FSV Zwickau: Ärger um Ziegner

Trainer mit sofortiger Wirkung freigestellt

Diener zweier Herren? Zwickaus Trainer Torsten Ziegner

In der Kritik: Torsten Ziegner wurde am Mittwoch von seinen Aufgaben freigestellt. ©Imago

UPDATE: Der FSV Zwickau hat mit sofortiger Wirkung Torsten Ziegner beurlaubt. Der Verein begründete die Entscheidung wie folgt: „Wir haben durchaus Verständnis, dass unser Chefcoach mit dem anstehenden Wechsel zu seinem neuen Arbeitgeber bereits heute Pflichten erfüllen will und muss, die der Vorbereitung seines neuen Jobs ab 01.07.2018 dienen.

Dieses Verständnis endet jedoch, wenn dadurch der FSV Zwickau e.V. benachteiligt werden könnte, bzw. die Werte unseres Vereines in Gefahr geraten. Wir bedauern die Entwicklung, sehen uns aber zum Schutz des Vereins gezwungen, Torsten Ziegner ab sofort bis zum 30.06.2018 von seinen arbeitsvertraglichen Pflichten freizustellen.“

Der ursprüngliche Artikel:
Trainer Torsten Ziegner droht beim FSV Zwickau schon vor seinem feststehenden Wechsel am Saisonende zum Ligarivalen Hallescher FC das Aus. Die Führung der Schwäne ist über illoyal erscheinende Aussagen des Coaches im Zusammenhang mit möglichen Transfers von derzeitigen FSV-Spielern zu Ziegners künftigem Verein sehr verärgert.

Diese Aussage geht nicht und ist so auch nicht zu akzeptieren. (FSV-Sportchef David Wagner)

Ziegner hatte zuletzt Halles Interesse an der Verpflichtung von Zwickaus Mittelfeldspielern Bentley Baxter Bahn und Jan Washausen bestätigt und dabei von „Wir“ gesprochen. „Diese Aussage geht nicht und ist so auch nicht zu akzeptieren“, kommentierte FSV-Sportvorstand David Wagner den Lapsus seines Trainers.

Nach Informationen der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 25.04.2018) ist das Thema für die Vorstandssitzung am Mittwoch auf die Agenda gesetzt worden. Eine vorzeitige Trennung von Ziegner erscheint demnach trotz einer angeblich bereits erfolgten Entschuldigung nicht ausgeschlossen.

Spagat seit Ende März

Ziegner hatte Ende Februar nach sechs Jahren seinen Abschied aus Zwickau zum Ende seines auslaufenden Vertrages im Sommer verkündet und einen Monat später ab der neuen Saison beim Ligarivalen Hallescher FC angeheuert. Der Ex-Profi hatte seitdem stets beteuert, sich bis zu seinem letzten Arbeitstag 100-prozentig für den FSV zu engagieren.

Allerdings war in den vergangenen Wochen bereits Ziegners Einfluss auf Halles Personalplanungen deutlich geworden. Der neue HFC-Sportchef Ralf Heskamp bestätigte schon mehrfach, sich bei Entscheidungen über Vertragsverlängerungen und der Suche nach Verstärkungen mit Ziegner abzustimmen. Zwickau geriet in der Zwischenzeit in eine Negativserie und ist seit acht Spielen sieglos.

Ein Rauswurf in Zwickau noch vor den letzten drei Saisonspielen wäre für Ziegner ein unerwartet bitteres Ende seiner Tätigkeit. Nachdem der Coach mit den Westsachsen vor zwei Jahren den Drittliga-Aufstieg und danach zweimal den Klassenerhalt geschafft hat, wollte Wagner den ehemaligen FSV-Spieler auch gerne länger an den Verein binden. Doch Ziegner reichten die Perspektiven beim FSV nicht aus.

Durch eine Beurlaubung Ziegners könnte Joe Enochs früher als geplant auf der Zwickauer Bank Platz nehmen können. Der frühere Trainer des FSV-Ligakonkurrenten VfL Osnabrück wurde nur wenige Tage nach Ziegners Abschiedsentscheidung als künftiger Coach unter Vertrag genommen.

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