VfB Lübeck: Nach Führungen „Eier zeigen“

Deichmann-Appell an Mannschaft

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 11.01.2021 | 09:33
Yannick Deichmann beim VfB Lübeck

Freund klarer Worte: Yannick Deichmann. ©Imago images/osnapix

Silvester ist noch nicht lange her. In einem Sketch, der traditionell zum Jahresende gespielt wird, heißt es: „The same procedure as every year“. Beim VfB Lübeck trifft das gleiche Prozedere zwar nicht „every game“ zu, jedoch ist es auffällig, wieviele Punkte der Aufsteiger trotz Führung in dieser Saison verspielt.

Elfmal erzielte der VfB Lübeck schon das 1:0. Zum Vergleich: Aufstiegsaspirant FC Ingolstadt gelang das mit zwölf Führungen nur einmal mehr. Allerdings gewann der VfB Lübeck nur vier Partien, in denen er das erste Tor des Spiels erzielte – es waren die einzigen vier Saisonsiege, allesamt zwischen dem achten und elften Spieltag datiert.

Fortschritte verflogen

Siebenmal also ließen die Hansestädter nach Führung noch Punkte liegen, in den letzten beiden Fällen gegen Wehen Wiesbaden sowie gestern gegen den FSV Zwickau verloren sie gar das Spiel. „Wir schaffen es einfach nicht, diese Führung auch mal zu Ende zu spielen“, konstatierte Yannick Deichmann nach der gestrigen Niederlage in Westsachsen am Mikrofon von Magenta Sport.

Was zunächst resigniert klingt, richtet der Mittelfeldmann als Appell an seine Mannschaft. „Diesen Reifeprozess hatten wir auf jeden Fall in den vier Spielen, die wir gewonnen haben und jetzt müssen wir Eier zeigen und sagen, dass wir, auch wenn wir in Führung gehen, das Spiel zu Ende ziehen.“

Vorangehen müssen dabei stärker die erfahrenen Spieler wie Martin Röser, Tommy Grupe oder Nico Rieble. Allein dieses Trio vereint über 288 Drittliga-Spiele. Aber auch das Comeback von Mirko Roland macht Hoffnung.

Bevor er wegen eines Muskelfaserrisses ausfiel, verlor der VfB Lübeck nur eins von sieben Spielen. Gegen den FSV Zwickau feierte er sein Comeback, bereitete den Treffer vor, musste aber nach etwas mehr als 60 Minuten runter. Genau dann beginnt beim Aufsteiger allerdings die kritische Phase.

Der kommende Gegner hat übrigens ganz ähnliche Probleme. Am Mittwoch trifft der VfB auf den SV Waldhof Mannheim. Dieser konnte von sechs Halbzeit-Führungen nur zwei über die Zeit bringen, vier Partien endeten unentschieden.