FCK: Verwirrung um Ciftci

U23-Regel im Fokus

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Mittwoch, 07.10.2020 | 08:29
Hikmet Ciftci gegen Türkgücü

Hikmet Cifti wechselte im Januar nach Kaiserslautern. ©imago images/foto2press

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt konnte der FCK am Montag bekanntlich den ersten Punkt einfahren. Beim 2:2 gegen Wehen Wiesbaden zeigten die Pfälzer Moral und kämpften sich nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand noch zurück. Mann des Abends war der kurz zuvor eingewechselte Hikmet Ciftci, der den Ausgleich erzielte.

Dessen Einwechslung könnte nun den DFB auf den Plan rufen, wie die Bild (Ausgabe vom 07.10.2020) berichtet. So sollen die Gastgeber den Spielberichtsbogen vor der Partie nicht freigegeben haben, da auf diesem Ciftci als türkischer Nationalspieler bezeichnet wurde.

Statuten des DFB sind klar

Der Hintergrund: Die Statuten sehen vor, dass im Spieltagskader jeder Mannschaft mindestens vier Akteure stehen, welche unter die U23-Regel fallen und für eine deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt sind. Beim FCK waren das bei der Reise in den Taunus Matheo Raab, Jonas Scholz, Mohamed Morabet – und eben Hikmet Ciftci.

Geboren in Neuss, ist der 22-Jährige neben der deutschen auch im Besitz der türkischen Staatsbürgerschaft. Für die A-Nationalmannschaft der Türkei lief der 22-Jährige allerdings nie auf, lediglich Einsätze in der U21 und der U19 für das Heimatland seiner Eltern stehen in seiner Vita. Somit ist der Linksfuß auch weiterhin für die deutsche A-Nationalmannschaft spielberechtigt.

Keine drei Punkte für den SVWW

Für die oben genannten Statuten des DFB zählt Ciftci somit nicht als türkischer Nationalspieler, ein möglicher Einspruch gegen die Wertung der Partie scheint daher keine Aussicht auf Erfolg zu haben. Dieser Einspruch würde ohnehin nicht dazu führen, dass die drei Punkte an Wehen Wiesbaden gehen: Das Spiel würde zwar mit 2:0 zu Gunsten der Gastgeber gewertet werden und der FCK würde seinen Punkt verlieren, es würde aber weiterhin bei einem Punkt für Wehen Wiesbaden bleiben.

Das mag im ersten Moment widersprüchlich sein, wird aber in § 12b der Spielordnung der 3. Liga so ausgeführt: „Für den gegnerischen Verein bleibt mit Ausnahme der Spiele um den Vereinspokal des DFB auf DFB-Ebene die Spielwertung unberührt.“