Dynamo Dresden: Was wurde aus den Abgängen 2020?

Das machen Kreuzer, Ebert & Co. heute

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Sonntag, 08.11.2020 | 07:30
Niklas Kreuzer im SGD-Dress.

Sechs Jahre gab Niklas Kreuzer alles für Dynamo, im Sommer trennten sich die Wege. ©imago images/Dennis Hetzschold

Ein Abstieg führt fast unweigerlich zu einem Umbruch, Dynamo Dresden machte dabei keine halben Sachen: Zwei komplette Mannschaften, also 22 Spieler, laufen nach dem Absturz in die 3. Liga nicht mehr für die SGD auf. Wir haben uns umgeschaut, wie es für die Ex-Dynamos heute läuft.

Jannis Nikolaou
Mit dem Wechsel zu Eintracht Braunschweig gelang dem Defensiv-Allrounder der Klassenerhalt, beim Aufsteiger in Liga zwei ist er gesetzt. Verpasste noch keine Minute, an den ersten zwei Spieltagen im defensiven Mittelfeld, vertraut ihm Trainer Daniel Meyer seitdem in der Dreierkette. Mit vier Punkten aus den letzten beiden Spielen konnte sich die Eintracht zudem im Kampf um den Klassenerhalt etwas freischwimmen.

Jannik Müller
Nach sechs Jahren Dresden wechselte der Verteidiger erstmals in seiner Karriere ins Ausland und schloss sich Dunajska Streda in der Slowakei an. Dort ist der 26-Jährige unumstrittene Stammkraft unter dem ebenfalls deutschen Trainer Bernd Storck und auf Titelkurs: Streda führt die Tabelle vor Slovan Bratislava an.

Niklas Kreuzer
Auch von ihm wird Geduld verlangt. Nach 160 Pflichtspielen in sechs Jahren SGD wurde sein ursprünglich bis 2022 gültiger Kontrakt durch den Abstieg ungültig, einen neuen Klub hat der 27-Jährige noch nicht gefunden.

Osman Atilgan
Die vergangene Hinrunde bei Hansa Rostock brachte nicht die erhofften Einsatzzeiten, im Sommer ging es für den Flügelstürmer nach Münster. Mit den Preußen spielt er um die Rückkehr in die 3. Liga und kann mit vier Einsätzen – alle in der Startelf – bereits jetzt mehr Spielzeit vorweisen als in der kompletten Saison 2019/20.

Brian Hamalainen
Nach Stationen in Belgien und Dresden zog es den Dänen im Sommer zurück in die Heimat. Bei seinem Jugendklub Lyngby, wo er einst den Sprung zu den Profis schaffte, ist der LInksverteidiger gesetzt. Wirklich rund läuft es aber nicht: Mit erst zwei Punkten aus sieben Partien und bereits 17 Gegentoren belegt der Klub den letzten Tabellenplatz.

Simon Makienok
Auf St. Pauli ersetzte der großgewachsene Däne den ebenso großgewachsenen Henk Veermann. Seit dem dritten Spieltag stand der Angreifer immer in der Startelf der „Kiezkicker“, am vergangenen Wochenende platzte auch der Torknoten: Einen Treffer und eine Vorlage steuerte er zum 2:2 im Derby gegen den HSV bei.

Linus Wahlqvist
Wie Hamalainen zog es auch den Schweden zurück zu seinem Ausbildungsklub, nach zwei Jahren Dresden läuft er wieder für Norrköping auf. Dort ist der Rechtsverteidiger erneut gesetzt und befindet sich zwar in der oberen Tabellenhälfte, der Rückstand auf Spitzenklub und Tabellenführer Malmö ist aber bereits gewaltig.

Florian Ballas
Bei Erzgebirge Aue legt Trainer Dirk Schuster besonderen Wert auf die Defensive, dort ist Ballas im fitten Zustand immer ein Kandidat für die Startelf. Hätte ihm ein grippaler Infekt keinen Strich durch die Rechnung gemacht, würden wohl mehr als die bislang absolvierten fünf Spiele in seiner Bilanz stehen. An die überragende Vorsaison kann Aue bislang jedoch auch mit Ballas noch nicht anknüpfen.

Patrick Ebert jubelt.

Patrick Ebert hat im Ausland einen neuen Arbeitgeber gefunden. ©imago images/Hentschel

Tim Boss
An Kevin Broll war im SGD-Kasten kein Vorbeikommen, daher entschied sich Boss für einen Wechsel nach Wehen Wiesbaden. Beim Liga-Konkurrenten von Dynamo setzte er sich gegen den mittlerweile abgewanderten Lukas Watkowiak durch und ist die klare Nummer Eins, steht in der Tabelle allerdings mit seinem neuen hinter dem alten Klub.

Rene Klingenburg
In schwarz und gelb konnte der Mittelfeldspieler nicht an die Torgefahr anknüpfen, die ihn im Vorjahr als Spieler von Preußen Münster auszeichnete. Klingenburg war einer von vielen prominenten Neuzugängen bei Viktoria Köln, an der „Schäl Sick“ gelang damit aber trotz dessen noch nicht der erhoffte Sprung in die Spitzengruppe von Liga drei. In fünf Einsätzen – alle in der Startelf – noch ohne Torbeteiligung.

