Viktoria Köln: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Mike Wunderlich und Tobias Willers von Viktoria Köln

Führungsfiguren bei Viktoria: Mike Wunderlich (l.) und Tobias Willers waren Stützen des Aufstiegsteams. ©Imago images/Dünhölter SportPresseFoto

Nach Jahren in der Spitzengruppe der Regionalliga West und einer verlorenen Relegation hat es Viktoria Köln in diesem Jahr endlich geschafft und ist in die 3. Liga aufgestiegen. Mit reichlich neuen Spielern und einem Trainer mit viel Drittligaerfahrung will sich der Klub von der „Schäl Sick“ jetzt in der neuen Spielklasse etablieren.

Der Liga-Drei.de Teamcheck verrät, was Ihr vom Aufsteiger erwarten könnt, wie der Kader aufgestellt ist und wo mögliche Stärken und Schwächen zu finden sind.

Kader & Transfers

Die Transferbemühungen der Rheinländer sind noch nicht abgeschlossen. Bislang wurde der Kader hauptsächlich in der Abwehr verändert. Linksverteidiger Fabian Baumgärtel ging ebenso wie die Innenverteidiger Stefano Maier und Daniel Reiche.

Im Abwehrzentrum ist einzig Dauerbrenner Tobias Willers übrig geblieben. Dafür kamen mit Fabian Holthaus sowie den beiden Fortuna-Spielern Moritz Fritz und Bernard Kyere gestandene Drittligaspieler als Ersatz.

Im defensiven Mittelfeld ist ein Abgang von Sebastian Wimmer im Prinzip beschlossene Sache, vom VfR Aalen kam Mart Ristl als neuer Mann vor der Abwehr. Der 22-jährige Hamza Saghiri war in der letzten Saison als zweiter Sechser gesetzt, bekommt aber nun Konkurrenz durch André Dej. 

Die Torgefahr kommt vor allem von den beiden Routiniers Mike Wunderlich (10 Tore) und  Albert Bunjaku (11 Tore). Sie müssen mit ihren 33 bzw. 35 Jahren das Heft in die Hand nehmen.

Ein Auge haben sollte man auf Suheyel Najar. Der Flügelspieler ist unglaublich schnell und trickreich, ihm fehlt allerdings noch taktischer Schliff und ein wenig Physis.

Die aktuelle Form

Viktoria hat sich ein durchaus beachtliches Testspiel-Programm ausgesucht. Nach dem mühelos, aber auch ohne Glanz mit 4:1 geschlagenen Landesligisten Germania Windeck kam mit Lok Leipzig gleich ein Prüfstein. Mit 5:0 war ließ man dem Regionalligisten keine Chance.

Es folgen noch zwei Regionalligisten mit dem Bonner SC und der U23 von Schalke 04 sowie die beiden ausländischen Erstligisten AS Eupen (Belgien) und Heracles Almelo (Niederlande).

Pavel Dotchev ist Trainer bei Viktoria Köln

Pavel Dotchev kennt die 3. Liga wie seine Westentasche. ©Imago images

Stärken & Schwächen

Lange sah es nach einem souveränen Aufstieg der Viktoria aus, letzten Endes musste noch gezittert werden. Punktverluste gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller wie der U23 des 1. FC Köln, Straelen oder Wattenscheid zeigten deutlich die Schwächen der Viktoria auf.

Die Offensive glänzt selten. Oft wurde 1:0, 2:0 oder 2:1 gewonnen, Ausreißer nach oben gab es kaum. Gegen tief gestaffelte Teams, die hauptsächlich konterten, gab es dann Probleme. Wird das Spiel schnell gemacht, bekommen die Kölner Schwierigkeiten. Nicht umsonst wurden zwei schnellere und jüngere Innenverteidiger geholt.

Viktoria kontrolliert gerne das Spiel und wartet auf seine Chance, unter Pavel Dotchev dürfte sich daran nicht viel ändern. Mike Wunderlich ist oft mit ruhenden Bällen zur Stelle, in dieser Hinsicht wird Viktoria durch André Dej nochmal stärker zu erwarten sein.

Albert Bunjaku ist mit langjähriger Profierfahrung in den oberen Ligen der Anspielpunkt im Sturmzentrum. Der zweite Angreifer Sven Kreyer hat dagegen praktisch gar keine Erfahrung oberhalb der Regionalliga.

Der Trainer

Pavel Dotchev kennt die 3. Liga wie kein anderer. Paderborn, Sandhausen, Münster, Aue und Rostock lauteten die Stationen des Bulgaren in dieser Spieklasse. Aufstiege feierte er mit Paderborn und dem FC Erzgebirge, in Rostock scheiterte er trotz großer Ambitionen an diesem Ziel.

Der 53-Jährige ist bei Spielern wie Fans überall beliebt, kann sehr gut mit Menschen umgehen. Seine Spielweise beruht auf einer geordneten Defensive, er geht wenig Risiko. Damit hat der Trainerfuchs meist Erfolg, seine Teams spielten in der 3. Liga fast immer oben mit. Abstiegskampf kennt er praktisch nur aus der 2. Bundesliga.

Fazit & Prognose

Klassenerhalt ist das erklärte Ziel der Viktoria. Damit könnte es aber eng werden, denn die Leistungsträger Wunderlich und Bunjaku sind schon in gehobenem Alter, es fehlt an schnellen Spielern. Wir schätzen, der Aufsteiger wird es sehr schwer kriegen.

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