VfB Lübeck: Über den Kampf ins Spiel

Grundtugenden verhelfen Aufsteiger zu Punkten

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 09.11.2020 | 09:11
Mirko Boland beim VfB Lübeck

Mirko Boland ging auch gegen den KFC Uerdingen nimmermüde voran. ©Imago images/brauer-fotoagentur

Über den Kampf ins Spiel finden – diese Fußballphrase wird gemeinhin von der Kreis- bis zur Bundesliga bemüht und auch beziehungsweise gerade in Liga drei kann sich die etwas martialische Ansage auszahlen.

So fuhr der VfB Lübeck am gestrigen Sonntag einen aufgrund der durchwachsenen Anfangsphase schmeichelhaften, wenn auch nicht unverdienten Sieg ein, nach dem Trainer Rolf Martin Landerl bei MagentaSport die Mentalität seiner Mannschaft lobte: „Es haben sich alle reingehauen, es war einer für den anderen da, wir sind über den Kampf in das Spiel reingekommen. Ich glaube, das fällt unter die Rubrik: Hart erkämpftes 1:0.“

Einstellung setzt Kräfte frei

Spielerisch besteht noch Luft nach oben bei den Hansestädtern, mit zwei Siegen in Folge ist allerdings festzuhalten: Sie sind endgültig angekommen in der dritten Liga. Dafür verantwortlich ist eine neu gewonnene Stabilität in der Defensive. Bei den jüngsten zwei Siegen musste Keeper Lukas Raeder nicht hinter sich greifen, nachdem der VfB an den ersten sieben Spieltagen noch durchschnittlich über zwei Tore pro Partie kassierte.

Aber wie wird eine Mannschaft von der Schießbude der Liga zum Bollwerk? Taktisch und personell gibt es wenige Änderungen zu den ersten Spielen. Offensivmann Martin Röser erklärte aber bereits nach dem Sieg gegen Viktoria Köln: „Da war der absolute Wille, was nicht heißt, dass der vorher nicht da war. Aber wir hatten eine noch bessere Körpersprache, haben als Mannschaft geschlossen gut gegen den Ball gearbeitet. Das war das Entscheidende.“

Vokabeln wie Wille und Kampf haben also momentan Hochkonjunktur an der Lohmühle und werden wohl auch in der Vorbereitung auf die Partie gegen den SC Verl Anwendung finden. Der Aufsteiger aus dem Westen schaffte es bisher, Kampf und spielerische Lösungen zu kombinieren, steht deshalb auf Tabellenplatz fünf gut da. Auch wenn die jüngsten „Dreier“ des VfB noch als Arbeitssiege zu verbuchen waren – sie dürften den Norddeutschen genügend Selbstvertrauen geben, um sich auch spielerisch weiterzuentwickeln.