Vasil Kusej
Der 20-Jährige wurde erneut verliehen, nach einem Jahr bei Wacker Innsbruck verbringt er die Saison 2020/21 bei seinem Jugendklub Usti nad Labem in Tschechien. Anfang Oktober platzte im sechsten Startelfeinsatz der Knoten und Kusej konnte seinen ersten Treffer im Profi-Bereich bejubeln.

Alexander Jeremejeff
Verwirrung herrschte kurz um den Angreifer, Twente Enschede verkündete bereits eine Leihe, die Dynamo im Sommer erst nicht bestätigen wollte. Später klappte es dann doch, beim Klub aus der Eredivisie wurde Jeremejeff an den ersten sieben Spieltagen aber nur vier Mal eingewechselt. Gegen Groningen am 3. Spieltag gelang ihm mit dem Tor zum 3:1-Endstand immerhin sein erster Treffer.

Matthäus Taferner
Auf die Leihe nach Innsbruck in der Rückrunde folgte im Sommer die endgültige Rückkehr in die Heimat. Beim Wolfsberger AC ist der U21-Nationalspielers Österreich in der Bundesliga gesetzt, auch in der Europa League gegen klangvolle Namen wie ZSKA Moskau, PSV Eindhoven und Dinamo Zagreb beorderte ihn Trainer Ferdinand Feldhofer ausnahmslos in seine Startelf.

Sascha Horvath
Der nächste Österreicher, der in die Alpenrepublik zurückkehrte: Horvath schloss sich dem TSV Hartberg an. Dort stand er nach dem Wechsel Anfang Oktober zwei Mal in der Startelf, kämpft mit dem Klub aber darum, die untere Tabellenhälfte zu verlassen und damit am Saisonende die Teilnahme an der Abstiegsrunde zu vermeiden.

Patrick Ebert
In Russland und Spanien war der einstige Bundesliga-Spieler bereits aktiv, nach kurzer Vereinslosigkeit fügte er seiner Vita mit der Vertragsunterzeichnung bei AO Xanthi auch Griechenland hinzu. Bis zu seinem Debüt muss er sich allerdings noch gedulden, der Start der 2. griechischen Liga wurde vorerst verschoben.

Dzenis Burnic gegen Sandhausen.

Der Verbleib in Liga zwei lief für Dzenis Burnic (v.) bisher nicht nach Plan. ©imago images/Steffen Kuttner

Baris Atik
Nach dem Abstieg trennten sich die Wege von Dynamo Dresden und dem 25-Jährigen. Einen neuen Klub hat der Mittelfeldspieler bislang nicht präsentieren können.

Dzenis Burnic
Weiterhin in Liga zwei unterwegs, läuft es für den im Nachwuchs des BVB ausgebildeten Mittelfeldstrategen in Heidenheim noch nicht. Im Pokal nur auf der Bank, stand er in der Liga noch nicht im Kader. Mit einem Muskelbündelriss machte ihm allerdings auch eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung.

Patrick Schmidt
Mit einem Treffer beim Liga-Auftakt meldete er sich gebührend bei Stammklub Heidenheim zurück, dann lief es aber zunehmend unrund. Nach drei weiteren Startelf-Einsätzen, ohne Tor und mit nur einem Punkt für den FCH, spielte er an den letzten beiden Spieltagen keine Minute. Da es bei seinen Mitspielern besser läuft, wie das 4:1 über Würzburg am Freitag bewies, wird sich der Angreifer im Training wieder aufdrängen müssen.

Marco Terrazino
Ohne Perspektive in Freiburg, löste der Offensiv-Allrounder seinen Vertrag im Breisgau kurz vor Ende der Transferphase auf. Das nutzte der SC Paderborn, der zuschlug. Beim Bundesliga-Absteiger wurde er zuletzt drei Mal eingewechselt und schoss seinen neuen Klub am vergangenen Wochenende mit dem Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 auf die Siegerstraße gegen Regensburg.

Josef Husbauer
Zypern statt Elbe hieß es für die Leihgabe aus Prag im Sommer. der 30-Jährige heuerte bei Anorthosis Famagusta an. Mit seinem neuen Klub befindet er sich mitten im Titelkampf und trägt hierzu als Stammkraft im zentralen Mittelfeld bei.

Godsway Donyoh
Ghana, England, Schweden, Dänemark und Deutschland: Der 26-Jährige hat schon einiges gesehen, mit dem Wechsel von Nordsjaelland zu Maccabi Haifa kommt mittlerweile auch Israel hinzu. Beim Spitzenklub läuft es für ihn persönlich allerdings noch nicht, er wartet noch auf seinen ersten Einsatz.

Ondrej Petrak
Die Nürnberger Leihe schloss sich Slovan Bratislava an. Während der Klub um die Meisterschaft in der Slowakei mitspielt, muss sich der 28-Jährige mit der Rolle des Zuschauers anfreunden: Verletzungsbedingt kam er seit Ende August nicht mehr zum Einsatz.

Wer wurde bei Deinem Klub verabschiedet? Hier geht’s zu den bisher erschienen Abgängen 2020.