SV Meppen: Der Liga-Drei Teamcheck

Schaffen die Emsländer den Klassenerhalt?

Martin Wagner, Kapitän beim SV Meppen

Der SV Meppen, hier mit Martin Wagner, kämpft um den Klassenerhalt. ©Imago

Die Landkarte der 3. Liga ist um ein weiteres Ziel reicher – der SV Meppen geht als Aufsteiger in die neue Spielzeit. Die Euphorie im Emsland soll genutzt werden, gleich zum Ligastart warten vier dicke Brocken auf das Team von Trainer Christian Neidhart.

Der Klassenerhalt – das dürfte das Ziel des SVM sein. Ob das gelingt, zeigen wir Euch in unserem Teamcheck. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Sechs Abgängen stehen derzeit elf externe und drei interne Neuzugänge gegenüber, womit der Aufsteiger den derzeit größten Kader in der 3. Liga aufweist. Unter den neuen Akteuren, die in der letzten Spielzeit ebenfalls noch in der Regionalliga aktiv waren, sind jedoch auch einige drittligaerfahrene Spieler.

Mit Steffen Puttkammer konnten sich die Emsländer einen gestandenen Verteidiger an Bord holen. Puttkammer, gebürtiger Wilhelmshavener, war in seiner Karriere bereits für den VfB Oldenburg und BV Cloppenburg aktiv, Meppen passt somit auch geografisch in die Vita des 28-Jährigen. Ebenfalls in der 3. Liga aktiv waren in der abgelaufenen Spielzeit bereits Nico Granatowski (zuvor SF Lotte), Erik Domaschke (RW Erfurt) und Leihspieler Haris Hyseni (Jahn Regensburg).

Derzeit weist der SVM-Kader einen numerisch starken Abwehrverbund auf, hier könnte es noch Ausdünnungen geben. Stark vertreten ist zudem die Abteilung ‚Defensives Mittelfeld“, wobei ein Jens Robben beispielweise auch auf anderen Positionen agieren kann, so wie in der vergangenen Aufstiegsspielzeit. Im Angriff hat sich Meppen gut aufgestellt, einige flexible Akteure zählen zum Team von Trainer Christian Neidhart.

Die aktuelle Form

Höhepunkt der Vorbereitung war der 3:0-Erfolg gegen den niederländischen Vertreter Twente Enschede. Ansonsten musste die Neidhart-Elf erst eine Niederlage hinnehmen, gegen den Ligarivalen SV Werder Bremen II gab es eine 0:1-Pleite. Zuletzt folgten zwei Erfolge, dabei blieb Meppen erneut ohne Gegentor.

Stärken & Schwächen

Die Emsländer spielten eine herausragende Saison, die Teilnahme an der Relegation stand schon früh fest. Dabei stimmte auch die Balance zwischen Offensive und Defensive: 81 Toren – der SVM stellte den besten Angriff – standen 5 gegnerische Treffer gegenüber. Nur ein Team fing sich noch weniger Gegentore.

Benjamin Girth und Marius Kleinsorge, die beiden erfolgreichsten Schützen der abgelaufenen Spielzeit, tragen immer noch das SVM-Trikot, Mirco Born zog es hingegen zum SV Sandhausen. Zwar traf der 23-Jährige „nur“ 11-mal selbst, mit seinen 23 Vorlagen bildete er jedoch einen wichtigen Eckpfeiler und fungierte als wichtiger Passgeber. Seinen Abgang gilt es zu kompensieren.

Ein Schlüssel zum Klassenerhalt dürfte die Heimstärke sein, die den SV Meppen in der abgelaufenen Spielzeit stark gemacht hat. Lediglich eine Niederlage mussten die Anhänger im Emsland verkraften, neben 14 Siegen gab es zwei Unentschieden. Zudem konnten die gegnerischen Teams in Meppen insgesamt nur 10 Tore erzielen.

Das Grundkorsett der abgelaufenen Spielzeit konnte beisammen gehalten werden, zudem offenbart der Aufsteiger einige Akteure, die bereits höherklassig unterwegs waren. Gleich sieben Profis können bereits Einsätze in der 2. Bundesliga vorweisen , mit Markus Ballmert und Devann Yao, der den Saisonstart verletzungsbedingt verpassen wird, gesellen sich gleich zwei Neuzugänge dazu.

Christian Neidhart, Trainer SV Meppen

„Krönte“ seine bisherige Amtszeit im Emsland mit dem Aufstieg: Christian Neidhart ©Imago/Joachim Sielski

Der Trainer

Seit der Spielzeit 2013/14 betreut Neidhart den SV Meppen als Cheftrainer, 148 Pflichtspiele sind seitdem unter seiner Leitung bislang über die Bühne gegangen – 1,78 Zähler sammelte er dabei im Schnitt. In der vergangenen Spielzeit schaffte er mit den Emsländern den Sprung in den Profifußball, der ihm auch aus seiner aktiven Zeit noch vertraut sein dürfte.

Für den VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig ging Neidhart dabei als Stürmer in der 2. Bundesliga auf Torejagd. Neidhart schaffte es, den SV Meppen in den vergangenen Jahren schrittweise an die 3. Liga heranzuführen, die Krönung war bekanntlich der Aufstieg in den Relegationsspielen gegen den SV Waldhof Mannheim.

Die mögliche Startelf

Erik Domaschke dürfte den Platz von Benjamin Gommert im Tor einnehmen, für die defensivorientierte Reihe davor besitzt Neidhart einige Optionen. Steffen Puttkammer dürfte dabei ebenso ein Favorit auf die Startelf sein, um den weiteren Platz im Zentrum streiten sich mit Jovan Vidovic, Dennis Geiger und Marcel Gerbers gleich drei Akteure. Neidhart könnte das Luxusproblem jedoch auch nutzen, um eine Dreierkette aufzubieten. Dies wurde in einigen Testspielen bereits erfolgreich getestet.

Im 3-5-2 wäre somit auf den Außen Platz für Neuzugang Fabian Senninger auf rechts und David Vrzogic auf links. Im defensiven Mittelfeld könnten zwei Sechser für zusätzliche Stabilität sorgen, Thilo Leugers ist hierbei der erste Ansprechpartner. Der Platz im offensiven Mittelfeld dürfte Martin Wagner gehören, Neuling Ballmert könnte ihn unterstützen.

Im Sturm könnten Haris Hyseni und Girth das neue Duo bilden. Neuzugang Granatowski ist ebenfalls ein Kandidat für die rechte Außenbahn, auch Marius Kleinsorge dürfte hier ebenfalls Ansprüche anmelden. Die mögliche Startelf könnte wie folgt aussehen: Domaschke – Puttkammer, Vidovic, Geiger – Vrzogic, Ballmert, Leugers, Wagner, Senninger – Hyseni, Girth.

Unser Fazit

Ein Liganeuling, der einen interessanten und ausgewogenen Kader aufweist. Der Start ist denkbar schwierig, zunächst geht es gegen die Würzburger Kickers, der SC Preußen Münster, der 1. FC Magdeburg und der F.C. Hansa Rostock warten anschließend – vielleicht kann der SV Meppen mit der Aufstiegseuphorie im Rücken in diesen Partien für eine erste Überraschung sorgen.

Im Laufe der Spielzeit dürften die Emsländer jedoch in der 3. Liga ankommen. Den Klassenerhalt als Ziel, könnte es für den Aufsteiger am Ende der Spielzeit eng werden.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Ganz enge Kiste

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