Pezzoni & Co.: Das machen die Ex-Wiesbadener heute

Von der zweiten bis zur sechsten Liga

Kevin Pezzoni spielt mittlerweile für Hessen Dreieich.

Über Griechenland zurück nach Hessen: Kevin Pezzoni. ©Imago

Mit 13 Abgängen fiel der Umbruch bei Wehen Wiesbaden im Sommer etwas größer aus. Kevin Pezzoni zog es nach Griechenland, dort wurde der gebürtige Frankfurter aber nicht glücklich und er beendete das Abenteuer nach zwei Monaten wieder.

Er kehrte in seine Heimat zurück und schloss sich Regionalligist Hessen Dreieich an. Wie es dort für ihn läuft hat er uns im Interview verraten. Auf die aktuelle Situation der anderen zwölf Abgänge werfen wir auch einen Blick.

Herr Pezzoni, vor der Saison ging es für Sie Richtung Griechenland. Warum haben Sie überhaupt Wehen Wiesbaden verlassen?
Kevin Pezzoni: „Nachdem wir drei Jahre das Ziel Aufstieg nicht erreicht haben, haben wir uns beiderseitig dafür entschlossen, dass etwas Neues passieren kann. Und so ging das Ganze auch im Guten auseinander.“

In Griechenland war es nur eine kurze Stippvisite bei Apollon Smyrnis. Warum sind Sie so schnell zurück in die Heimat?
Pezzoni: „Valérien Ismaël (wurde zu Saisonbeginn Trainer bei Apollon, Anm. d. Red.) hat mich sozusagen mit nach Griechenland genommen. Und so lange er Trainer war, war auch alles gut. Nach nur fünf Wochen kam auf einmal ein neuer Sportdirektor – ein Freund vom Präsidenten – und dann standen einige von uns im Aus. Ohne wirklich plausiblen Grund.

Der Trainer wurde ja auch direkt entlassen. Da habe ich für mich entschlossen, dass das so keinen Sinn macht. Ich will meine fußballerische Karriere dort nicht aussitzen und nur mein Geld kassieren und Urlaub machen. Immerhin habe ich auch einen Anspruch an meine Person und mein Leben. Ich brauche eine Aufgabe und Herausforderung.“

Nach 13 Jahren nur unterwegs sein, will ich auch mal ankommen. (über seine Entscheidung für Dreieich)

Die neue Herausforderung heißt nun Regionalliga Südwest. Wieso wurde es Hessen Dreieich?
Pezzoni: „Hier bin ich ja quasi zu Hause. Ich bin gefühlt zehn Minuten entfernt aufgewachsen. Daher fühlt sich das gut an. Hier kann ich mein Leben aufbauen und darauf lege ich jetzt einen gewissen Fokus. Und der Verein hat einen gewissen Charme für mich. Ich hatte auch ein paar andere Angebote, auch von Erstligisten aus dem Ausland.

Doch als das Angebot von Dreieich kam, hatte mir mein Bauchgefühl gesagt, ich solle das machen. Nach 13 Jahren – ich bin ja mit 16 von zu Hause weg – nur unterwegs sein, will ich auch mal ankommen.“

Sie sagten eben, Sie sind im Guten auseinander. Wie sehr schauen Sie denn noch die paar Kilometer weiter in die hessische Landeshauptstadt zum SV Wehen?
Pezzoni: „Ich schaue jeden Spieltag dorthin und drücke den Jungs die Daumen. Den SV Wehen verfolge ich noch sehr intensiv. Warum auch nicht? Mit den Leuten dort bin ich in Kontakt und wünsche denen alles Gute. Vor kurzer Zeit erst habe ich noch beim Training dort vorbeigeguckt und in der Kabine hallo gesagt.“

Die übrigen Abgänge:

Stefan Lorenz
Seinen Traum von der Profikarriere hat der 19-Jährige noch nicht aufgegeben, trotzdem wechselte er zurück zu seinem Jugendklub FC Garmisch in die sechste Liga. Nach sechs Einsätzen wartet er noch auf sein erstes Tor.

Robert Andrich
Für den zentralen Mittelfeldspieler ging es eine Klasse höher nach Heidenheim. Dort absolvierte der 24-Jährige bisher fünf Partien, zuletzt zeigte die Formkurve aber nach unten: In den vergangenen drei Spielen stand er nur eine Halbzeit auf dem Platz.

Stephané Mvibudulu
Der Mittelstürmer schloss sich Ligakonkurrent Großaspach an und wurde in vier Partien eingewechselt, hatte bisher aber noch kein Glück im Abschluss. Derzeit setzt ihn ein Muskelfaserriss außer Gefecht.

Dominik Nothnagel
Beim Regionalligisten FSV Frankfurt hatte der Verteidiger keinen leichten Start, wurde an den ersten vier Spieltagen nur zwei Mal eingesetzt. MIttlerweile hat er sich aber in der Startelf festgespielt, seit dem fünften Spieltag verpasste er keine Minute.

Patrick Breitkreuz
Im Sturm der Würzburger Kickers ist der gebürtige Berliner derzeit die Nummer drei hinter Orhan Ademi und Dominic Baumann. Nach fünf Einwechslungen wartet er noch auf seinen ersten Treffer.

Michael Akoto
Für den Innenverteidiger ging es im Sommer zur zweiten Mannschaft von Mainz 05 in die Regionalliga. Bisher steht nur ein Einsatz zu Buche, am ersten Spieltag stand er gegen Balingen 90 Minuten auf dem Feld. Seitdem pendelt er zwischen Bank und Tribüne.

David Blacha
Für den ehemaligen polnischen U19-Nationalspieler läuft’s in Osnabrück richtig gut. Er führt mit seinem neuen Klub die 3. Liga an, ist im zentralen Mittelfeld gesetzt und erzielte am 2.Spieltag beim 2:0-Sieg über Meppen das Führungstor.

Steven Ruprecht
Nach einer Knieverletzung in der Vorbereitung verpasste der Innenverteidiger die ersten fünf Spieltage. Wieder fit, wurde er erst gegen Kaiserslautern eingewechselt und stand dann gegen Lotte in der Startformation. Gegen die Sportfreunde erzielte der kopfballstarke 31-Jährige direkt sein erstes Tor.

Patrick Funk
Der 28-Jährige blieb der 3. Liga erhalten und wechselte in seine Heimatstadt zum VfR Aalen. Er absolvierte bisher acht Partien im defensiven Mittelfeld, sechs davon in der Startelf.

Evans Nyarko
Kurz nach seiner Verpflichtung aus Kiel im Januar 2017 verletzte sich der Ghanaer und kam danach nie richtig in Tritt. Er ist seit Sommer ohne Verein.

Philipp Müller
Verletzungsbedingt konnte sich der 23-Jährige bei Preußen Münster noch nicht durchsetzen. Er stand bei drei Einsätzen erst 36 Minuten auf dem Feld.

Agyemang Diawusie
Die Leihgabe von RB Leipzig schloss sich dem FC Ingolstadt in der zweiten Liga an. Dort absolvierte er bisher nur 15 Minuten und wurde am Wochenende in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga eingesetzt. Gegen Rosenheim erzielte er einen Treffer.

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