SC Verl: Ersatz für Mehmet Kurt gesucht

Taktgeber fehlt gelbgesperrt

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Sonntag, 20.12.2020 | 07:30
Kasim Rabihic, Zlatko Janjic und Mehmet Kurt.

Mehmet Kurt (r.) wird Verl für das abschließendes Pflichtspiel des Jahres gegen Türkgücü fehlen. ©imago images/Team 2

Nicht wenige Experten haben den SC Verl vor der Saison als Dauergast in der unteren Tabellenhälfte erwartet. Doch der Aufsteiger gehört zu den positiven Überraschungen der Saison, mit Ausnahme von zwei Spieltagen hielt sich Verl in der oberen Tabellenhälfte auf.

Daran hat auch Mehmet Kurt seinen Anteil. Der 24-Jährige ist unter Trainer Guerino Capretti unbestrittene Stammkraft, stand bislang an allen 14 Spieltagen in der Startelf. Diese Serie wird im Heimspiel gegen Türkgücü München am Sonntag allerdings reißen: Kurt sah beim 1:4 in Dresden seine fünfte gelbe Karte.

Zwei Optionen für Capretti

An Verls 4-3-3-System oder dem offensiven Spielansatz wird dessen Ausfall allerdings nichts ändern. Aktiv und mutig wolle der Aufsteiger spielen, wie Capretti vor der Saison ankündigte. Aktiv und mutig trat er bislang auch auf, mit Kurt als Taktgeber im defensiven Mittelfeld.

Um die vakante Position vor der Abwehr gegen Mitaufsteiger Türkgücü zu füllen, bieten sich dem SC zwei Optionen. Barne Pernot (Holstein Kiel II) und Sascha Korb (1. FC Schweinfurt) fanden im Sommer den Weg nach Verl, um dort die defensive Zentrale zu verstärken. Am souveränen Kurt war allerdings kein Vorbeikommen.

Die besseren Karten auf dessen Platz in der Startelf dürfte unterdessen Pernot besitzen, der gegen Dynamo noch passen musste. Elf Einsätze stehen für ihn bislang in der Bilanz, Konkurrent Korb erhielt lediglich in fünf Kurzeinsätzen Caprettis Vertrauen.

Korb die offensivere Alternative

Gänzlich aussichtslos ist die Situation für den Letztgenannten allerdings nicht: Mit neun Torbeteiligungen (drei Tore & sechs Vorlagen) in 22 Regionalliga-Einsätzen im Vorjahr bewies er, auch aus dem defensiven Mittelfeld heraus für Torgefahr sorgen zu können. Mit Blick auf den offensiven Spielansatz Verls dürfte daher klar sein, warum der Aufsteiger im Sommer beim 27-Jährigen zuschlug.

Zumal die defensiven Pflichten eines „Sechsers“ gegen Türkgücü äußerst eindimensional sind. Der letzte Gegner des SC in diesem Jahr ist offensiv durchaus berechenbar, zeigt er im bisherigen Saisonverlauf doch eine große Abhängigkeit von Sercan Sararer und Petar Sliskovic.