1860 München: Unter Köllner hat die Jugend eine Chance

Torpremiere für Eigengewächs Knöferl

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Sonntag, 20.12.2020 | 15:08
"Löwen"-Trainer Michael Köllner.

1860-Coach Michael Köllner schreckt nicht davor zurück, auch den jungen Spielern Einsatzzeit zu geben. ©imago images/MIS

Als einziges Team ging 1860 München mit der Chance in die Spieltag, die maximale Punkteausbeute mitzunehmen. Das misslang zwar durch ein 2:2 gegen Wehen Wiesbaden, das Remis nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand darf aber durchaus als Sieg der Moral gewertet werden.

Dass es soweit kam, hatte Trainer Michael Köllner seinem glücklichen Händchen zu verdanken. Lorenz Knöferl, rund eine Minute zuvor eingewechselt, traf in seinem dritten Einsatz in der 3. Liga erstmals und zurrte so den Punkt fest. „Ich wollte ihn eigentlich schon beim 0:2 einwechseln“, verriet Köllner auf der vereinseigenen Homepage, denn: „Er hat Mumm in den Knochen.“

Not zur Tugend gemacht

Für den 17-Jährigen selbst dürfte der Treffer ohnehin der krönende Abschluss einer tollen Woche darstellen. Gegen Mannheim am vergangenen Samstag mit seinem Drittliga-Debüt, wechselte ihn Köllner auch unter der Woche beim 3:0-Erfolg auf dem Betzenberg ein.

Der mit 26 Spielern im Liga-Vergleich fünftkleinste Kader wurde im Sommer mit einigen Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs aufgefüllt, da der finanzielle Spielraum in Giesing bekanntlich frühzeitig ausgereizt war. Köllner macht aus dieser Not eine Tugend und besitzt den Mut, den einen oder anderen dieser jungen Spieler auch einzusetzen, wie neben Knöferl auch Matthew Durrans und Johann Ngounou Djayo erleben durften.

Youngster auch weiterhin gefragt

Nach der Vertragsauflösung von Martin Pusic kündigte Geschäftsführer Günter Gorenzel bereits an, im Winter die Augen nach einem weiteren Stürmer offenhalten zu wollen. Doch lediglich das eingesparte Pusic-Gehalt steht hierfür zur Verfügung, was zeigt, dass die finanziellen Möglichkeiten der „Löwen“ in der kommenden Transferperiode ebenfalls beschränkt sind.

Jungen Kräften aus dem eigenen Nachwuchs Spielzeit zu geben wird somit die einzige Möglichkeit sein, den arrivierten Kräften eine Verschnaufpause einzuräumen. Knöferl konnte mit seinem Kurzauftritt gegen Wehen Wiesbaden jedenfalls beweisen, dass er für weitere Einsatz durchaus eine Alternative darstellt.