Viktoria Köln: Dotchev sieht Vorteile im Abstiegskampf

"Uns wird in diesem Saisonfinale nichts mehr erschüttern."

Autor: Luis Hagen Veröffentlicht: Samstag, 29.02.20 | 06:36

Pavel Dotchev gibt Anweisungen bei Spiel von Viktoria Köln

Sieht seine Mannschaft für den Abstiegskampf gut gerüstet: Viktoria-Trainer Pavel Dotchev. ©imago images/Picture Point

„Wir machen uns darauf gefasst, dass unser Kampf um den Liga-Erhalt bis zum letzten Spieltag andauert.“ Diese Prognose formuliert Pavel Dotchev im Gespräch mit Liga-Drei.de vor dem Start ins finale Drittel dieser Spielzeit. Der Wettbewerb ist spektakulär. Die halbe Liga kann noch absteigen.

Bei Dotchevs FC Viktoria wissen alle schon eine ganze Zeit lang Bescheid, dass es für diesen Klub allein um den Erhalt der 3. Liga gehen kann. Denn zum Jahreswechsel sah das alles bereits viel Schlimmer aus.

„ Uns wird in diesem Saisonfinale nichts mehr erschüttern. ”
Pavel Dotchev

Wer soeben punktgenau mit 450 Profispielen in seinem Leistungs-Portfolio als Cheftrainer hierzulande aufwarten kann, der weiß nur zu gut, was jetzt zu tun ist. Dotchev ahnt, wenn es ihm gelingen würde, den Vorsprung an Existenzkampf-Erfahrungen dort unten im Tabellenkeller gegenüber der Konkurrenz aus Magdeburg, Halle oder Kaiserslautern als Vorteil zu generieren, dann wäre dies wohl ein guter Schachzug.

Krise mit zwölf sieglosen Spielen überstanden

So platziert er ihn auch jetzt vor dem Sonntag-Match beim großen FC Ingolstadt, der aktuell nämlich einen Niederlagen-Hattrick zu verarbeiten hat. Selbstbewusst bemerkt Dotchev: „Wir haben schon verdammt viel durchgemacht. Und so wird uns in diesem Saisonfinale nichts mehr erschüttern.“

Als Viktoria Köln kurz vor Weihnachten von Hansa Rostock daheim im rechtsrheinischen Höhenberg mit einem 1:5-Debakel in die Winterpause geschickt wurde, hätten wohl neun von zehn Klubs ihren Trainer ausgetauscht. Zwölf Ligaspiele hintereinander war dem Team kein Sieg gelungen und obendrein ging auch noch das regionale Pokalduell in Hennef verloren.

Stete Beobachter dieser 3. Liga bringen die Auftritte des FC Viktoria seither gern so auf den Punkt: Vorne hui, hinten pfui. Soll heißen: An der Offensivabteilung gibt es nicht viel zu kritisieren: Bunjaku zeigt mit 36 Lenzen eine Dauerpräsenz, als habe er der Fußballwelt immer noch etwas zu beweisen.

Obendrein haben Wunderlich, Handle und Holzweiler auch in Zeiten des größten Dilemmas nachgewiesen, dass sie ihr Handwerk gelernt haben. Und jetzt trifft auch noch Lewerenz für Viktoria. Der frühere Kieler ist Dotchevs effektivster Neuzugang des letzten Transfer-Abschnitts. Auch an neuen Impulsen für eine Verbesserung des Verteidigungsspiels wird intensiv gearbeitet.

Noch nie hatte Dotchev einen Abstieg zu verantworten

Dass Pavel Dotchev weiterhin Chefcoach am Höhenberg ist, hat zweifellos markante Gründe: Zuvorderst genießt Dotchev einen tadellosen Ruf in der Branche. Ja, so manche Amtszeit endete zwar vorzeitig, doch einen Ligaverlust hatte Dotchev in seiner Trainerhistorie noch nie zu verantworten. Und zu guter Letzt ist den Entscheidern bei Viktoria klargeworden, dass kein Trainer der Welt den vorhandenen Kader in eine verlässliche Erfolgsgemeinschaft verzaubern kann.

Trifft Janßens Prognose ein?

Der in Köln lebende Fußball-Lehrer Olaf Janßen ist ein Insider des Kölner Fußballs. Im Gespräch mit Liga-Drei.de analysierte er im Dezember die Situation des FC Viktoria bereits optimistisch: „Mir gefällt es, dass bei Viktoria keine Entscheidungen aus der Stimmungslage eines Moments der Enttäuschung heraus getroffen werden, sondern allein im Sinne der konstruktiven Nachhaltigkeit.

Mit einem kräftigen Durchschnaufen in der Winterpause, mit einigen wenigen, doch starken neuen Kräften für das Team, mit der Rückkehr bewährter Leistungsträger sowie mit Pavel Dotchev als Trainer wird Viktoria im Mai die 3. Liga halten.“

Tatsächlich zeigen Pavel Dotchev und seine Fußballer in diesem neuen Fußballjahr mit erstaunlichen Ergebnissen endlich wieder ihr strahlendes Gesicht: 2:2 bei den Leidensgenossen aus Chemnitz, 4:3 beim hochambitionierten Halleschen FC, 1:1 beim Tabellenzweiten aus Unterhaching, 1:0 im Sechs-Punkte-Match in Aspach.

Allein die starken Super-Azubis des FC Bayern haben Dotchevs stabilisierte Viktoria zwischendurch besiegen können. Mit 4:2 dank zweier Lastminute-Treffer in der 90. und 94. Minute. „Unglaublich unglücklich war diese Niederlage“, sagt Pavel Dotchev.

Nun, neuen Schaden angerichtet hat diese Enttäuschung bei Dotchevs gut erholtem FC Viktoria keineswegs…

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