Wehen Wiesbaden: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Mittwoch, 02.09.2020 | 07:30
Moritz Kuhn beim SV Wehen Wiesbaden

Moritz Kuhn ist eine der Identifikationsfiguren beim SV Wehen Wiesbaden. ©Imago images/Martin Hoffmann

In einer Saison im Tabellenkeller der 2. Bundesliga ließ der SV Wehen Wiesbaden das eine oder andere Mal aufhorchen, zollte letztlich allerdings seiner offensiven Ausrichtung Tribut und musste mit den meisten kassierten Gegentoren den Gang in die dritte Liga antreten. Dort soll mit arrivierten Kräften neu angegriffen werden.

Kader & Transfers

Bei abgestiegenen Mannschaften wird oft kein Stein auf dem anderen gelassen, beim SV Wehen Wiesbaden ist das jedoch anders. An der Seitenlinie fungiert weiterhin Trainer Rüdiger Rehm, Leistungsträger wie Sascha Mockenhaupt, Moritz Kuhn, Paterson Chato oder Sebastian Mrowca geben weiterhin aus der Defensive den Ton an.

Durch die Verpflichtungen von Dennis Kempe, Florian Carstens sowie Marc Lais ist der SVWW, was den Defensiv-Bereich angeht, gut aufgestellt und ambitioniert. „Der SVWW will zurück in die 2. Liga und das will ich auch“, kündigte Lais bereits bei seiner Vorstellung an.

Einen nennenswerten Aderlass gab es allerdings in der Offensive: Mit Manuel Schäffler verlor der SV Wehen Wiesbaden seinen Top-Torschützen, mit Daniel-Kofi Kyereh den zweitbesten Torjäger der Vorsaison sowie mit Maximilian Dittgen eine schnelle Alternative auf den Außen.

Ihn ersetzen soll Gianluca Korte, der seine Qualitäten beim SV Waldhof Mannheim nachgewiesen hat und sich sofort zum Leistungsträger aufschwingen könnte. Die verpflichteten Angreifer Maurice Malone und Johannes Wurtz müssen ihre Treffsicherheit allerdings erst nachweisen. Neu ist auch der Torhüter: Tim Boss kennt die dritte Liga, muss nach zwei Spielzeiten ohne Spielpraxis jedoch zunächst seinen Rhythmus finden.

Die aktuelle Form

Ein 2:2 gegen Greuther Fürth sowie ein 1:7 gegen die TSG Hoffenheim stand in den ersten Testspielen auf der Anzeigetafel. Schlag auf Schlag ging es zuletzt. Einem 2:1-Sieg gegen Zweitligist Darmstadt 98, bei dem Trainer Rüdiger Rehm vor allem die Neuzugänge lobte, folgte ein 1:0 gegen den unterklassig spielenden TSV Schott Mainz sowie die anschließende 1:3-Niederlage bei den Würzburger Kickers, nach der sich Rehm unzufrieden zeigte.

Stärken & Schwächen

Der SV Wehen Wiesbaden wird versuchen, mit seinen Stärken aus der Aufstiegssaison zu punkten. Dazu zählte ein funktionierendes Pressing, für das Spieler wie Paterson Chato prädestiniert sind. Auch die Außenverteidiger wie der zuletzt als Rechtsverteidiger getestete Marvin Ajani oder Tobias Schwede denken offensiv. Das kann sich allerdings auch ins negative verkehren, wenn es der Gegner schafft, das Pressing zu umspielen.

Generell müssen die Neuzugänge im Sturm beweisen, den Abgang von Manuel Schäffler auffangen zu können, was eine Mammutaufgabe wird. Außerdem fehlen die personellen Alternativen auf den Flügeln, was in einer eng getakteten Saison zum Problem werden könnte.

Rüdiger Rehm beim SV Wehen Wiesbaden

Engagiert, auch an der Seitenlinie: SVWW-Trainer Rüdiger Rehm. ©Imago images/osnapix

Der Trainer

Seit Februar 2017 schwingt Rüdiger Rehm beim SV Wehen Wiesbaden das Zepter und schaffte dabei in der dritten Liga immer mindestens einen Punkteschnitt von 1,79 Zählern pro Saison. In der Aufstiegs-Saison musste sich Rehm mit seiner Mannschaft vor allem im Relegations-Rückspiel Widrigkeiten aussetzen – und bestand diese Aufgabe.

In der zweiten Liga hielt Rehm an seinem Spielstil fest, der SV Wehen Wiesbaden lief teilweise ins offene Messer, nicht jedoch ohne spielerisch den einen oder anderen Glanzpunkt zu setzen. Auch deswegen genießt der Fußballlehrer weiterhin das Vertrauen der Wiesbadener Verantwortlichen. Auch Rehm weiß um die Vorteile des ruhigen Wiesbadener Umfelds.

Die mögliche Startelf

Wehen Wiesbaden Aufstellung

Wehen Wiesbaden Aufstellung

Fazit & Prognose

Der SV Wehen Wiesbaden hat weiterhin einige Leistungsträger an Bord, noch ist allerdings unklar, wie gut er den Abgang von Manuel Schäffler auffangen kann. Zum Teil wird das über das Kollektiv möglich sein, für den ganz großen Wurf, den Wiederaufstieg, sehen wir den SVWW jedoch nicht gerüstet. Unsere Prognose: Die Hessen pendeln sich zwischen den Rängen sechs bis acht ein.

Hier findest Du alle bisher erschienen Teamchecks.