FCK: Wofür steht Boris Schommers?

Nürnberg-Scout Dieter Nüssing gibt Einblicke

Boris Schommers

Boris Schommers gilt als guter Motivator. ©Imago images/Zink

Dieter Nüssing ist eine geballte Ladung Club-Geschichte. Ist kürzlich 70 geworden und hat beim 1.FC Nürnberg unlängst sein 50. Dienst-Jubiläum gefeiert. Erstaunlich, denn eigentlich kommt er aus Koblenz und zwar aus jener Ecke, wo die Mosel dieser Stadt ihren Reiz verleiht. Doch bei einem Jugendfußballturnier ist er Beobachtern aufgefallen.

Die haben beim Club Bescheid gegeben und so hat der Blondschopf 1968 im weinroten Club-Trikot sein erstes Liga-Match bestritten. So lief das damals. War lange Profi dort und auch mal bei Hertha BSC.

Nach seiner aktiven Laufbahn ist er dann im Bereich der schon immer sehr professionellen Nachwuchsförderung des 1. FC Nürnberg, dort Trainer, sportlicher Leiter, Talente-Entdecker und Talente-Förderer geworden. Bis heute sucht er Talente für den Club. Spieler und Trainer.

Biss und Zweikampfstärke

Alle hat er sie in diesen 50 Jahren kommen und gehen sehen. Die Guten wie die Schlechten. Die Erfolgreichen wie die Erfolglosen. Spieler, Trainer, Sportchefs und Funktionäre.

Auch Boris Schommers, den neuen Trainer des 1.FC Kaiserslautern hat er kennengelernt. Ihn beobachtet und befragt, um zu bewerten und zu begreifen, wofür dieser junge wissbegierige Fußball-Lehrer stehen könnte.

Der Boris“, sagt Nüssing gegenüber Liga-Drei.de und führt weiter aus, „hat das bei uns eigentlich richtig gut gemacht. Ordnung und Struktur reingebracht, den Spielern genau die Aufgaben gegeben, die sie auch erfüllen konnten.“ Und endlich, so registrierte Nüssing anerkennend, habe der 1. Nürnberg in der kurzen Schommers-Ära wieder Biss gezeigt und Zweikämpfe gewonnen.

So haben die Nürnberger unter den Regieanweisungen von Schommers tatsächlich wie eine Bundesliga-Mannschaft verteidigt und Achtungserfolge erzielt, wie das 0:0 gegen Dortmund und das 1:1 gegen die Bayern.

Keine Mitschuld am Abstieg

Doch nach vorne, nein nach vorne sei auch unter Boris Schommers nicht viel zustande gekommen. Nüssing stellt den Trainer für diese Fehlleistung unter seinen persönlichen Schutz und stellt klar: „Wir hatten in Nürnberg einfach keine Offensivkräfte, die verlässliches Bundesliga-Niveau verkörperten. Schommers musste leben mit dem, was wir hatten. Und das war nicht viel Gutes.“

Immerhin glaubt Nüssing wahrgenommen zu haben, dass Schommers optimistisch geblieben ist, im Umgang mit den Spielern einen regen Austausch pflegte. Und auf der Aktionsebene der Motivation sehr engagiert gewesen sei.

„Schommers hat bis zum letzten Spiel nicht aufgehört, zu versuchen, die Mannschaft besser zu machen“, ergänzt Nüssing und stellt schließlich klipp und klar fest: „Kein Trainer auf der Welt wäre mit diesem Kader in der 1. Bundesliga geblieben.“

Schommers wäre gern geblieben in Nürnberg, doch sie wollten den kompletten Neuanfang dort. Im Sommer ging er auf Bewerbungstour in der 2. Bundesliga. Doch vergebens. Nun aber eröffnete sich die Chance beim 1.FC Kaiserslautern. Dass er sie genutzt und den Job bekommen hat, überrascht Nüssing überhaupt nicht: „Boris weiß sich und seine Arbeit brillant zu präsentieren. Er glänzt mit seinem Bildungshorizont und vielen gescheiten und mitreißenden Gedanken.“

Doch Nüssing ist überzeugt, dass auch viel Substanz seine Arbeit auf dem „Betze“ prägen wird, wenn man ihn agieren lässt. „Ich wünsche, dass er sich mit seinem frischen Verstand, seinen klaren Vorstellungen durchsetzen kann in diesem so schwierigen Kaiserslautern“, sagt Nüssing und so er wird Boris Schommers jetzt eine Mitteilung mit drei gestreckten Daumen senden.

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