Hansa Rostock: Ex-Trainer Reinders blickt zurück

"Hier bin ich Pionier, Aufklärer und Hoffnungsträger"

Uwe Reinders.

Pure Freude: Uwe Reinders wird mit Hansa Rostock 1991 DDR-Meister. ©imago images/Camera 4

Ein Double findet sich in der Klub-Geschichte von Hansa Rostock. In der Saison 1990/91 übernahm die „Kogge“ am 3. Spieltag die Tabellenführung und schenkte sie nicht mehr her, wurde DDR-Meister und am Saisonende noch DDR-Pokalsieger.

„Ich bin dort genauso unvoreingenommen hin, wie ich das einige Jahre zuvor getan habe, als ich als Spieler nach Frankreich ging“, erinnert sich der damalige Trainer Uwe Reinders in einem Interview mit dem Online-Portal Wettmaxx an seine Anfangszeit an der Ostsee zurück. Der heute 64-Jährige, der als Spieler für Werder Bremen und zwei Jahre in Frankreich für Bordeaux und Rennes auflief, war der erste Trainer aus dem Fußball-Westen, der im Osten anheuerte.

Pionier in der Küche der Hansa-Frauen

„Hier bin ich Pionier, Aufklärer und Hoffnungsträger“, schildert er seine ersten Eindrücke bei Hansa. Während er seiner Rolle als Hoffnungsträger durch die sportlichen Erfolge gerecht wurde, fand seine Pionier- und Aufklärungsarbeit auch abseits des Rasens statt – genauer gesagt: In der Küche der Spielerfrauen.

„Also habe ich die Frauen einige Male zusammengetrommelt und ihnen dargestellt, dass ein Teil des neuen ordentlichen D-Mark-Gehalts jetzt in einen dem Leistungssport angepassten Mittagstisch fließen muss“, so Reinders. Dabei konnte er sich auf den Erfahrungsschatz und die Geschmacksnerven seiner aktiven Zeit verlassen, „schließlich war das alles bei mir lange Zeit erfolgreich angewandt worden.“

Interesse aus München

Als Hansa zur Saison 1991/92 in der 1. Bundesliga antrat, erwischte die Mannschaft unter Reinders einen Start nach Maß. 4:0 gegen Nürnberg, 2:1 gegen den FC Bayern und ein 5:1 über den BVB standen nach drei Spieltagen zu Buche. Dieser Einstand führte dazu, dass Franz Beckenbauer, damals Vize-Präsident der Bayern, von Reinders als einem Trainer sprach, der auch seinem Team gut zu Gesicht stünde.

Uwe Reinders (h.l.) vor dem Jubiläumsspiel 2011. ©imago images/Christian Schroedter

Reinders bestätigt zwar eine Anfrage aus München, entschied sich aber, in Rostock zu bleiben. „Hier ging es mir darum, die Menschen in Rostock nicht zu enttäuschen. Ihnen Verlässlichkeit zu geben, Wort zu halten“, verweist er auch heute noch auf einen gültigen Vertrag, den er an der Ostsee besaß.

Ein brutaler Fehler. (über seine Entscheidung gegen die Bayern)

„Ein brutaler Fehler,“ wie er rückblickend festhält. „Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass der Kische Hansa übernehmen und den Klub wieder im Stil der DDR führen wird“, so Reinders über den damaligen Präsidenten Gerd Kische, mit dem er sich im Laufe der Saison überwarf und nach einem 0:0 gegen Duisburg am 27. Spieltag gehen musste.

Ein Apfel für seine Verdienste um Hansa

Auch Hansa musste am Ende gehen, stieg als Tabellen-18. der damals noch 20 Klubs umfassenden Bundesliga ab. „Mit mir hätte die Mannschaft die Bundesliga gehalten. Wenn uns Kische in Ruhe gelassen hätte“, ist Reinders noch heute überzeugt.

In Ruhe kann er selbst heute noch nicht durch Rostock laufen, wie eine charmante Anekdote aus dem Sommer verdeutlicht. Da erkannte ihn eine Obsthändlerin beim Gang durch die Stadt. „Sie sagte: Hier nimm diesen Apfel als Dankeschön für damals“, freut sich Reinders darüber, auch noch rund 28 Jahre nach dem Double erkannt zu werden.

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