1. FC Kaiserslautern: Wer wird neuer Trainer?

Welche Trainer-Kandidaten könnten passen

Kenan Kocak vom SV Sandhausen bei Spiel in Kaiserslautern

Würde mit seiner Idee von Fußball zum FCK passen: Der ehemalige Sandhausen-Trainer Kenan Kocak. ©Imago/Thomas Frey

Auf die sportliche Talfahrt des 1. FC Kaiserslautern folgte die Beurlaubung von Trainer Michael Frontzeck. Die Suche nach seinem Nachfolger, der die „Roten Teufel“ zurück in die 2. Bundesliga führen soll, läuft auf Hochtouren. Ob die Verantwortlichen bereits im Vorfeld einen Plan B in der Hinterhand hatten, der nun zeitnah greifen wird, ist nicht überliefert.

Klar ist allerdings, dass der vakante Posten beim FCK auch in Liga drei sehr begehrt ist und es zahlreiche Interessenten für die Trainer-Position in der Pfalz geben wird.

Die naheliegende Lösung

Könnte der Vorgänger von Michael Frontzeck auch sein Nachfolger werden? Jeff Strasser, der seine Position als Cheftrainer in Kaiserslautern Anfang des Jahres aus gesundheitlichen Gründen räumen musste, erklärte erst vor wenigen Wochen, dass eine Rückkehr zum FCK möglich sei. Mit den Verantwortlichen stünde der Luxemburger nach wie vor in Kontakt, ein Comeback käme für ihn jedoch ausschließlich als Cheftrainer in Frage.

Bei aller Fußball-Romantik, die eine erneute Übernahme durch Strasser mit sich bringen würde, darf die sportliche Entwicklung unter ihm aber nicht außer Acht gelassen werden. Denn in zehn Zweitliga-Spielen konnte er mit dem FCK nur zehn Punkte holen. Fraglich, ob so jemandem der sportliche Aufschwung zugetraut wird.

Die üblichen Verdächtigen

Unter den aktuell vereinslosen Trainern tummeln sich zahlreiche Kandidaten, die nun – intern, aber vor allem extern – diskutiert werden. Der ehemalige FCK-Spieler Bernd Hollerbach, der zuletzt auch bei Großaspach im Gespräch war, orientiert sich am Stil seines Lehrmeisters Magath, legt hohen Wert auf Disziplin und Kampf, was beim leidenschaftlichen Pfälzer Publikum per se gut ankäme. Allerdings ist Hollerbach seit 24 Partien (sieben HSV, 17 Würzburg) als Trainer ohne Sieg und gilt auch nicht als Typus, der eine spielerisch starke Mannschaft weiterentwickeln kann.

Denkbar scheint hingegen Kenan Kocak. Nach seinem Aus beim SV Sandhausen möchte der 37-Jährige schnellstmöglich wieder eine Mannschaft übernehmen. Auch seine Art Fußball zu spielen, würde zum FCK passen: Aus einer kompakten Defensive schnell umschalten und über Konter zum Torerfolg kommen.

Mit dieser Taktik führte sein Vorgänger in Sandhausen, Alois Schwartz, den KSC bekanntlich in der vergangenen Saison nach schwachem Saisonstart noch bis in die Relegation. Und sollte sich sportlicher Erfolg einstellen, würden ihm die Fans auch seine Vergangenheit beim ungeliebten Waldhof Mannheim verzeihen.

Wenn in letzter Zeit in Liga zwei oder drei ein Trainerposten frei war, wurde Ismael Atalan gehandelt. Atalan übernahm vor der vergangenen Saison den VfL Bochum, den er nach nur zehn Spielen zwar wieder verlassen musste, aber dennoch weiterhin von einem neuen Engagement im Fußball-Unterhaus träumte. Nachdem er vor kurzem aber zum engsten Kandidaten-Kreis bei Fortuna Köln gehörte, ist klar, dass auch die 3.Liga für Atalan wieder ein ernsthaftes Thema ist.

Gibt’s die (Projekt)-B-Lösung?

Vielleicht werden aber auch Torsten Frings, Marc-Patrick Meister oder Stefan Ruthenbeck in den nächsten Tagen beim FCK gehandelt. Beide gehören – genauso wie Michael Frontzeck – zu Klienten der Berater-Agentur „Projekt B“, die bei der Besetzung von Trainerposten eine gefragte Anlaufstelle für viele sportliche Verantwortliche der deutschen Profi-Ligen ist.

Die Agentur kann sich mit den Erfolgsgeschichten ihrer Klienten Klopp und Nagelsmann schmücken, hat in der „zweiten Reihe“ aber auch Trainer, deren sportlicher Erfolg zumindest in Frage zu stellen ist. Vor allem Frings und Meister blieben in jüngerer Vergangenheit, Andre Schubert aktuell in Braunschweig, den Beweis schuldig, nachhaltig erfolgreich zu arbeiten.

Oder einen Trainer-Routinier?

Ebenfalls gut vorstellbar scheint die Installation eines erfahrenen Fußball-Lehrers, der auf der einen Seite die nötige Gelassenheit mitbringt, das mitunter schwierige Umfeld in der Pfalz gut zu moderieren. Andererseits aber noch das Feuer hat, um das große Faustpfand, die leidenschaftlichen Lauterer Fans, wieder zu aktivieren.

Erfahrungen, um große Traditionsvereine wieder auf Kurs zu bringen, hat Uwe Neuhaus, der sowohl bei Union Berlin als auch Dynamo Dresden gute Arbeit ablieferte. Allerdings ist unklar, ob Neuhaus in Liga drei gehen würde. Bei den abstiegsgefährdeten Zweitligisten 1.FC Magdeburg & FC Ingolstadt hatte er jedenfalls nach Informationen unserer Schwester-Seite Liga-Zwei.de keine Ambitionen, die kürzlich vakant gewesenen Trainer-Posten zu übernehmen.

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