und Konzentration werden am Freitag gefragt sein, wenn es zum Gastspiel beim FC Ingolstadt kommt. Die Schanzer agierten bisher mit der beim SVWW zuletzt vermissten Bissigkeit im Zweikampf und haben im Gegensatz zu den Hessen bei drei Siegen in vier Heimspielen eine gute Bilanz im eigenen Stadion.

Möglicherweise ist es aber ein Vorteil, dass Wehen Wiesbaden nun wieder auswärts antreten darf. Noch ohne Niederlage auf fremdem Boden und bei einem Torverhältnis von 8:1 stehen die Vorzeichen zumindest in dieser Hinsicht positiv. Ob die Rehm-Elf auf der Schanz, wo es einst im Relegations-Duell heiß herging, dann die Zweikämpfe annimmt, wird sich zeigen.