HFC legt Protest ein

Beging der Schiedsrichter einen Regelfehler?

Sebastian Mai und Torsten Ziegner diskutieren mit dem Schiedsrichter-Assistenten

Auf dem Feld konnte die Verwirrung nicht aufgelöst werden. ©Imago images/VIADATA

Update 15:15 Uhr:
Der Hallesche FC hat schriftlich beim DFB gegen die Wertung der Partie gegen Preußen Münster Einspruch eingelegt. Dabei bezieht sich der Klub laut Mitteilung auf Paragraf 17 Ziffer 2 c) der Rechts-und Verfahrensordnung des DFB. „Wir sind es unserer Mannschaft und allen Fans des Halleschen FC schuldig, nach der offensichtlichen Benachteiligung vor dem Ausgleichstreffer zum Endstand nichts unversucht zu lassen“, sagte Sportdirektor Ralf Heskamp.

Der ursprüngliche Artikel:
Nachdem schon nach der Partie der HFC mit dem kuriosen Wechsel haderte, der vor dem Ausgleich von Preußen Münster für Verwirrung gesorgt hatte, erwägt der Verein nun einen Protest gegen die Spielwertung.

„Wir halten uns die Option noch offen, wollen aber erst einen juristischen Rat einholen. Eine solche Situation hat es im Fußball noch nicht gegeben.“, sagte Sportdirektor Ralf Heskamp in der „Bild“ (Ausgabe vom 23.09.2019) zum Thema.

Was sagen die Regeln?

Ein möglicher Protest würde sich einmal auf den Umstand beziehen, dass Schiedsrichter Michael Bacher Pascal Sohm laut Aussage des Spielers angewiesen haben soll, das Feld zu verlassen, obwohl eigentlich Terrence Boyd gehen sollte. Zum anderen Pfiff er die Partie wieder an, bevor der einzuwechselnde Jan Washausen auf dem Feld war.

Im vom DFB auf seiner eigenen Homepage veröffentlichen Regelwerk gibt es zum Thema Auswechslung auf Seite 20/21 drei Punkte, die für den Fall relevant sein könnten. Zum einen heißt es: „Der Spieler, der ausgewechselt wird, muss vom Schiedsrichter die Erlaubnis zum Verlassen des Spielfeldes erhalten…“ Zwischen „Erlaubnis“ und „Aufforderung“, wie Pascal Sohm sie beschrieb, liegt ein großer Unterschied. 

Weiter heißt es zum einzuwechselnden Spieler: „Ein Auswechselspieler betritt das Spielfeld ausschließlich während einer Spielunterbrechung.“ Washausen aber kam auf  das Feld, als die Partie schon nicht mehr unterbrochen war. 

Dass nach dem Tor Boyd im Spiel bleiben musst und Sohm nicht zurückkehren durfte, ist durch das Regelwerk hingegen abgedeckt. „Die Auswechslung ist Vollzogen, wenn der Auswechselspieler das Feld betritt.“ Als Washausen also in die Partie kam, gab es tatsächlich kein zurück mehr.

Die Problematik verursacht hatte die Wechseltafel mit den Rückennummern der Spieler. Genau zu dieser gibt es in den Regeln aber keine Erwähnung. Sie sind ein reines Hilfsmittel, haben regeltechnisch aber offensichtlich keine Relevanz.

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