Hansa Rostock: Der Liga-Drei Teamcheck

Wohin schippert die Hansa-Kogge?

Amaury Bischoff Mittelfeldspieler FC Hansa Rostock

Amaury Bischoff hat den größeren Umbruch bei Hansa „überlebt“, nun führt er das Team als Kapitän an. ©Imago

Am kommenden Samstag steigt auch die Hansa-Kogge wieder ins Geschehen ein, dann steht das erste Spiel der neuen Spielzeit in Lotte an. Hinter den Rostockern liegt jedoch eine ereignisreiche Sommerpause.

Doch wie greifen die personellen Änderungen unter Pavel Dotchev? Liga-Drei.de hat den FCH vor der anstehenden Saison im Detail betrachtet, zum Abschluss gibt es anhand festgelegter Kategorien eine Prognose.

Der Kader

Groß war der personelle Umbau, nur wenige Akteure liefen bereits in der vergangenen Runde für Hansa auf. Während die Abgänge im Schnitt ein Alter von 26 Jahren aufweisen, bringen es die neuen Spieler auf ein durchschnittliches Alter von 22,1 Jahren – der Kader wurde im Vergleich der Vorsaison deutlich verjüngt.

Die Neuzugänge waren in der letzten Spielzeit vornehmlich unterklassig aktiv, die meisten von ihnen spielten zuletzt in der Regionalliga. Jedoch verstärkte sich die Kogge auch mit erfahrenen Profis. Oliver Hüsing kehrte beispielsweise nach Rostock zurück, der 24-Jährige war bereits einmal leihweise an der Ostsee aktiv. Auch Julian Riedel war bereits höherklassig unterwegs.

An Erfahrung mangelt es dem Team von Dotchev jedoch nicht. Viele Profis können bereits Einsätze in ersten Ligen in anderen europäischen Ländern vorweisen – in Österreich, Portugal, Finnland, Schottland oder Ungarn beispielsweise.

Die aktuelle Form

Die Form stimmt, auch wenn die Ergebnisse teilweise ausbaufähig waren. Zu Beginn der Vorbereitung gab es klare Siege, anschließend wirkte die Hansa-Elf aufgrund der intensiven Belastung zeitweise müde. Gegen Aalborg gab es ein 1:1-Remis, auch gegen die Zweitvertretung des HSV sprang lediglich ein Unentschieden heraus. Im letzten Härtetest gegen den VfL schlug sich Rostock wacker, am Ende hieß es 1:0 für die Wölfe.

Stärken & Schwächen

Als Hansa-Fan gab es in der vergangenen Spielzeit vor allem im eigenen Stadion nicht viel zu jubeln. Mit lediglich 21 Punkten rangierte der F.C. am Ende der Heimtabelle, vier Siege gab es dabei vor eigenem Publikum.

Mit Dotchev haben die Rostocker jedoch einen Mann an die Ostsee geholt, der auf seinen bisherigen Stationen auch daheim konstant gepunktet hat. Aue stellte am Saisonende die zweitbeste Heimelf, in Münster formte der Bulgare das viertstärkste Heimteam der Liga.

Wünschenswert dürfte aus Rostocker Sicht auch die Fortführung einer bemerkenswerten Statistik sein. 17 der 44 Tore erzielten die FCH-Kicker in der vergangenen Spielzeit in der Schlussviertelstunde – dies war zusammen mit Regensburg Bestwert der Liga.

Pavel Dotchev Hansa Rostock Trainer

Pavel Dotchev, hier mit seinem Co Uwe Ehlers (l.), führt Rostock in die neue Spielzeit. ©Imago/Eibner

Der Trainer

Der 51-Jährige bringt reichlich Erfahrung mit. Zuletzt trainierte Dotchev Erzgebirge Aue, mit den Veilchen schaffte er zuvor zudem den Sprung in die 2. Bundesliga. Insgesamt stand Dotchev bereits in über 152 Partien in der 3. Liga an der Seitenlinie, 1,63 Punkte sprangen dabei im Schnitt heraus.

Im Erzgebirge ließ der Fußballlehrer vornehmlich im 4-2-3-1 agieren, in seiner Münsteraner Zeit griff er jedoch auch auf ein 4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern zurück. Beide Formationen sind denkbar, vieles – auch die Testspiele – sprechen jedoch für nur einen Stürmer.

Die mögliche Startelf

Auf der Torhüterposition verstärkte sich Rostock mit gleich drei neuen Akteuren, Luis Zwick beschrieb die Positionierung um den Startplatz im Interview mit Liga-Drei.de zuletzt als „offenen Konkurrenzkampf“. Dennoch dürfte der 23-Jährige die größten Chancen auf den Platz zwischen den Pfosten machen.

Die Viererkette wird in der Zentrale aller Voraussicht nach von Hüsing und Riedel gebildet, als Außenverteidiger stehen Fabian Holthaus und Vladimir Rankovic bereit. Im defensiven Mittelfeld könnten Willi Evseev und Amaury Bischoff agieren, davor bilden Mounir Bouziane, Mike Owusu und Harry Föll die Dreierkette.

Im Angriff ist Marcel Ziemer wieder eine Option, der Stürmer wird, solange er fit ist, spielen.  Mit Soufian Benyamina, Tim Väyrynen und Neuzugang Menelik Chaka Ngu’Ewodo stehen Alternativen bereit. Die mögliche Startelf: Zwick – Rankovic, Hüsing, Riedel, Holthaus – Evseev, Bischoff – Bouziane, Owusu, Föll – Ziemer

Fazit

Auch wenn Rostock-Fans sicherlich auf mehr hoffen, der neuen Mannschaft von der Ostsee sollte man Zeit zur Eingewöhnung bieten. Dass mit Dotchev ein Trainer an der Seitenlinie steht, der bereits in der Vergangenheit seine Klasse in ähnlichen Situationen unterstrichen hat, dürfte die Kogge jedoch zuversichtlich stimmen. Sicherlich wird Hansa in der neuen Runde mehr ausrichten können, als in der letzten Spielzeit, ein Aufstieg kommt vielleicht noch zu früh.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Warteliste

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