FCK: Offensiv ohne Struktur

Kaum Ideen auf dem Weg nach vorne

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Samstag, 19.09.2020 | 09:05
Tim Rieder und Hikmet Cifty gegen Agyemang Diawusie

Tim Rieder (2.v.r.) stand in Halbzeit eins im defensiven Mittelfeld auf verlorenem Posten. ©imago images/Picture Point

Mit einer Heim-Niederlage ist der FCK in die neue Saison gestartet, unterlag Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden am Freitag mit 0:1. Dabei half den Pfälzern auch nicht, dass der Gegner nach einer gelb-roten Karte gegen Paul Will kurz vor der Halbzeitpause lange in Unterzahl spielen musste – im Gegenteil.

„Danach hat nur noch eine Mannschaft gespielt. Spätestens in der 2. Halbzeit hat sich Dresden mit acht Mann hinten reingestellt und dann ist es sehr schwierig, da durchzukommen“, analysierte FCK-Coach Boris Schommers die Partie anschließend am Mikrofon von MagentaSport.

Experiment mit Ciftci schlägt fehl

Trotz mehr Ballbesitz scheiterte seine Mannschaft daran, sich durch die kompakte SGD-Defensive zu spielen. Dabei hatte Schommers etwas versucht: Im ersten Durchgang ließ sich Hikmet Ciftci im Spielaufbau in die Innenverteidigung fallen, bildete gemeinsam mit Carlo Sickinger im Zentrum und Kevin Kraus auf rechts eine Dreierkette.

So fehlte er allerdings als Anspielstation im defensiven Mittelfeld, wo Tim Rieder alleine auf verlorenem Posten stand. Da sich Janik Bachmann und Hendrick Zuck weit nach vorne orientierten, war der Raum zwischen Defensive und Offensive zu groß, Dynamo konnte ihn dementsprechend leicht verteidigen.

Daran änderte sich auch dem Platzverweis wenig. Zwar rückte Ciftci weiter nach vorne, das Problem des FCK blieb aber das gleiche: Es wurde viel zu selten eine Lücke im Defensivverbund des Gegners gefunden. Mit Marlon Ritter brachte Schommers nach etwas mehr als einer Stunde zwar einen Akteur, der diese Lücken aufspüren und ausnutzen kann, dem die fehlende Abstimmung mit seinen Kollegen rund eine Woche nach seiner Verpflichtung aber wenig überraschend noch anzumerken war.

Gegen Türkgücü müssen Lösungen her

Die Partie gab somit einen guten Einblick in die große Herausforderung, vor denen die „Roten Teufel“ in dieser Spielzeit erneut stehen werden: Das Spiel aktiv zu gestalten und Gegner, die auf Umschaltmomente lauern, zu knacken. Neben Ritter, der noch etwas Eingewöhnungszeit benötigen wird, war auch Nicolas Sessa in der Rolle eines solchen Gestalters eingeplant. Der Neuzugang aus Aue laboriert jedoch weiterhin an Knieproblemen, die er sich in der Vorbereitung einhandelte.

Gegen Aufsteiger Türkgücü am kommenden Wochenende dürfte sich an der Lauterer Aufgabenstellung wenig ändern. Experimente wie in Durchgang eins mit Ciftci als drittem Innenverteidiger sind dann aber eher nicht zu erwarten. Die Abstände im Mittelfeld sollten unbedingt kleiner werden, will sich der FCK nicht nur an Ballbesitz kurz hinter der Mittellinie berauschen, sondern auch tatsächlich in die gefährlichen Räume vorstoßen.