Ronald Maul: Brand ist ein kleiner Freigeist

Der Ex-Spieler des VfL & Hansa Rostock über das direkte Duell

Ronald Maul vom VfL Osnabrück

Karriere-Anfänge. Beim VfL Osnabrück (Mannschaftsfoto von 1992) spielte Ronald Maul (1.Reihe, 2.v.r.) insgesamt fünf Jahre. ©Imago/Rust

Wenn am Sonntag um 14 Uhr die Partie zwischen dem VfL Osnabrück und dem F.C. Hansa Rostock (hier geht’s zum Vorbericht) angepfiffen wird, dürfte es auch Ronald Maul vor den Bildschirm treiben, wie der 44-Jährige gegenüber Liga-Drei.de gestand. Maul kann auf eine ereignisreiche Karriere zurückblicken, in der auch Rostock und Osnabrück als Stationen auf seiner fußballerischen Landkarte vermerkt sind.

Lob für Enochs

Für Hansa brachte es der gebürtige Jenenser auf 102 Bundesligaeinsätze, für den VfL war er vornehmlich in der Ober- und Regionalliga aktiv. Zur Rückrunde der Saison 1989/90 schloss sich der damals 17-Jährige der U19 der Niedersachsen an, bei denen er sich damals bereits im folgenden Sommer für die erste Mannschaft empfehlen konnte.

Nach knapp vier Jahren und 74 Pflichtspielen beendete Maul dieses Kapitel, trägt in regelmäßigen Abständen jedoch noch das Trikot der VfL- Traditionsmannschaft. „Derzeit ist das die einzige Verbindung, die es für mich noch zum VfL gibt. Aber es wird leider auch immer weniger mit dem aktiven Fußball. So ein paar Spiele im Jahr macht man gerne mit“, zeigt sich Maul erfreut über diese Konstellation.

Zwei Akteure, mit denen der 44-Jährige dabei zusammenkickt, sind Joe Enochs und Wolfgang Schütte. Die beiden bilden derzeit das Trainergespann bei den „Lila-Weißen“ und bestachen in ihrer aktiven Zeit durch Einsatzwillen und Leidenschaft. So stellt sich Maul Enochs auch als Trainer vor: „Joe Enochs wird sicherlich mit Leib und Seele und ganzem Engagement das Traineramt ausfüllen, so wie er es als Spieler früher auf dem Platz gemacht hat.“

Der VfL muss eine Mannschaft sein, die da vorn mitspielt. (über die Möglichkeiten der Niedersachsen)

Nach einer kurzen Schwächephase haben sich die Niedersachsen passend zum Showdown in der 3. Liga wieder im Aufstiegsrennen zurückgemeldet und die eigenen Ansprüche untermauert. Für Maul ist es aber keine Überraschung, dass der VfL ein heißer Kandidat auf den Aufstieg ist: „Ich glaube, der VfL muss und sollte eine Mannschaft sein, die da vorn mitspielt. Von den reinen Gegebenheiten und Möglichkeiten gehört Osnabrück dahin.“

Ronald Maul von Hansa Rostock

Erfolgreiche Zeiten. Für Hansa Rostock kickte Ronald Maul 102-mal in der Bundesliga. ©Imago/Ulmer

Brand ist ein „kleiner Freigeist“

Doch nicht nur Enochs zählt zu den Spielern, mit denen sich Maul in seiner knapp 20-jährigen Laufbahn im Herrenbereich: „Stimmt, wir haben sehr früh in unserer Karriere zusammen in Osnabrück gespielt und später sind wir im gestandenen Alter gemeinsam für Rostock aufgelaufen„, so Maul über die gemeinsame Zeit mit dem knapp drei Monate jüngeren Brand, der derzeit als Trainer der Kogge arbeitet.

Er war und ist ein helles Köpfchen, der immer fußballerische Ideen hatte. (über Christian Brand)

„Er war und ist ein helles Köpfchen, der immer fußballerische Ideen hatte. Ein kleiner Freigeist, der auf dem Platz nicht eingefahren war und seine Kreativität ausgelebt hat“, zeigt sich Maul lobend über seinen früheren Mitspieler zu Rostocker Zeiten.

Hansa: Sprung nach vorne möglich

Dennoch sieht Maul, der auf zwei Länderspiele für die deutsche Nationalelf zurückblicken kann, die Trainer vor einer anderen Herausforderung stehen: „Als Trainer muss man sich fragen, ob das Spielermaterial in der Lage ist, so zu agieren, wie man es sich vorstellt und ob die Ideen überhaupt umgesetzt werden können. Da kann auch in einem Christian Brand so viel Freigeist wie möglich stecken – fehlt das Potenzial, nützen die besten Ideen nichts.“

Sollte Rostock in einen Lauf kommen, kann es schnell nach vorn gehen. (über die Chancen des FCH)

Dennoch traut Maul seinem ehemaligen Mitstreiter, der nur knapp 60 Kilometer von Osnabrück entfernt geboren wurde, eine erfolgreiche Zukunft mit seinem Team zu, will sich dabei jedoch nicht festlegen. „Sollte Rostock in einen Lauf kommen, kann es ganz schnell nach vorn gehen.“

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