Dynamo Dresden: Ex-Spieler Stocklasa trifft auf Deutschland

Ehemaliger SGD-Verteidiger coacht Liechtenstein in WM-Quali

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Dienstag, 08.12.2020 | 14:58
Martin Stocklasa bei Dynamo Dresden

Nahbarer Verteidiger: Martin Stocklasa kickte zwei Jahre für Dynamo Dresden. ©Imago images/Picture Point

Am gestrigen Montagabend wurden die ausgelosten Qualifikationsgruppen für die WM 2022 bekannt. Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es unter anderem mit der Auswahl Liechtensteins zu tun – und dort hat ein ehemaliger SGD-Kicker das Sagen.

Die Rede ist von Martin Stocklasa. Der 41-Jährige tritt in Liechtenstein die Nachfolge des Isländers Helgi Kolvidsson als Nationaltrainer an und steht damit in der Qualifikation, die zwischen März und November 2021 ausgespielt wird, Joachim Löw gegenüber.

Arbeiter in der Defensive

Zwischen 2006 und 2008 schnürte Stocklasa die Fußballstiefel für Dynamo Dresden, in der damals drittklassigen Regionalliga Nord. Als Stammspieler trat Stocklasa in der Abwehr auf, galt als kompromissloser Vertreter seiner Zunft und wurde als nimmermüder Draufgänger geschätzt, was sich in der Wahl zum Mannschaftskapitän äußerte.

Stocklasa brachte bereits eine Menge internationale Erfahrung mit an die Elbe, die sich größtenteils aus seinen Nationalmannschafts-Auftritten speiste. Als der Abwehrmann 2006 in Dresden aufschlug, hatte er bereits 58 Länderspiele für die Auswahl Liechtensteins auf dem Buckel und bereits sein erstes Länderspieltor auf der Haben-Seite. Dieses erzielte er ausgerechnet gegen die deutsche Nationalmannschaft.

Im Jahr 2000 kam es zu einem Freundschaftsspiel zwischen den beiden Ländern, der spätere Dynamo-Verteidiger stand sich den Angreifern Oliver Bierhoff und Paulo Rink gegenüber, sorgte allerdings selbst für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Nach 90 Minuten musste sich die Auswahl Liechtensteins mit 2:8 geschlagen geben.

Spiele gegen Deutschland „Riesen-Highlight“

Es folgten viele weitere Länderspiele Stocklasas, 113 an der Zahl hat er für Liechtenstein bestritten. Seine Vereinskarriere hielt nach seiner Zeit in Dresden die Stationen SV Ried und FC St. Gallen und damit späte Highlights bereit: Mit dem SV Ried holte er 2011 den österreichischen Pokal, bei St. Gallen stand er in der Spielzeit 2013/14 zweimal in der Europa League auf dem Feld.

Nach seiner bewegten Spieler-Karriere, in der er unter Trainern wie „Ede“ Geyer, Norbert Meyer oder Jeff Saibene (für den FC St. Gallen) auflief, wurde der Ex-Dynamo selbst zum Coach. Zunächst verdiente er sich beim FC St. Gallen seine Sporen, wechselte 2017 zum Fußballverband Liechtensteins und kümmerte sich um die Nachwuchsarbeit. Zuletzt war er als Coach für die U21 zuständig, nun also übernimmt er das A-Team Liechtensteins und darf sich auf ein Wiedersehen mit Deutschland freuen.

Die Spiele gegen die Bundesrepublik bezeichnet der ehemalige Dresdner auf der Verbandshomepage als „Riesen-Highlight“ und will sich mit Liechtenstein in der Quali-Gruppe nicht kampflos geschlagen geben. Stattdessen ist Stocklasa überzeugt „mit einer guten Mannschaftsleistung gegen den einen oder anderen Gegner unsere Chancen suchen“ zu können. Neben Deutschland trifft Liechtenstein in der WM-Quali auf Rumänien, Island, Armenien und Nordmazedonien.