Waldhof Mannheim: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Der SV Waldhof Mannheim dreht seine Runden

Seit dem 17. Juni bereitet sich der Waldhof auf die kommende Saison vor – was ist von ihm zu erwarten? ©Imago images/foto2press

Was lange währt, wird endlich gut: Nach mehreren gescheiterten Anläufen schaffte Waldhof Mannheim im Sommer den Aufstieg in die dritte Liga. Mit 88 Punkten in der Regionalliga Südwest war kein anderer Viertliga-Meister so stark unterwegs wie die Quadratestädter.

In der dritten Liga will sich der Traditionsverein nicht verstecken, für Präsident Bernd Beetz ist ein einstelliger Tabellenplatz das Ziel. Ob das für Mannheim im Bereich des Möglichen ist, haben wir uns im Teamcheck genauer angeschaut.

Kader & Transfers

Mit Marco Meyerhöfer (Greuther Fürth) und Jannik Sommer (FC Homburg) verließen nur zwei Stammkräfte den Waldhof. Speziell Meyerhöfer, der in der vergangenen Saison 32 von 34 möglichen Partien bestritt, wird allerdings schwer zu ersetzen sein. Mit Jan-Hendrik Marx kommt zwar ein vielversprechender Rechtsverteidiger aus Offenbach, der sich allerdings zunächst erst an die dritte Liga gewöhnen muss.

Generell verfuhr Mannheim bis jetzt auf dem Transfermarkt nach dem Motto: Klasse statt Masse. Aus Sandhausen kommt mit Mohamed Gouaida ein offensiver Mittelfeldspieler mit 20 Spielen Zweitliga-Erfahrung. Der junge Benedict dos Santos, der sich von Stuttgart II anschloss, ist ein Balljäger und macht als Alternative zu den Stammkräften der vergangenen Saison wie Timo Kern oder Marco Schuster Sinn.

Kern und Schuster sind nur zwei von mehreren Leistungsträgern, die der Waldhof halten konnte. Auf Maurice Deville wird dabei genauso zu achten sein, wie auf Mittelstürmer Valmir Sulejmani, der mit dem erfahrenen Kevin Koffi noch einen Stürmer an die Seite bekommt, der in der letzten Saison mit 19 Treffern in der Regionalliga Südwest Torschützenkönig wurde.

Bernhard Trares dirigiert seine Mannschaft

Beackert engagiert die Coaching-Zone: SVW-Trainer Bernhard Trares. ©Imago images/foto2press

Die aktuelle Form

Mi 29:0 tankte die Elf von Trainer Bernhard Trares gegen Harmonia Waldhof im ersten Testspiel gehörig Selbstvertrauen. Neuzugang Kevin Koffi trug sich dabei gleich siebenmal in die Torschützenliste ein. Dem folgte ein 3:1-Sieg über Regionalligist Pirmasens sowie ein 8:0-Erfolg gegen die SG Einhausen.

Generell bestreitet der Waldhof in der Vorbereitung fast ausschließlich Testspiele gegen unterklassige Gegner, die Ergebnisse sind im Hinblick auf die Form daher nur bedingt aussagekräftig. Zur Generalprobe kommt es am 13. Juli gegen den SSV Ulm.

Stärken & Schwächen

Ein Aufsteiger hat gemeinhin die Schwäche der fehlenden Erfahrung auszugleichen – was bei Waldhof Mannheim nicht der Fall ist. Mehrere Spieler standen bereits in den Profiligen auf dem Feld, Stürmer Valmir Sulejmani sammelte sogar zehn Bundesliga-Kurzeinsätze für Hannover 96. Abwehrchef Kevin Conrad kann seine Kollegen genau auf die Eigenheiten der dritten Liga vorbereiten: Er war bereits 118 Mal für den Chemnitzer FC in dieser Spielklasse aktiv.

Das Abwehrzentrum ist mit ihm und Marcel Seegert sehr gut besetzt. Generell ist von der ersten Reihe des SVW einiges zu erwarten. Sollte Mannheim mit Verletzungspech zu kämpfen haben, wird es nach aktuellem Stand allerdings an gleichwertigen Alternativen mangeln, gerade auf den offensiven Außenpositionen.

Der Trainer

Bernhard Trares kann auf viel Erfahrung als Profi, unter anderem bei 1860 München und Werder Bremen verweisen. Als Coach verdiente er sich zunächst als Co-Trainer seine Sporen, wo er seine längste Station bei Schalke 04 II hatte. Er kann mit jungen Spielern umgehen, zeigt aber auch vor erfahrenen Akteuren klare Kante.

In der Regionalliga bestimmte der Waldhof unter Trares oft das Geschehen, spielte attraktiven Offensivfußball und trat mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein auf. Ob der SVW in Liga drei die gleiche Herangehensweise wählt, oder abwartender und damit defensiver agiert, bleibt abzuwarten.

Fazit & Prognose

Präsident Beetz gab einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel aus: Das ist ambitioniert und möglich, wenn der Waldhof in einen Lauf kommt. Die offensive Spielweise Mannheims kann gegen erfahrene Drittliga-Teams allerdings auch nach hinten losgehen. Wir erwarten den Aufsteiger daher eher auf einem hinteren Mittelfeldplatz.

Wo landet Waldhof Mannheim? Jetzt bwin Bonus sichern und mit bis zu 100€ zusätzlich auf den SVW wetten!