MSV Duisburg: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Moritz Stoppelkamp im Test gegen eine Duisburger Stadtauswahl.

Trägt kommende Saison die Kapitänsbinde beim MSV Duisburg: Moritz Stoppelkamp. ©imago images/MaBoSport

Zum dritten Mal – die nicht erteilte Lizenz 2012/13 mit eingerechnet – in den letzten sechs Jahren musste der MSV Duisburg den Gang in die 3. Liga antreten. Dort vollzogen die Zebras den für Absteiger fast schon obligatorischen Umbruch und gehen mit einer nahezu neuen Mannschaft an den Start. Wir haben uns den MSV ganz genau angeschaut und geben am Ende eine Prognose.

Kader & Transfers

Kein Stein blieb auf dem anderen, das lässt sich in allen Mannschaftsteilen feststellen. Mit Leo Weinkauf lieh Duisburg eine neue Nummer Eins, der Torhüter von Hannover 96 wird die kommenden beiden Spielzeiten Zebrastreifen tragen.

Die 15 Scorerpunkte von Linksverteidiger Kevin Wolze (jetzt Osnabrück) sind nur schwer aufzufangen, dafür darf sich mit dem Ex-Kieler Arne Sicker ein talentierter Youngster hinten links versuchen. Die Erfahrung von 195 Bundesliga-Partien bringt Marvin Compper mit, der Innenverteidiger kam in den letzten beiden Jahren jedoch nur in vier Pflichtspielen zum Einsatz.

Mit Connor Krempicki (Uerdingen) verpflichtete Duisburg einen spielstarken „Zehner“, der auch aus etwas zurückgezogener Position die Fäden ziehen und somit Routinier Moritz Stoppelkamp entlasten kann. Dieser wird den MSV nach dem Abgang von Gerrit Nauber zudem als Kapitän anführen.

Im Sturmzentrum blieb kein Stein auf dem anderen. Mit Petar Sliskovic (Aalen) kam ein Mittelstürmer, der seine Torgefahr in der 3. Liga bereits unter Beweis stellen konnte. Erstmals außerhalb seiner Heimat kickt der Niederländer Vincent Vermeij. Der 24-Jährige kann gute Torquoten aus den obersten beiden Ligen vorweisen und könnte der erhoffte Knipser sein, der dem MSV zuletzt fehlte.

Die aktuelle Form

Wie die meisten Klubs startete auch der MSV Duisburg mit Partien gegen unterklassige Gegner, die keinen echten Prüfstein darstellen, in die Vorbereitung. Dabei tankten die Zebras Selbstvertrauen und schossen sich für die weiteren Begegnungen warm.

In denen wurde Regionalligist Wuppertal mit 3:1 geschlagen, gegen die beiden Erstligisten Olexandrija (Ukraine) und Utrecht (Niederlande) setzte es jeweils knappe Niederlagen. Gegen den Letztgenannten, in der kommenden Spielzeit Europa-League-Teilnehmer, konnte Duisburg jedoch spielerisch überzeugen. Dass zahlreiche Chancen ungenutzt blieben, zeigt, wo in den verbleibenden Tagen bis zum Ligastart der Hebel angesetzt werden muss.

Torsten Lieberknecht im Training.

Seit Oktober sitzt Torsten Lieberknecht auf dem Trainerstuhl der Zebras. ©imago images/MaBoSport

Stärken & Schwächen

Mit 39 Toren den drittschwächsten Angriff, mit 65 Gegentoren gar die schwächste Abwehr – Der Abstieg des MSV Duisburg kam wahrlich nicht überraschend. Vor allem in der Defensive muss Trainer Torsten Lieberknecht Lösungsansätze finden, war dies doch auch schon in der Saison 2017/18 und damit vor seinem Antritt ein nicht zu übersehendes Problem.

Eine Chance liegt naturgemäß im Umbruch. Zahlreiche Spieler, die eine enttäuschende Zweitliga-Saison erlebten, sind nicht mehr da. Die neu formierte Truppe kann so einen frischen Start hinlegen, ohne die Hypothek des Abstiegs im Hinterkopf.

Von den externen Neuzugängen sind gleich zehn jünger als 25 Jahre, viele von ihnen spielten noch nicht höher als Regionalliga. Sie dürften darauf brennen, sich in der 3. Liga zu beweisen und für Konkurrenzkampf sorgen.

Der Trainer

Es dürfte wohl noch lange dauern, bis Fußball-Fans beim Namen Torsten Lieberknecht nicht automatisch an Eintracht Braunschweig denken. Vier Jahre als Spieler und anschließend zehn Jahre als Cheftrainer verbrachte der 45-Jährige bei den „Löwen“.

Der gebürtige Bad Dürkheimer legt großen Wert auf Stabilität, diese konnte er dem MSV in der Vorsaison aber nur bedingt vermitteln. Für ihn spricht: Mit der Erfahrung von 114 Spielen weiß er ganz genau, worauf es in der 3. Liga ankommt.

Fazit & Prognose

Der Umbruch beim MSV Duisburg war gewaltig. Viele junge Spieler sind hinzugekommen, die zwar noch keine Erfahrung in der 3. Liga vorweisen können, denen die Verantwortlichen aber zutrauen, dort eine gute Rolle spielen zu können.

Bis sich der „neue“ MSV findet, könnte es jedoch ein wenig dauern. Ob die junge Mannschaft schon gefestigt genug ist, mit Rückschlägen umzugehen, muss sich ebenfalls noch zeigen. Der direkte Wiederaufstieg scheint in Anbetracht der Konkurrenz eher unwahrscheinlich, wir erwarten Duisburg am Saisonende im gesicherten Mittelfeld.

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