Widemann: „Hauptsache, nicht verlieren.“

Interview mit Hachings Rückkherer

Dominik Widemann von der SpVgg Unterhaching

Dominik Widemann spielt im Toto-Pokal meist von Beginn an. ©Imago/foto2press

Dominik Widemann kehrte nach drei Jahren in Heidenheim wieder an seine alte Wirkungsstätte nach Unterhaching zurück, wo er 2014/15 als 18-Jähriger acht Tore in der 3. Liga erzielte. Der Stürmer kam spät in der Saisonvorbereitung zur Mannschaft und kämpft sich aktuell meist über Einwechslungen und Landespokal-Spiele in die erste Elf. Im Interview mit Liga-Drei.de gibt er Einblick in die Zeit in der 2. Bundesliga, die für ihn nicht leicht war, und was er dennoch gelernt hat. Außerdem spricht er über die aktuelle Saison, die Ambitionen der Spielvereinigung und seine persönlichen Ziele.

Herr Widemann, was hat sich bei der Spvgg Unterhaching verändert, seit Sie den Verein 2015 verließen?
Dominik Widemann: „2015 war mit dem Abstieg verbunden. Ich muss sagen, der Verein ist wirklich gut zurückgekommen in Liga Drei. Alle machen eine gute Arbeit, ob es das Trainerteam ist oder der Verein generell, der Fortschritte macht. Hier ist einfach ein anderes Klima, als es zum Beispiel in Heidenheim gewesen ist.“

Und wie ist Ihre eigene Entwicklung in dieser Zeit vorangeschritten?
Widemann: „Ich habe zwar nicht viel gespielt in den letzten drei Jahren, aber auch in den Trainingseinheiten lernt man viel dazu. Die Robustheit, das Körperbetonte ist in der zweiten Liga nochmal ein bisschen höher, als in der dritten Liga. Damals war ich ja praktisch noch A-Jugendspieler, da habe ich körperlich schon zugelegt. Spielerisch entwickelt man sich natürlich auch weiter.“ 

Es ist nicht so gelaufen, wie man es sich vorgestellt hat. (über die Zeit in Heidenheim)

In Heidenheim bekamen Sie nicht viel Spielzeit. Woran lag das?
Widemann: „Der Trainer hat auf robustere Stürmer gesetzt. So ein Typ bin ich nun mal nicht. Es ist nicht so gelaufen, wie man es sich vorgestellt hat.“ 

War es rückblickend zu früh für den Schritt in die 2. Bundesliga?
Widemann: „Mir hätte wahrscheinlich ein Jahr in der dritten Liga noch gut getan. Aber durch den Abstieg mit Unterhaching, war die Gelegenheit nicht mehr gegeben. Ich habe dann den Schritt gewagt. Das erste Jahr war zum Eingewöhnen. Im zweiten Jahr hatte ich die meisten Tore in der Vorbereitung, habe aber wieder nicht gespielt. Vielleicht habe ich da den Moment verpasst, wieder einen Schritt zurück zu machen.“ 

Mir hätte wahrscheinlich ein Jahr in der dritten Liga noch gut getan. (über seinen frühen Wechsel in die 2. Bundesliga)

Nach Ihrer Rückkehr nach Haching ist der Trainer dort immer noch der alte, auch in Heidenheim ist der Trainer eine Institution. Welche Parallelen oder auch Unterschiede gibt es zwischen Claus Schromm und Frank Schmidt?
Widemann: „Wie man weiß ist der Trainer in Heidenheim schon lange im Amt. Er macht gute Arbeit und hat die Mannschaft nach oben geführt in die zweite Liga. Hier könnte es mit Claus Schromm vielleicht in den nächsten Jahren genauso passieren, dass man mit ihm den Angriff nach oben versucht. Was die Arbeitsweise angeht, hat jeder Trainer sein eigenes Konzept. Da ist es schwer, einen Vergleich zwischen den beiden zu ziehen.“

Viele trauen der SpVgg im Aufstiegsrennen schon in diesem Jahr eine gute Rolle zu. Was ist Ihre Meinung dazu?
Widemann: „Wir spielen einen super Fußball, hatten einen guten Saisonstart. Wenn wir so weitermachen, können wir für viele Überraschungen sorgen. Man muss aber auf dem Boden bleiben, denn man weiß nie, was passiert. Wenn es gut läuft, kann man oben mitspielen, aber es kann auch mal eine schlechte Phase geben, dann geht es schnell wieder nach unten. Wir schauen einfach von Woche zu Woche, geben im Training jeden Tag das Beste. Vielleicht kann man dann in diesem Jahr schon eine gute Rolle spielen.“

Wir spielen immer weiter mutig Fußball, egal ob wir 0:1 hinten liegen. (über die Comeback-Qualitäten der SpVgg)

Mit 6 Unentschieden hat Haching nach Großaspach die meisten Remis. Wollen Sie lieber gewinnen oder nur nicht verlieren?
Widemann: „Es ist immer schön, zu gewinnen. Die Hauptsache ist jedoch, nicht zu verlieren. Jeder Spieler will aber natürlich gewinnen und wir geben unser Bestes, so schnell wie möglich wieder einen Sieg zu holen.“ 

Auf der anderen Seite belegen die Unentschieden, dass das Team nach Rückständen zurückkommen kann. Woher kommt diese Comeback-Mentalität?
Widemann: „Wir spielen immer weiter mutig Fußball, egal ob wir 0:1 hinten liegen oder nicht. In jedem Spiel bekommen wir unsere Chancen, sodass wir daran glauben, jedes Spiel gewinnen zu können.“

Von der Atmosphäre her war es ein geiles Spiel. (über das Derby gegen 1860)

Im Derby gegen 1860 bereiteten Sie den Ausgleich in letzter Minute vor. Wie waren die Stunden nach dem Spiel?
Widemann: „Wir hätten gerne noch gewonnen, können mit dem Punkt aber zufrieden sein. Von der Atmosphäre her war es ein geiles Spiel. Die Stunden danach haben wir ein bisschen genossen, hatten aber nicht viel Zeit, weil am Wochenende schon das nächste Spiel war.“ 

Zwei Vorlagen stehen für Sie zu Buche, noch kein Treffer. Wann klappt es endlich mit dem ersten Tor?
Widemann: „Es wäre schön, wenn es bald klappen würde. Wenn ich ein Tor vorlegen kann ist es aber genauso schön, wie selbst eins zu schießen.“ 

Was können Sie sich in dieser Hinsicht von Stephan Hain abschauen, der schon wieder regelmäßig trifft?
Widemann: „Er ist schon ein klasse Stürmer, ist vor dem Tor eiskalt. Er macht aus der kleinsten Chance oft ein Tor. Das sieht man auch im Training. Er ist einfach darauf fokussiert, das Tor zu machen. Ich kann noch viel lernen von ihm.“

Herr Widemann, vielen Dank für das Gespräch!

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