FCK: Wer ist jetzt der Richtige?

Profil und Analyse für den Hildmann-Nachfolger

Geschäftsführer Martin Bader vom FCK

Martin Bader sucht den dritten Trainer innerhalb von 20 Monaten. ©imago images/Kaletta

Kurz schien beim FCK so etwas wie Besserung einzutreten: Einem Spektakel-Spiel mit 5:3-Sieg über Zwickau folgte immerhin ein Remis im Derby gegen den Waldhof. Doch nach einem 1:6 in Meppen fehlten in jeder Hinsicht die Argumente, um noch am Trainer festzuhalten: Der 1. FC Kaiserslautern trennte sich am Montag laut eigener Homepage von Sascha Hildmann, während Co-Trainer Alexander Bugera bleiben darf, und muss jetzt einen Nachfolger finden.

An diesen sind hohe Erwartungen geknüpft, ein gänzlich unbeschriebenes Blatt wird man in der Pfalz also wohl nicht holen. Nicht nur muss der neue Mann die Qualität des Kaders endlich voll ausschöpfen, sondern er muss auch die Emotionalität zurückbringen, die der ruhige Hildmann zu selten transportieren konnte.

Letzterer Punkt darf aber die Verantwortlichen nicht blind machen: Das Fußball-Märchen vom Trainer mit der Klub-DNA, dem echten Pfälzer an der Seitenlinie ist mehr als überstrapaziert. Der sportliche Aspekt muss diesmal bei der Trainersuche das Hauptkriterium sein, die Persönlichkeit natürlich trotzdem auch zum Verein passen.

Wer garantiert den Erfolg?

Vorweg: Auch wenn in Fan-Kreisen gerne große Namen gehandelt werden und zum Träumen einladen, wäre ein Markus Anfang, Hannes Wolf oder Alexander Zorniger nur schwer vorstellbar. Diese sind zwar verfügbar, dürften sich selbst jedoch in die Kategorie 2. Bundesliga einordnen.

Von der fußballerischen Seite her kann mittlerweile auf dem Betzenberg schon gelten: Der Erfolg heiligt die Mittel. Ob der neue Trainer nun für Ballbesitz und Kombinationsfußball steht oder auf eine kompakte Abwehr setzt – solange endlich konstant Siege eingefahren werden, würde vom Umfeld alles akzeptiert werden.

So könnte von zur Zeit arbeitslosen Trainern etwa Kenan Kocak, der in Sandhausen mit ehe defensiver Ausrichtung und Umschaltspiel zwei Jahre beachtliche Erfolge feierte, ebenso in Frage kommen wie Marco Antwerpen, der einen mehr spielerischen Ansatz verkörpert.

Letzterer würde in jedem Fall ähnlich hohe Ambitionen wie der FCK selbst mitbringen. Schließlich verließ er Preußen Münster nach der vergangenen Saison, weil er über die mangelnden Perspektiven in Westfalen nicht hinweg sehen konnte. Die geforderte starke Persönlichkeit ist er ebenso.

Hat Becca das letzte Wort?

Der frühere Fürther Stefan Ruthenbeck wurde in den vergangenen Jahren immer wieder gehandelt wurde, wenn Trainerposten frei wurden. Ist er willens, seine Stelle in der U19 des 1. FC Köln wieder gegen einen Profi-Trainer-Posten einzutauschen, würde er mit der Erfahrung aus 115 Zweitliga-Spielen, hoher Fachkenntnis und einem guten Händchen für junge Spieler ins Profil passen.

Auf wen letztlich die Wahl fällt, hängt aber in erster Linie davon ab, ob bei den „Roten Teufeln“ die sportliche Führung um Martin Bader und Boris Notzon überhaupt Entscheidung trifft. Hat nämlich Investor Flavio Becca das letzte Wort, kommt der Name Dino Toppmöller automatisch in den Sinn. Er trainiert aktuell mit Virton in Belgien einen der beiden anderen Becca-Klubs.

Hier liefe der Klub aber auch wie angesprochen Gefahr, sich von der romantischen Vorstellung des Sohnes einer Klub-Legende wieder die Sinne vernebeln zu lassen. Der 38-jährige Sohn von Klaus Toppmöller macht außerdem zur Zeit den Trainerlehrgang, wäre also oft abwesend.

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