SC Verl: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Samstag, 29.08.2020 | 07:30
Patrick Choroba im Spielaufbau.

Patrick Choroba ist einer von wenigen Spielern im SC-Kader, die Drittliga-Erfahrung mtibringen. ©imago images/Dünhölter SportPresseFoto

13 Jahre lang ging der SC Verl in der Regionalliga an den Start, nun ist der Klub in der 3. Liga angekommen. Nachdem Rödinghausen frühzeitig auf den Aufstieg verzichtete, durfte der SC eine Klasse nach oben klettern. Diese nun auch zu halten ist das oberste Ziel.

Kader & Transfers

Der ganz große Kaderumbruch nach dem Aufstieg blieb in Verl aus, ein Großteil der Leistungsträger aus dem Vorjahr konnte gehalten werden. Bei Jan Schöppner (Heidenheim) und Ron Schallenberg (Paderborn, Rückkehr nach Leihe) hatte der SC jedoch das Nachsehen. Das Duo bildete das Mittelfeld-Zentrum, das nun neu bestückt werden muss.

Auf diese Position richteten die Verantwortlichen daher auch Ihr Hauptaugenmerk auf dem Transfermarkt. Mit Sascha Korb (Schweinfurt), Julian Schwermann (Dortmund II), Barne Pernot und Philipp Sander (beide Kiel) wurden gleich vier Spieler für diese Position verpflichtet. Bis auf Sander, der fünf Mal in der 2. Bundesliga auf dem Platz stand, spielte noch keiner von ihnen oberhalb der Regionalliga.

Drittliga-Erfahrung ist bei den Neuzugängen ohnehin rar gesät. Lediglich Steffen Lang, zuletzt bei Viktoria Köln aktiv, kennt die Spielklasse bereits. Abgesehen vom Linksverteidiger blieb Verl aber seiner Marschroute treu, auf entwicklungsfähige Spieler zu setzen, die eine hervorragende fußballerische Ausbildung genossen.

Ebenfalls in diese Kategorie fällt Lasse Jürgensen, der aus der zweiten Mannschaft des FC Augsburg kam. Der großgewachsene Innenenverteidiger verleiht Verl auch im Spielaufbau neue Möglichkeiten und dürfte als Linksfuß das Pendant zum weiterhin gesetzten Kapitän und Rechtsfuß Julian Stöckner bilden.

Die aktuelle Form

Extrem schwere Brocken setzte Capretti seiner Mannschaft in der Vorbereitung vor, um sie für die 3. Liga abzuhärten. Dementsprechend ernüchternd fielen teilweise die Ergebnisse aus: Gegen die PSV Eindhoven (0:3) und Borussia Mönchengladbach (0:4) setzte es deutliche Niederlagen.

Beim 5:4-Erfolg über Schalke 04 war jedoch erkennbar, dass der Aufsteiger an seinen Aufgaben wächst. Mit dem wenige Tage später folgenden 1:2 gegen Arminia Bielefeld zog sich Verl ebenfalls achtbar aus der Affäre.

Stärken & Schwächen

Auch wenn Capretti von seiner Mannschaft eine aktive und offensive Spielweise erwartet, war im Vorjahr die Defensive das Prunkstück. Lediglich 16 Gegentreffer musste Verl in seinen 23 Regionalliga-Partien hinnehmen. In Liga drei ist zu erwarten, dass es mehr werden. Trotzdem machte der Coach frühzeitig klar, nicht von seinem fußballerischen Ansatz abweichen zu wollen.

Das könnte für die unerfahrene Mannschaft zum Stolperstein werden: Umschaltmomente werden in der neuen Spielklasse bekanntlich konsequenter bestraft, die defensive Absicherung daher noch wichtiger werden. Mit Schöppner und Schallenberg wanderten genau in diesem Punkt zwei Schlüsselspieler ab, ihre Nachfolger werden erst noch beweisen müssen, dass sie diese Lücke schließen können.

In der Offensive blieb das erfolgreiche Trio des Vorjahres um Zlatko Janjic, Aygün Yildirim und Patrick Schikowski zwar zusammen, seine Klasse in Liga drei konnte bislang aber nur Janjic unter Beweis stellen. Ob der 34-jährige Routinier daran anknüpfen kann, bleibt abzuwarten.

Vorteil Verl: Die Rolle als Underdog. Viele Gegner werden den SC nicht auf dem Zettel haben, ihn vielleicht sogar unterschätzen. Dass sich der Klub mit dieser Rolle auskennt und sie annimmt, bewies er im Vorjahr im DFB-Pokal, als er Augsburg und Kiel aus dem Wettbewerb warf und auch beim knappen 0:1 gegen Union alles andere als chancenlos war.

Guerino Capretti gibt Anweisungen.

Seit April 2017 gibt Guerino Capretti in Verl die Richtung vor. ©imago images/Dünhölter SportPresseFoto

Der Trainer

Seit rund dreieinhalb Jahren hat Guerino Capretti das sportliche Sagen in Verl. Unter dem Deutsch-Italiener war bei der Mannschaft eine klare Handschrift zu erkennen: Mutig und attraktiv spielte der SC, der das zumeist in einem 4-3-3 mit einem klassischen Sechser und zwei Achtern tat.

Capretti bewies dabei ein gutes Händchen für Talente und den Umgang mit ihnen, doch auch Spieler die aus einer höheren Klasse den vermeintlichen Rückschritt in die Regionalliga gingen, konnte er mitnehmen. So formte er seit seinem Amtsantritt im April 2017 das Team, das den ersehnten Aufstieg einfuhr.

Die mögliche Startelf

Fazit & Prognose

Die mangelnde Erfahrung ist ein unübersehbares Manko, auch die offensive Spielweise könnte zum Stolperstein werden. Auf Verl kommen 38 Spieltage Abstiegskampf zu.

Hier sind die bisher erschienenen Teamchecks zu finden.