FSV Zwickau: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Fabio Viteritti im Testspiel gegen Bayern Hof.

Fabio Viteritti soll dem Zwickauer Mittelfeld mehr Tiefe verleihen. ©imago images/Picture Point

Auch wenn die vergangene Saison des FSV Zwickau einigen Schwankungen unterlag, hielten die „Schwäne“ schlussendlich doch souverän die Klasse. Platz sieben stand in der Endabrechnung zu Buche, eine Platzierung, die man in Zwickau wohl ohne zu Zögern erneut nehmen würde.

Doch hat der Kader 2019/20 das Potential dafür? Im Teamcheck nehmen wir den FSV unter die Lupe, schauen auf die Transfers und geben eine Prognose ab, wo die Saison hinführen könnte.

Kader & Transfers

In der Abwehr und dem Angriff blieb in diesem Sommer kaum ein Stein auf dem anderen. Mit Nico Antonitsch, Bryan Gaul, Nico Beyer und Toni Wachsmuth gingen alle gelernten Innenverteidiger. Vor allem der Abschied von Kapitän, Leitwolf und Identifikationsfigur Wachsmuth hinterlässt eine Lücke.

Der 32-Jährige beendete seine Karriere und leitet fortan als Sportdirektor die Geschicke Zwickaus. Als seinen Nachfolger verpflichtete er Christopher Handke aus Magdeburg. Der erfahrene Verteidiger (102 Drittliga-Partien) soll die junge Abwehr anführen, in der neben ihm nur René Lange älter als 25 Jahre ist.

Einziger Neuzugang im Mittelfeld ist Fabio Viteritti, der nach dem Abstieg mit Cottbus der Liga erhalten bleibt. In der Lausitz bewies der 26-Jährige mit sechs Treffern, dass er für Torgefahr aus der Tiefe sorgen kann, was Zwickau dringend benötigt.

Denn im Sturmzentrum blieb nach den Abgängen von Lion Lauberbach (Kiel) und Tarsis Bonga (Chemnitz) nur Ronny König. Der mit elf Saisontoren treffsicherste FSV-Akteur der Vorsaison wird künftig von Elias Huth und Gerrit Wegkamp unterstützt.

Die aktuelle Form

Fünf Testspiele absolvierte der FSV bislang in Vorbereitung auf die neue Saison und traf dabei ausschließlich auf unterklassige Gegner, mit denen er keinerlei nennenswerte Mühe hatte. So wurden fünf Mal teils deutliche Kantersiege eingefahren, unter anderem ein 23:0 gegen Röhrsdorf.

Als Standortbestimmungen taugen diese Partien aber nur bedingt. Größere Aussagekraft haben da schon die beiden noch ausstehenden Testspiele gegen die beiden Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt (10.07.) und Lok Leipzig (13.07.).

Joe Enochs macht im Training Ansagen.

Seit einem Jahr auf dem Trainerstuhl in Zwickau: Joe Enochs. ©imago images/Picture Point

Stärken & Schwächen

In der Vorsaison zeigten die „Schwäne“ zu Hause und in der Fremde völlig unterschiedliche Gesichter. Während 35 Punkte vor den eigenen Fans Zwickau zur zweitbesten Heimmannschaft der Liga machten, stellte man mit 17 Punkten die zweitschwächste Auswärtself.

Entscheidend wird sein, wie die Mannschaft den Wegfall von Wachsmuth verkraftet. Nicht nur als Anführer, sondern auch als Torschütze (zehn Saisontreffer) hinterlässt der jetzige Sportdirektor eine Lücke, die es zu füllen gilt.

Handke ist diese Aufgabe zwar zuzutrauen, der 30-Jährige lief vergangene Saison aber nur in acht Pflichtspielen auf, letztmals Ende November. Ob er gleich den Rhythmus findet, bleibt abzuwarten.

Der Trainer

Joe Enochs hat bewiesen, dass er auch außerhalb von Osnabrück funktioniert. Nach zwölf Jahren als Spieler und rund neun weiteren in verschiedenen Funktionen beim VfL hat der US-Amerikaner dem FSV ein funktionierendes System verpasst. Im 4-4-2 legt er großen Wert auf die Defensive, in der er nun allerdings einige Korsettstangen ersetzen muss.

Für einen Hang zum Risiko ist Enochs nicht bekannt, dementsprechend mager fiel die Torausbeute aus. 49 Mal traf der FSV im Vorjahr, nur drei andere Teams aus der oberen Tabellenhälfte waren noch harmloser. Sollte sich die Defensive nicht zum Ligastart bereits gefunden haben, könnte das zum Problem werden.

Fazit & Prognose

Selten war der Abgang eines Spielers so schmerzhaft für eine Mannschaft wie das Karriereende von Wachsmuth. Der FSV muss diesen im Kollektiv auffangen und den Druck auf mehrere Schultern verteilen. Gleiches gilt in der Sturmspitze, wo Routinier Ronny König entlastet werden sollte. Findet sich die Mannschaft schnell und kann an die defensive Kompaktheit der Vorsaison anknüpfen, dürften die „Schwäne“erneut die Klasse halten. Mehr als das hintere Mittelfeld scheint aber nur im absoluten Idealfall möglich zu sein.

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