Wie geht es wegen Corona weiter? Dafür stehen die Klubs

Saisonabbruch oder Verlängerung der Pause?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 16.03.2020 | 09:46

Manni Schwabl bei der SpVgg Unterhaching

Ruft zur Solidarität auf: Unterhaching-Präsident Manfred Schwabl. ©Imago Images/Eibner

Am heutigen Montag wird in einer Sondersitzung mit DFB-Vertretern, dem Drittliga-Ausschuss sowie Vereins-Repräsentanten entschieden, wie es mit dem Spielbetrieb in der dritten Liga weitergehen soll. Bisher ist nur noch der kommende, also der 29. Spieltag abgesagt, der unter der Woche hätte stattfinden sollen.

Dass allerdings die Partien ab dem 30. Spieltag ausgetragen werden, ist nahezu ausgeschlossen, haben alle Bundesländer mittlerweile Maßnahmen getroffen, Veranstaltungen generell zu unterbinden, um die Gesundheit der gesamten Bevölkerung zu schützen.

Geisterspiele hatte der DFB in der Vergangenheit aus Gründen der Wirtschaftlichkeit kategorisch ausgeschlossen, sodass aktuell nur zwei Möglichkeiten in Frage kommen.

Saisonabbruch

Waldhof Mannheim, Carl Zeiss Jena, der Hallesche FC sowie der FSV Zwickau plädieren dafür, die Saison sofort abzubrechen.

Der Vorstand des HFC stellt in einem Statement auf der Vereinshomepage klar: "Naive Träumereien von einer kurzen Unterbrechung der Meisterschaften von zwei Wochen und anschließender Rückkehr zur Normalität, sind unseres Erachtens nicht nachvollziehbar und verantwortungslos." Die Hallenser bemängeln zudem die Argumente hinsichtlich der wirtschaftlichen Interessen und machen ihren Standpunkt deutlich: "Wir sehen zum Abbruch der Saison in der 3. Liga keine Alternative."

Auch Waldhof Mannheims Geschäftsführer Markus Kompp fordert einen Saisonabbruch: "Die Gesundheit geht vor finanziellen Interessen", schreibt er auf Instagram. Außerdem würde ein Saisonabbruch "wichtige Managementscheidungen" möglich machen, womit Kompp vermutlich Kurzarbeit meint.

Auch der FSV Zwickau sowie Carl Zeiss Jena beschäftigen sich mit diesem Thema, zudem soll sich der FC Ingolstadt damit wohl auseinandersetzen.

Saison aussetzen und nachholen

Für eine Verlängerung der aktuellen Spielzeit plädierten in der vergangenen Woche vor allem der MSV Duisburg sowie der TSV 1860 München. Löwen-Geschäftsführer Günther Gorenzel appellierte dabei an die UEFA, die EM zu verschieben. Gestern meldete sich Gorenzel mit Geschäftsführer-Kollege Michael Scharold erneut zu Wort.

Dabei traten die beiden 1860-Verantwortlichen bestimmt auf. Sie hätten eine Agenda erarbeitet, wie sie sich das weitere Vorgehen vorstellen und die beim DFB präsentiert werden solle. "Wir werden damit unsere Interessen in aller Klarheit und Deutlichkeit vertreten", heißt es aus München-Giesing.

Im über 700 Kilometer entfernten Rostock positioniert sich Hansa-Vorstand Robert Marien klar für eine Verlängerung der Spielzeit. "Ein sofortiger Abbruch der Saison wäre fatal. Es wäre aus finanzieller und organisatorischer Sicht ein Desaster für alle Vereine", wird Marien in der Bild (Ausgabe vom 16.03.2020) zitiert.

Bedeckter halten sich da noch die weiteren Vereinsverantwortlichen in Liga drei. So ging etwa FCM-Vorstand Mario Kallnik noch bei der Verschiebung der Spieltage 28 und 29 davon aus, dass die Partien nachgeholt werden, was hieße, "uns erwarten natürlich weitere englische Wochen, dies trifft jedoch im Sinne der Wettbewerbsgleichheit alle Vereine", so Kallnik auf der Homepage des 1. FC Magdeburg.

Schwabl-Appell an alle Vereine

Wie die Entscheidung auch ausfällt: Sie müsse von allen Vereinen gleichermaßen unterstützt werden, sagt Unterhachings Präsident Manfred Schwabl. Er sieht in der derzeitigen Situation und der heutigen Sitzung beim DFB eine Bewährungsprobe für die 3. Liga

"Es wird sich zeigen, ob es im Fußball eine Solidarität gibt, ob Verlierer demokratische Beschlüsse mittragen, wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, nach denen es Gewinner und Verlierer geben wird", so Schwabl im Kicker (Ausgabe vom 16.03.2020). Haching Präsident appellierte außerdem, die "Vereinsbrille" in diesen Tagen abzusetzen.

Ob das bei der heutigen Sitzung der Fall ist, wird sich zeigen. Aufgrund der unterschiedlichen Meinungen ist ein harter Diskurs nicht unwahrscheinlich. Bereits bei der Absage der Spieltage 28 und 29 waren sich die Drittligisten teilweise uneinig. Ergebnisse werden am heutigen Montagabend erwartet.