FC Ingolstadt: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 03.09.2020 | 07:30
Fatih Kaya gegen Eichstätt

Testspiele waren für Fatih Kaya (vorne) und Co. bisher rar. ©Imago images/Stefan Bösl

In letzter Minute wurde dem FC Ingolstadt der Aufstieg in die 2. Bundesliga in der Relegation entrissen. Das Wundenlecken endete am 16. August, an diesem Datum stand der Trainingsauftakt für die kommende Saison auf dem Programm. „Ich will aufsteigen“, gab sich Trainer Tomas Oral selbstbewusst, doch muss er auch aktuelle einige Hindernisse überwinden. Gelingt das?

Kader & Transfers

Der FC Ingolstadt ließ einige Spieler ziehen, die keine Rolle mehr spielen. Ins Gewicht fallen allerdings die Abgänge von Maximilian Thalhammer, Anspielstation und Taktgeber im Mittelfeld sowie von Frederic Ananou, der eine schnelle Alternative für die defensiven Außenbahnen darstellte.

Auf der Seite der Neuzugänge tat sich bisher wenig. Robert Jendrusch soll den Konkurrenzkampf im Tor verstärken, wird sich aber vorerst hinter Fabijan Buntic einreihen müssen. Mit Rico Preißinger wurde ein Thalhammer-Ersatz verpflichtet. Der 24-Jährige passt mit seiner Zweikampfstärke ins System von Tomas Oral, legte bisher außerdem einen guten Spielaufbau an den Tag. Gesucht wird noch ein Linksverteidiger, ein Sechser und ein variabler Offensivmann.

Eine Rolle spielen könnte diese Saison auch Thorsten Röcher, während die Schanzer wie in der Vorbereitung zu sehen weiter eigenen Talenten wie Jalen Hawkins, Merlin Röhl oder Fabio Meikis eine Chance gibt. Aus der eigenen Jugend stammt auch Patrick Sussek, er könnte künftig als Rechtsverteidiger auflaufen, wurde auf dieser Position getestet.

Die entwicklungsfähigen Youngster wie Sussek, Bilbija, Keller und Kaya zählen zum Kern der Mannschaft, der größtenteils zusammenblieb. Die Schanzer können also weiterhin auch auf gestandene Spieler wie Paulsen, Schröck, Krauße und natürlich Kapitän Kutschke zurückgreifen.

Die aktuelle Form

Kurz nach dem Vorbereitungsstart stand ein Vorbereitungsspiel gegen Regionalligist Eichstätt auf dem Programm, das der FCI mit 1:2 verlor. „Wir sind nicht richtig in die Box gekommen, ansonsten hat die Mannschaft vom Läuferischem und vom Engagement her ein gutes Gesicht gezeigt“, so Oral dazu. Im Trainingslager in Südtirol sollte anschließend am Umschaltspiel gefeilt werden, doch Corona machte den Schanzern einen Strich durch die Rechnung.

Ein geordnetes Mannschaftstraining war aufgrund positiver Tests nicht möglich, stattdessen trainierten die Schanzer lange individuell in den eigenen vier Wänden, ehe für einen großen Teil des Teams die Rückkehr auf den Platz am 1. September möglich war. Der für den 4. September angesetzte Test gegen Heidenheim wird zeigen, wo der FC Ingolstadt steht.

Stärken & Schwächen

Die Schanzer verfolgen weiterhin ihren proklamierten Weg und setzen statt namhaften Neuzugängen auf eine eingespielte Mannschaft und entwicklungsfähige Spieler aus der eigenen Jugend. Das schafft Konstanz. Nichtsdestotrotz betonte der FCI, den Kader punktuell noch mit Qualität verstärken zu können.

Die aktuelle Mannschaft ist eingespielt und kennt ihre Stärken. Nachdem Tomas Oral das Zepter übernahm, stabilisierte sich die Defensive merklich. In den letzten acht regulären Saisonspielen kassierten die Schanzer nur zwei Gegentore.

Abstellen muss der FCI seine Heimschwäche. Nur sieben Siege in 19 Partien kosteten die Schanzer letztlich den direkten Aufstieg. Außerdem wird zu beobachten sein, wie die Mannschaft die große Enttäuschung der verlorenen Relegation verkraftet. An derartigen Situationen zerbrachen schon manche Teams.

Tomas Oral beim FC Ingolstadt

Stets aktiv an der Seitenlinie: FCI-Trainer Tomas Oral. ©Imago images/Werner Scholz

Der Trainer

Wie schon in der Abstiegs-Saison 2018/19 übernahm Tomas Oral den FC Ingolstadt gegen Saisonende der vergangenen Spielzeit, stabilisierte die Mannschaft und ging durch eine verlorene Relegation leer aus. Keinen Hehl machte Oral nach der denkbar knapp verlorenen Partie daraus, dass die Aufbauarbeit schwer werde.

Nichtsdestotrotz gab sich Oral wenige Wochen später bereits wieder positiv gestimmt und rief unmissverständlich den Aufstieg als Ziel aus. Dieses will er mit Zuckerbrot und Peitsche erreichen, wie uns sein Ex-Spieler Fanol Perdedaj über seine frühere Arbeitsweise erzählte: „Ja, Oral ist streng, kann manchmal sogar richtig ekelig werden. Doch am Ende des Tages nimmt er seine Spieler auch wieder versöhnlich in den Arm. Und alles ist gut. Ich habe diesem Weg vertraut.“

Die mögliche Startelf

Mögliche Aufstellung FC Ingolstadt 2020/21

Mögliche Aufstellung FC Ingolstadt 2020/21

Fazit & Prognose

Der FC Ingolstadt verfiel in der Sommerpause nicht in Aktionismus und vertraut größtenteils seinem Team der vergangenen Saison. Dieses ist eingespielt, kennt die Abläufe und kann aus einer stabilen Defensive heraus agieren. Allerdings verläuft die Saisonvorbereitung alles andere als optimal. Das jedoch könnte die Jetzt-erst-recht-Mentalität sogar noch stärken. Wir erwarten die Schanzer im Aufstiegsrennen ganz vorne dabei.

Wie stark sind die anderen? Hier alle bisher veröffentlichten Teamchecks ansehen.