Viktoria Köln: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Freitag, 28.08.2020 | 08:00
Albert Bunjaku von Viktoria Köln

Kann Albert Bunjaku seine Torquote aus dem Vorjahr bestätige? ©Imago images/hmb media

Das zweite Jahr ist immer das schwerste, heißt es oft für Aufsteiger, die in der Klasse geblieben sind. Bei Viktoria Köln war das erste Jahr recht schwer, gegen Ende der Hinrunde gerieten die Rheinländer in arge Abstiegsnot. Am Ende hielt man aber recht komfortabel auf Platz zwölf die Liga. Nun darf es etwas mehr sein.

Kader & Transfers

Der Umbruch auf dem Höhenberg fällt recht groß aus, was aber gewollt ist. Einzig die Leihspieler Lars Dietz (Union Berlin) und Jonas Carls (Schalke) mussten unfreiwillig ziehen gelassen werden, Führungsspieler Tobias Willers beendete seine Karriere. Auch Profis mit viel Spielzeit wie Hamza Saghiri, Mart Ristl, oder die Torhüter Sebastian Patzler und Daniel Mesenhöler ließ man bewusst gehen.  Ansonsten gingen nur eine Reihe Ergänzungsspieler.

An ihre Stelle treten namhafte Neuzugänge. Im Tor duelliert sich der Ex-Bundesliga-Keeper Sebastian Mielitz mit dem einzigen aus der Vorsaison verbliebenen Schlussmann André Weis.

Für die Innenverteidigung wurde im Winter schon Sead Hajrovic geholt, im Sommer kam von Heracle Almelo Maximilian Rossmann hinzu. Bernard Kyere und Dominik Lanius werden um ihre Plätze kämpfen müssen. Fabian Holthaus kann ebenfalls innen spielen, wird sich aber eher mit Neuzugang Luca Stellwagen um die Position links in der Viererkette streiten. Einzig rechts hinten bleibt defensiv alles beim Alten: Das Duo Patrick Koronkiewicz und Marcel Gottschling wechselt sich weiter ab.  

Im zentralen Mittelfeld bekommt Eigengewächs Kai Klefisch erhebliche Konkurrenz: René Klingenburg und Jeremias Lorch kommen jeweils von Zweitliga-Absteigern auf die „Schäl Sick“. Klingenburg kann aber auch weiter vorne mit oder als Alternative zu Mike Wunderlich spielen, sollte der Spielmacher und Top-Scorer mit 34 Jahren einmal müde sein.

Auch der ohnehin schon gut funktionierende Angriff wurde verstärkt. In Timmy Thiele gibt es eine echte Alternative zu Torjäger Albert Bunjaku. Die Außenbahnspieler Simon Handle und Kevin Holzweiler bekommen es mit Lucas Cueto und Marcel Risse, der vom Nachbarn 1. FC Köln geliehen wurde, zu tun. Beim erst- und Zweitliga erprobten Routinier stehen aber noch Fragezeichen hinter der Fitness.

Die aktuelle Form

Die Vorbereitung startete mit einem echten Brocken: Hertha BSC war mit 0:2 zu stark, Viktoria zeigte aber eine ansprechende Leistung. Es folgte ein Kantersieg über einen Berliner Verbandsligisten (6:0).

Auch der Regionalligist Bonner SC wurde deutlich mit 6:1 abgefertigt, die Offensive ist also in guter Früh-Form. Am selben Tag trat Viktoria gegen die U23 des 1. FC Köln an, musste sich dabei aber mit einem 1:1 begnügen.

Bis zum Auftakt gegen Waldhof Mannheim standen mit der U23 des BVB und den Profis von Schalke 04 noch zwei echte Prüfsteine auf dem Plan. Letzterer musste entfallen. Stattdessen wurde ein Test gegen PSV Eindhoven anberaumt. Während die Partie gegen die Dortmunder torlos endete, gab es gegen zunächst einen Dämpfer gegen Wegberg-Beek aus der Mittelrheinliga: 1:3 hieß es am Ende. Dafür gelang ein Achtungserfolg gegen PSV: 1:1.

Stärken & Schwächen

71 Gegentore in der Vorsaison, nur Schlusslicht Carl Zeiss Jena kassierte mehr: Das lag einerseits an der offensiven Spielweise, hatte aber auch qualitative Gründe. Nicht umsonst wurde vor allem der Bereich vor der Abwehr ausgetauscht. Jeremias Lorch und René Klingenburg bringen deutlich mehr Robustheit mit, als sie beispielsweise Saghiri hatte.

Auch die Innenverteidigung erhält mit Rossmann sicherlich einen Qualitätsschub, seine potenziellen Nebenleute aber müssten sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Ob Luca Stellwagen den pfeilschnellen Jonas Carls vergessen machen kann, bleibt abzuwarten.

Keine Sorgen machen muss man sich um die Offensive. Bunjaku und Wunderlich erzielten gemeinsam 37 Tore, Simon Handle steuerte beachtliche acht bei. Nun kommt mit Timmy Thiele, Marcel Risse (so er verletzungsfrei bleibt) und Lucas Cueto reichlich Torgefahr hinzu.

Pavel Dotchev gibt Anweisungen

Kennt die 3. Liga wie kein anderer: Pavel Dotchev. ©Imago images/MaBoSport

Der Trainer

Pavel Dotchev hat mehr Drittliga-Erfahrung als jeder andere Trainer. Der Bulgare hat schon einige Vereine in der Liga betreut, stieg mit Paderborn (damals noch aus der Regionalliga) und Erzgebirge Aue in die 2. Bundesliga auf. Dotchev ist für seine gute Beziehung zu seinen Spielern bekannt, gilt mit seiner freundlichen Art geradezu als Menschenfänger.

Das hindert ihn nicht daran, intern klare Vorstellungen zu haben. Die bestehen in erster Linie aus einer soliden Defensive, weswegen ihm das abgelaufene Jahr ein Dorn im Auge gewesen sein wird.

In seinen besten Jahren bei Aue, Münster und Rostock stellten seine Teams stets eine der besten Abwehrreihen. Stimmt diese Basis, ist es durchaus seine Absicht, schnell und attraktiv nach vorne spielen zu lassen. Seine Engagement bei Viktoria könnte nun genau anders herum verlaufen.

Die mögliche Startelf

Voraussichtliche Aufstellung Viktoria Köln

Voraussichtliche Aufstellung Viktoria Köln

Fazit & Prognose

Die Defensive war das Sorgenkind, wurde daher sinnvoll verstärkt, vorne wurde die Qualität auch in der Breite erhöht: Wir sehen die Viktoria als einen der Kandidaten für den Aufstiegs-Relegationsplatz.

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