SV Meppen: Maul mahnt solides Finanzgebaren an

Kritik an zu hoher Risikobereitschaft

Ronald Maul an der Seitenlinie

Ronald Maul blickt sorgenvoll auf die Finanzen der Drittligisten. ©Imago/Karina Hessland

Der Insolvenzantrag von Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt hat den Fokus des öffentlichen Interesses einmal wieder auf die finanzielle Situation der Drittliga-Vereine gelenkt. In einem Beitrag zur Debatte mahnt Geschäftsführer Ronald Maul vom SV Meppen grundsätzlich solides Finanzgebaren der Vereine als eine Voraussetzung zur Vermeidung von Problemen wie bei RWE an.

Es muss generell ein Umdenken stattfinden. (SVM-Manager Ronald Maul)

In einem von der Neuen Osnabrücker Zeitung veröffentlichten Agentur-Report fordert Maul eine Abkehr von teilweise unrealistischen Planungen und Zielsetzungen. „Jeder muss sich genau überlegen: Was habe ich zur Verfügung? Und welches Risiko gehe ich ein?“, sagte der Ex-Profi und ergänzte: „Ich bin mir sicher, dass generell ein Umdenken in den einzelnen Vereinen stattfinden muss.“

Erfurts Insolvenz nur die Spitze des Eisbergs

Erfurt hatte in den vergangenen Woche durch die Einleitung eines Insolvenzverfahrens angesichts von über acht Millionen Euro Verbindlichkeiten für Schlagzeilen gesorgt. Allerdings kämpfen in der laufenden Saison auch andere Vereine, die Rede ist von insgesamt acht weiteren Klubs, mit den Grenzen ihres Etats. In der vergangenen Spielzeit hatten bereits der VfR Aalen und der spätere Absteiger FSV Frankfurt wie RWE eine geordnete Insolvenz angemeldet.

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird die wirtschaftliche Situation einiger Vereine mit Sorge beobachtet. Für manche Klubs seien die Finanzen „leider eine Gratwanderung“, hieß es in dem Report.

Maul erwartet von seinen Kollegen bei den Drittliga-Vereinen nicht zuletzt aufgrund der finanziell im Vergleich zur zweiten Liga eher bescheidenen Mittel wie etwa den erheblich niedrigeren Einnahmen durch TV-Gelder verantwortungsbewusstere Kalkulationen. Die Personalkosten dürften nicht für einen lediglich erhofften Aufstieg und damit verbundene Mehreinnahmen in der Zukunft maßlos über die jeweils eigenen Möglichkeiten getrieben werden.

„Wir sind in der Lage, unsere Kosten zu decken“, verwies Maul auf die Prinzipien seines derzeit mit schwarzen Zahlen operierenden Klubs: „Wenn jeder damit anfängt, wäre das sicherlich ein Schritt nach vorne.“

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