1860 München: Stadionvorstellung

Das Grünwalder Stadion im Detail

Grünwalder Stadion, Heimspielstätte des TSV 1860 München

Kultspielstätte auf Giesings Höhen: Das Grünwalder Stadion, Heimspielstätte der Münchner Löwen ©Imago/MIS

In unserer Serie der Stadionvorstellungen geht’s heute in die bayerische Landeshauptstadt. Auf Giesings Höhen trägt Traditionsklub TSV 1860 München wieder seine Heimspiele aus.

Die Rückkehr aus der Allianz Arena in die alte Heimat ist Nostalgie pur – den Sechzgern jedenfalls ist der Schritt offenbar gut bekommen. Sportlich jedenfalls läuft es, der TSV dominiert die Regionalliga Bayern. Wir haben uns in die Höhle der Löwen gewagt.

Name: Grünwalder Stadion (Anfahrt)
Fassungsvermögen: 12.500 Plätze
Sitzplätze: 6.000 (davon 6.000 überdacht)
Stehplätze: 6.500 (davon 0 überdacht)
Rollstuhlplätze: Im Block O (Gegentribüne)
Gästeblock: Blöcke A, Q1 und Q2 (Was darf ich mitnehmen?)

Historie

Weit vor der Allianz Arena und dem Olympiastadion stand in München das Grünwalder Stadion, bei den Fans bis heute als Sechzgerstadion bekannt. Bereits ab 1911 trug der TSV 1860 dort seine Heimspiele auf dem damaligen Sportplatz aus, der in den 20er-Jahren von den Löwen zu einem Stadion ausgebaut wurde.

In den folgenden Jahren fanden immer wieder attraktive Spiele auf Vereinsebene statt. Außerdem waren die Spiele der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz, Finnland und Bulgarien wahre Publikumsmagneten, über 30.000 Zuschauer pilgerten damals ins „Grünwalder“.

Im Duell zwischen 1860 und Nürnberg kurz nach dem zweiten Weltkrieg schafften es sogar 58.200 Fans ins Stadion der Sechzger, die sich bis ans Spielfeld heran drängten. In dieser Zeit befand sich die Heimstätte der Löwen noch in der Bauphase, 1958 war sie schließlich fertig. An allen Seiten bekam das Stadion neue Tribünen, über der Westkurve thront bis heute die manuelle Anzeigetafel.

Im Frühjahr 1960 sah das Grünwalder Stadion seinen wohl berühmtesten Gast. Pelé spielte mit dem FC Santos vor und gewann gegen 1860 mit 9:1. Bis heute denken die Anhänger der Löwen gerne an das einzige Meisterjahr 1966 zurück, als die Giesinger mit Spielern wie Petar Radenkovic oder Friedhelm Konietzka das erste und einzige Mal Deutscher Meister wurden.

In den folgenden Jahren wurde das Grünwalder Stadion zunehmend für den Profifußball ungeeignet, für die Löwen bedeutete dies den Umzug in das Olympiastadion, das 1972 eröffnet wurde. Über die Jahre hinweg wurde das Stadion immer weniger beansprucht, sodass es von der Stadt München schließlich zur Bezirkssportanlage zurückgebaut wurde.

Schließlich kehrte der TSV 1860 München aber doch zurück in seine alte Heimat und zwar zu Zweitligazeiten in den 80er-Jahren. Der Stadionsprecher hieß damals übrigens von 1982 bis 1991 Werner Schulze-Erdel. In den ambitionierten Plänen der Löwen hatte das altehrwürdige aber zusehends marode Rund jedoch keinen Platz, schließlich landete der Klub einige Jahre später in der Allianz Arena.

Dort fanden die Fans jedoch nie eine Heimat, dementsprechend groß war der Jubel, als es vor dieser Saison wieder zurück ins Grünwalder Stadion ging. Dort finden momentan 12.500 Fans Platz. Im Sommer soll die Kapazität immerhin auf 15.000 erhöht werden.