MSV Duisburg: Compper und die Lehren Rangnicks

Neuer Co-Trainer spricht über Herangehensweise

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 03.08.2020 | 09:36
Marvin Compper beim MSV Duisburg

Nach über 300 Spielen in Deutschlands Profi-Ligen hängt Marvin Compper seine Fußballstiefel an den Nagel. ©Imago images/Revierfoto

Bei der Planung einer Saison gibt es stets einige Unwägbarkeiten, davon kann der MSV Duisburg ein Lied singen. Erst am gestrigen Sonntag gaben die Meidericher bekannt, dass Führungsspieler Tim Albutat den Verein verlassen will, unter anderem, weil er sich „nicht mehr mit dem MSV identifiziert“, wie es seitens des Klubs heißt.

Das trifft nicht auf Marvin Compper zu, auch bei ihm gibt es allerdings eine Veränderung. Der erfahrene Abwehrmann beendet seine aktive Karriere, wechselt in den Trainerstab – „eine Win-Win Situation“ bezeichnete Chef-Coach Torsten Lieberknecht diese Situation.

Compper, der in der vergangenen Saison 22 Partien bestritt, verletzungsbedingt allerdings regelmäßig pausieren musste, solle nun „mit seinem hochintelligenten, analytischen Denken“, wie es Sportdirektor Ivo Grlic ausdrückt, das Trainerteam verstärken – und hat dafür laut eigener Aussage prominente Vorbilder.

„Die längste Zeit habe ich mit Ralf Rangnick in Hoffenheim gearbeitet, meine Philosophie wird definitiv von ihm geprägt sein“, gibt Compper jetzt im Kicker (Ausgabe vom 03. August 2020) einen Einblick in seine Herangehensweise auf dem Trainerstuhl.

Identifikation der Schlüssel?

Unter Rangnick mischte Compper einst mit der TSG Hoffenheim die Bundesliga auf, folgte dem Fußballlehrer später zu RB Leipzig, wo Rangnick einen Spielstil predigte, der von offensiver Verteidigung, Pressing und geradlinigem Spiel bei eigenem Ballbesitz geprägt war. Auf seinen Stationen folgte alles einer einheitlichen Spielphilosophie, die Identifikation der Spieler damit war die oberste Maxime.

Der Begriff Identifikation spielt auch an der Wedau eine sehr große Rolle. Seit dem Abstieg legt der MSV besonderen Wert auf die Einsatzbereitschaft der Spieler, welche die Ruhrpott-Mentalität auf dem Platz vorleben sollen. Am Beispiel Albutat ist zu erkennen, dass dies eine der obersten Maxime ist.

Compper hat dies offensichtlich verinnerlicht, profitiert allerdings nicht nur von seinen Erfahrungen unter Rangnick. Auch Brendan Rodgers, unter dem er bei Celtic Glasgow traininerte sowie Jupp Heynckes, unter dem er einst in Gladbach agierte, nennt er als Inspirationen, vor allem, wenn es um die Mannschaftsführung geht.

Nah an der Mannschaft sein wird Compper auch künftig noch, das lässt sein Ziel erahnen. „Ich sehe mich in der Zukunft als einen Trainer, der die Spieler besser macht, der mit ihnen individuelle Langzeitziele formuliert und an ihnen arbeitet“, so Compper, der mit seinen praktischen Erfahrungen bald starten kann. Am heutigen Montag ist Trainingsauftakt, ehe am 8. August das erste Testspiel gegen Preußen Münster ansteht.