Maloche, Mentalität & eine Premiere

Pierre De Wit über seine Ex-Klubs MSV & FCK

Pierre De Wit zieht ab.

54 Mal streifte sich Pierre De Wit in seinen drei Jahren an der Wedau das MSV-Trikot über. ©imago images/Team 2

Exakt 70 Mal standen sich der MSV Duisburg und der FCK bislang gegenüber. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Freitag könnte somit Routine herrschen. Die Betonung liegt dabei auf „könnte“: Am Freitag stehen sich die beiden Klubs nämlich erstmals in der 3. Liga gegenüber.

Die Zielsetzung zu Saisonbeginn war bei den Zebras und den Roten Teufeln deckungsgleich, es sollte möglichst wieder zurück in die 2. Bundesliga gehen. In den Ambitionen vereint, in der Realität getrennt, wie die Pfälzer von der Tabelle schmerzhaft an den Ist-Zustand erinnert werden.

De Wit schaffte, was MSV & FCK angepeilt hatten

„In der 3. Liga wird noch mehr malocht, sehr viel geschieht über den Kampf. Eine Mannschaft mit einer guten Mentalität, die diese Situation annimmt, hat die besten Chancen. Individuelle Qualität ist wichtig, aber nur mit der richtigen Einstellung kann man die auch abrufen“, sagt Pierre De Wit. Der heute 32-Jährige weiß ganz genau, wovon er spricht. Im Sommer 2013 wechselte er vom FCK zum MSV in die 3. Liga und stieg mit ihm nach zwei Jahren auf.

Im Gespräch mit Liga-Drei.de nutzt De Wit das Wort Mentalität häufig. Wer, wenn nicht er, hätte das Recht dazu: Drei Kreuzbandrisse, zwei Meniskusschäden, einen Innenbandriss – und dabei handelt es sich nur um einen Auszug aus seiner Krankenakte – musste er in seiner aktiven Karriere verkraften. Und kam doch immer wieder zurück, bis er die Stiefel 2016 an den Nagel hängte und sich seitdem um die Jugend von Bayer Leverkusen kümmert.

Aus meiner Zeit ist kein Spieler mehr da, auch bei den Funktionären ist kaum noch jemand da. (Pierre De Wit über den FCK)

„Wichtig ist erstmal, dass der Verein die Mentalität hat. Es braucht Leute, die eine gewissen Identifikation mitbringen“, ist er überzeugt. Ob das aus seiner Sicht beim FCK 2019/20 der Fall ist? „Das kann ich nicht richtig beurteilen, aus meiner Zeit ist kein Spieler mehr da, auch bei den Funktionären ist kaum noch jemand da“, duckt er sich geschickt weg.

Pierre De Wit im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen.

46 Pflichtspiele bestritt Pierre De Wit im Trikot des FCK. ©imago images/Eibner

Aus seiner Verbundenheit zum Betzenberg macht er dennoch keinen Hehl. „In Lautern hatte ich die erfolgreichste Zeit, deswegen gibt es da eben auch Momente, an die ich gerne zurückdenke“, durchlebt er emotionale Erlebnisse wie den Aufstieg in die Bundesliga 2010 noch einmal.

Ich schätze Duisburg einen Tick stärker ein. (Pierre De Wit über das Duell MSV & FCK)

Trotzdem wird er das Duell der Ex-Klubs nicht in seinem FCK-Trikot verfolgen, auch der MSV-Dress bleibt im Schrank. „Weder noch“, antwortet er lachend auf die Frage, wem er am Freitag die Daumen ein kleines bisschen fester drückt, denn: „Meine Zeiten bei allen Klubs waren sehr intensiv. Ich habe es überall extrem genossen, deswegen könnte ich mich da auch in zehn Jahren noch nicht entscheiden.“

Für einen Favoriten im sportlichen Bereich konnte er sich dann aber doch entscheiden. „Ich tippe auf ein 3:2 für Duisburg“, ist er von einem Heimsieg überzeugt und liefert auch gleich die Begründung hinterher: „Ich schätze Duisburg einen Tick stärker ein. Ein guter Stamm ist zusammengeblieben, auch der eine oder andere richtig Erfahrene ist noch da. Lautern hat in seinen Spielen aber auch immer wieder gezeigt, was möglich ist. Betrachtet man beide Mannschaften, sehe ich Duisburg aber ein Stück vorne.“

Gewinnt der MSV gegen Kaiserslautern? Jetzt mit 10.00-Quote (statt regulär 2.05) bei Bet3000 auf MSV oder mit 15.00-Quote (statt regulär 3.50) auf FCK tippen!