VfB Lübeck: Mut wird belohnt

Aufsteiger versteckt sich nicht mehr

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Dienstag, 17.11.2020 | 08:52
Yannick Deichmann gegen Verl.

Yannick Deichmann belohnte mutige Lübecker beim Auswärtsspiel gegen Verl. ©imago images/osnapix

Nach dem Aufstieg musste sich der VfB Lübeck etwas gedulden: Acht Spieltage, um genau zu sein. Dann gelang den Norddeutschen der erste Sieg. Seitdem kamen in zwei Partien zwei weitere Siege hinzu, durch den späten 2:1-Erfolg über Verl am gestrigen Abend kletterte der VfB auf Platz 13.

In der Nachspielzeit sorgte Yannik Deichmann für den umjubelten Siegtreffer, obwohl er – zu diesem Zeitpunkt leicht angeschlagen – von seinem Trainer Rolf Martin Landerl bereits in den Defensivverbund zurückbeordert wurde. „Ein Glück hat er mich kurz davor noch ein bisschen vorne rumspielen lassen, damit ich den Schuss noch reinmachen konnte“, war Deichmann anschließend bei Magenta Sport froh, dass Landerl diese Anweisung nicht ganz so strikt auslegte.

Mit einem Punkt nicht mehr zufrieden

Ohnehin überraschte Lübeck speziell in der Schlussphase mit viel Mut: Statt das Remis über die Zeit zu retten und hierfür eine möglichst kompakte Defensive zurückzugreifen, wechselte Landerl nach rund 80 Minuten beim Stand von 1:1 etwas überraschend sehr offensiv.

Mit Osarenren Okungbowa musste ein Innenverteidiger für Mittelstürmer Soufian Benyamina weichen. Die Ansage war klar: Mit einem Punkt war Lübeck an diesem Abend nicht zufrieden, es sollte schon die maximale Ausbeute sein. Dieser Mut wurde belohnt, die Verler Zuordnung vor Deichmanns Siegtreffer war so nicht mehr stimmig.

Auffällig aber eben auch: Die Mannschaft ging bei dieser Entscheidung von Landerl mit, traute sich auch weiterhin nach vorne, anstatt in den Verwaltungsmodus zu schalten und den einen Punkt über die Zeit zu bringen. Dass dieses Vorhaben dann auch noch von Erfolg gekrönt wurde, dürfte die Brust noch etwas breiter werden lassen und sich auch auf das Heimspiel gegen die FC Bayern U23 am kommenden Wochenende auswirken.

Denn Mut braucht es für Lübeck auch, um die bisher dürftige Bilanz gegen Klubs aus dem Großraum München auszubauen: Unterhaching (0:1), 1860 München (1:4) und Mitaufsteiger Türkgücü (3:4) unterlag der VfB in dieser Spielzeit. Dass sich die Landerl-Elf etwas gedulden kann, hat sie aber bereits unter Beweis stellen können.