SpVgg Unterhaching: Copado freut sich für Hain

"Er kann es auch in der 2. Liga."

Francisco Copado bejubelt ein Tor für Unterhaching

Francisco Copado weiß, wie man in Unterhaching Tore schießt. ©Imago/MIS

Mit seinen zwei Toren gegen Fortuna Köln am 15. Spieltag hat Stephan Hain sich zum alleinigen Rekord-Torschützen der SpVgg Unterhaching gemacht. Damit löste er die Haching-Legende Francisco Copado ab, der zwischen 2000 und 2005 die Glanzzeiten der Spielvereinigung mitgemacht hat. Wir haben mit dem entthronten Rekordhalter über seinen Nachfolger, die Saison seines Ex-Klubs und seine Ambitionen im Trainer-Geschäft gesprochen.

Herr Copado, was bedeuten Ihnen Rekorde?
Francisco Copado: „Es ist immer schön, wenn man Rekorde aufstellt und man dadurch eine Zeitlang im Gedächtnis bleibt. Aber viel kann man sich im Endeffekt nicht dafür kaufen.“

In 131 Spielen für Unterhaching trafen Sie 64-Mal und waren bester Torjäger der Vereinsgeschichte. Wie oft hat man Sie darauf angesprochen?
Copado: „Ich selbst wusste gar nicht, wie viele Tore ich geschossen habe. Angesprochen wurde ich darauf eigentlich gar nicht. Während man bei einem Verein spielt, wird man natürlich auf Tore angesprochen, aber danach ist es eigentlich schnell so, dass man gar nicht mehr daran denkt.“

Ich wusste nicht, dass ich Hachings bester Torschütze bin. (Reaktion auf den eingestellten Rekord)

Ihnen war also nicht bewusst, dass Stephan Hain auf dem Weg dahin war, den Rekord zu knacken?
Copado: „Nein, denn ich wusste nicht, dass ich Hachings bester Torschütze war. Aber ich habe mitbekommen, dass Stephan ein außergewöhnlicher Stürmer ist und für die Spielvereinigung in letzter Zeit viele Tore geschossen hat. Aber dass ich der Gejagte bin, habe ich nicht im Fokus gehabt. Letzte Woche bin ich darauf angesprochen worden, dass ich abgelöst wurde. Da ist mir zum ersten mal bewusst geworden, dass ich viele Tore für die Spielvereinigung geschossen habe.

Ich freue mich für Stephan. Er passt super in den Verein und in die Mannschaft. Ich wünsche ihm, dass er noch viele Tore mehr schießt, denn wenn man Rekordtorschütze für einen Verein ist, dann sollte man so viele Tore wie möglich schießen, um so lange wie möglich an dieser Stelle zu bleiben.“

Hain selbst hat den Rekord relativiert, weil Sie hauptsächlich in der 2. Bundesliga trafen. Wie bewerten Sie seine Leistung?
Copado: „Stephan spielt hervorragend, seitdem er bei der Spielvereinigung ist. Das macht sich in Toren bemerkbar. Egal in welchen Ligen man die Tore schießt, es nötigt immer Respekt ab, denn leicht ist es nie. Er hat in der Regionalliga bewiesen, dass er viele Tore schießen kann und ein Faktor für die Spielvereinigung ist. Er zeigt es auch in der 3. Liga und deshalb nötigt es Respekt ab. Ich hoffe, er bekommt die Möglichkeit, noch eine Liga höher Tore zu schießen.“

Tore nötigen immer Respekt ab. (über den Unterschied zwischen Toren in Liga 3 und Liga 2)

Momentan ist Hain der beste Torjäger der Liga. Als früherer Stürmer und jetziger Trainer: Was kann er noch verbessern?
Copado: „Dafür bin ich zu weit weg und sehe zu wenig Spiele. Es ist auch nicht meine Aufgabe, das zu bewerten. Ich glaube, er ist ein Top-Stürmer. Ob es in der Regionalliga oder in der 3. Liga ist, er beweist es. Ich glaube, er kann es auch in der 2. Liga hinbekommen. Er hat die richtigen Leute an seiner Seite und die richtigen Trainer, die das beurteilen könne. Er bringt genug Qualität mit und wird immer daran arbeiten, noch mehr Tore zu schießen.“

Sie machten im März den Fußballlehrer. Was sind Ihre weiteren Pläne?
Copado: „Ich möchte gerne demnächst wieder als Trainer unter professionellen Bedingungen arbeiten, gerne in einem NLZ bei einer U17, U19 oder U23, oder einem Regional- bzw. Drittligisten. Die Jungs wollen noch sehr viel erreichen, wollen viel lernen und man kann sie sehr gut begleiten. Das fände ich sehr interessant.

Ich habe es versucht, Mannschaften zu trainieren, die eher Halbprofis sind. Bei denen ist eben Fußball nicht der Mittelpunkt des Lebens, was mit meinen Vorstellungen nicht zu vereinbaren ist. Darum habe ich mir gesagt, wenn ich demnächst Trainer werde, dann nur unter professionellen Bedingungen. Denn ich möchte Spieler entwickeln und ihnen helfen, eventuell auch ein bisschen Geld zu verdienen mit Fußball. Das fände ich sehr reizvoll.

Auf der anderen Seite habe ich einen Sohn, der sehr erfolgreich Fußball spielt, den ich begleite und der mich braucht. Deswegen schaue ich erst einmal was kommt. Die meiste Bewegung kommt jetzt erst in Gang. Ich bin für vieles offen, aber es muss passen.“

Ich wünsche ihnen, dass sie es am Ende schaffen. (über die Aufstiegschancen der SpVgg)

Wie bereiten Sie sich auf ein mögliches Engagement vor?
Copado: „Ich schaue viele Spiele: Jugend, Regionalliga und 3. Liga. Hier in München ist viel zu sehen, viel zu analysieren. Man beobachtet, spricht mit viele Leuten. Ich bin viel beim FC Bayern, schaue beim Training zu, um mich weiterzuentwickeln.

Außerdem lese ich alles Mögliche über Regionalliga, 3. Liga und 2. Bundesliga, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Wenn man sein Leben lang Fußball gespielt hat, dann schaut man natürlich immer viel Fußball.“

Schauen Sie Spiele der SpVgg eigentlich jetzt als Fan oder als Trainer?
Copado: „Egal welches Spiel ich mir anschaue, schaue ich als Fußball-Fan an, aber mit dem Hintergrund eines Trainers. Man schaut nicht nur als Fan, sondern beobachtet, analysiert, überlegt, was hätte man anders gemacht.“

Wie gefällt Ihnen, was Sie in dieser Saison in der 3. Liga und speziell von der Spielvereinigung bislang gesehen haben?
Copado: „Das letzte Spiel, das ich gesehen habe, war das Derby. Sie spielen guten Offensiv-Fußball und ich hoffe, dass sie in der Rückrunde das nötige Glück haben und im ersten Drittel bleiben. Wenn sie dann die Möglichkeit auf mehr haben, werden sie es mit etwas Glück hoffentlich nutzen. Ich wünsche ihnen auf jeden Fall alles Gute und, dass sie es am Schluss schaffen.

Die 3. Liga schaue ich mir immer wieder an, wenn ich die Zeit habe, wenn ich bei 1860 vorbeischaue, um mich zu informieren, wie die Mannschaften spielen, welche Systeme sie haben und welche Spieler sie einsetzen. So bleibt man immer auf dem aktuellen Stand, damit man immer mitsprechen kann, wenn es um das Thema geht.“

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Copado!

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