Waldhof Mannheim: Kein Halten auf heimischem Geläuf

22 Jubelschreie in sieben Heimspielen

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Samstag, 05.12.2020 | 16:18
Dominik Martinovic am Ball für den SV Waldhof Mannheim

Dominik Martinovic war gegen Saarbrücken doppelt erfolgreich. ©Imago images/foto2press

18 Mal setzte der SV Waldhof Mannheim vor dem laufenden Spieltag im eigenen Stadion zum Jubel an. Bei sechs Heimspielen bedeutete das einen Schnitt von exakt drei Toren pro Partie – und diesen übertraf der SVW gegen Saarbrücken sogar noch.

Doch der Reihe nach: Ab der 15. Spielminute musste Waldhof Mannheim im Derby einem Rückstand hinterherlaufen, ein Szenario, das der zweitbesten Mannschaft der ersten Halbzeit im bisherigen Saisonverlauf eher nicht lag. Diesmal kam der SVW jedoch durch die Tore von Marcel Costly, Joseph Boyamba und Dominik Martinovic zurück.

Martinovic erzielte einen Doppelpack, es war der erste für ihn im Herren-Bereich. Zuletzt zwei Treffer in einem Spiel erzielte er in der Saison 2015/16 für die U19 des FC Bayern München. In der gleichen Saison übrigens, gelang Martinovic ein Viererpack. Der Gegner war – und damit schließt sich ein kleiner Kreis – ausgerechnet die U19 des 1. FC Saarbrücken.

Steigerung nach dem Pausentee

Nicht nur Martinovic allerdings zeigt sich in Form, vielmehr kann SVW-Coach Patrick Glöckner auf eine Vielzahl von Angriffs-Optionen bauen. So saß beispielsweise gegen Saarbrücken ein Rafael Garcia nur auf der Bank, der seine Qualität in der laufenden Saison bereits nachwies.

Wohin aber kann die Mannheimer Offensivstärke noch führen? Häufig fehlt noch die Balance, bei 14 Gegentoren hat der SVW nämlich nicht nur die beste Heim-Offensive, sondern auch die zweitanfälligste Heim-Defensive. Eine Steigerung war gegen Saarbrücken hinsichtlich zu erkennen, was die Leistung in der zweiten Halbzeit angeht.

Speziell direkt nach dem Pausentee war Waldhof Mannheim bisher anfällig, was ein Torverhältnis von 0:4 zeigte. Gegen Saarbrücken allerdings schlugen die Buwe in eben jenem Zeitraum zwischen der 45. und der 60. Minute zweimal zu.

Dem SCP auf den Fersen

Inklusive der vier Tore gegen Saarbrücken stehen beim SV Waldhof Mannheim nun 22 Heimtore zu Buche – mehr (23) hatte in der eingleisigen dritten Liga nach sieben Spielen nur die Ausnahme-Offensive des SC Paderborn in der Saison 2017/18.

Die Herausforderung besteht nun sicherlich darin, die Offensivkraft auch auswärts auf den Platz zu bringen. Gegen Meppen und 1860 München stehen zwei Auswärtspartien in Folge an und bisher zeigte der SVW bei erst drei erzielten Treffern auf fremdem Geläuf ein komplett anderes, wenn angesichts von nur einer Niederlage in fünf Partien nicht unerfolgreiches Gesicht.

Beim Nachholspiel in Meppen am Dienstag könnte sich dieser Minimalismus auszahlen. In der letzten Saison jedenfalls gab es in zwei Duellen mit dem SVM nur einen einzigen Treffer, Mannheim holte damit vier Punkte.