SV Meppen: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Hilal El Helwe im Trikot des SV Meppen

Hilal El-Helwe ist einer von sechs externen Neuzugängen beim SVM. ©Imago images/Werner Scholz

In der vergangenen Saison saß der SV Meppen lange im Tabellenkeller fest, ehe die Mannschaft von Trainer Christian Neidhart in der Rückrunde das Feld von hinten aufrollte und am Ende einen soliden 13. Rang belegte. Oft als Underdog gehandelt, bewiesen die Emsländer damit einmal mehr, dass sie in Liga drei ein unangenehmer Gegner sind. Trifft das auf den SVM auch in der kommenden Saison zu? Wir machen den Teamcheck und analysieren dabei Transfers, Stärken und Schwächen.

Kader & Transfers

Diese Abgänge wiegen schwer: Stürmer Nick Proschwitz sowie Flügelflitzer Nico Granatowski verließen den Verein. Sie waren in der zurückliegenden Saison an insgesamt 25 Toren und damit über der Hälfte der SVM-Tore direkt beteiligt!

In der Vorbereitung schickte sich bisher Deniz Undav an, die Lücke in der Offensive zu schließen, vom SC Paderborn kommt mit Julius Düker ein Spieler, der die Rolle von Proschwitz langfristig ausfüllen könnte, aber zunächst etwas Anlaufzeit benötigen wird. Hilal El-Helwe bringt die Erfahrung von 54 Drittliga-Partien mit.

Mit dem Abgang von Kapitän Martin Wagner verliert Meppen außerdem einen wichtigen Führungsspieler, der nicht nur auf dem Platz den Ton angab. Es wird an den arrivierten Kräften sein, diese Rolle nun einzunehmen. Verpflichtet wurde jedenfalls kein Leitwolf, sondern entwicklungsfähige Spieler, wie Innenverteidiger Yannick Osée oder Mittelefeldmann Florian Engerer.

Aus Rostock kommt mit Willi Evseev ein hochveranlagter Spieler, der sein Können allerdings nicht konstant beweisen konnte. Christian Neidhart hat allerdings in der Vergangenheit bereits das nötige Fingerspitzengefühl mit solchen Kickern bewiesen. Auf den Außenbahnen könnte es den Emsländern in einer langen Saison an Alternativen mangeln.

Die aktuelle Form

Gegen unterklassige Gegner fuhr der SV Meppen Kantersiege ein, was wenig überraschte. Interessanter war schon der Test gegen den belgischen Erstligisten Royal Antwerpen, in dem sich die Neidhart-Elf viele Chancen erspielte und damit ein 2:2 erkämpfte. Die Gegentore fielen nach Unkonzentriertheiten und Abstimmungsproblemen in der Abwehr – an diesen Faktoren müssen die Emsländer noch arbeiten.

Mario Neumann und Christian Neidhart auf dem Trainingsplatz

Funktionierendes Gespann: Coach Christian Neidhart (rechts) und Co-Trainer Mario Neumann. ©Imago images/Werner Scholz

Stärken & Schwächen

Der SV Meppen bestand in den letzten beiden Spielzeiten als geschlossenes und eingeschworenes Kollektiv. Spieler wie Max Kremer, Marius Kleinsorge oder Janik Jesgarzewski sind schon länger dabei und können den speziellen Meppener Kampfgeist gut an die Neuzugänge weitergeben.

Allerdings fehlt es dem SVM nach aktuellem Stand an den herausragenden Einzelkönnern, die in den vergangenen Jahren für den Mannschaftserfolg wichtig waren. Meppen muss daher noch mehr sein Kollektiv bauen, frei nach dem Motto: „Der Star ist die Mannschaft.“

Wobei, auf eine Stärke können sich die Emsländer (fast) immer verlassen: Wenn die Spieler auf dem Platz liefern, ziehen die Fans auf den Rängen nach und machen die Hänsch-Arena gerade in den ungemütlichen Herbst- und Wintertagen zu einem schwierigen Pflaster für jeden Drittligisten. In der vergangenen Saison holte der SVM so den Grundstein für den Klassenerhalt, holte 64 Prozent seiner Punkte vor heimischem Publikum.

Der Trainer

Seit 2013 sitzt Christian Neidhart in Meppen auf der Bank und ist damit der dienstälteste Trainer eines Drittligisten. Der 50-Jährige vertritt eine offensive Spielphilosophie, legt Wert auf einen geordneten Spielaufbau sowie offensive Umschaltmomente. Oft geht dies allerdings zu Lasten der Abwehr, was die 53 Gegentore aus der Vorsaison beweisen.

In seinem Auftreten ist Neidhart authentisch und ehrlich, was gut an seinen Interviews zu sehen ist, wo er taktisch klug Lob verteilt oder auch mal austeilt. Auch ein wichtiger Faktor: Neidhart hat mit Mario Neumann einen engen Vertrauten an seiner Seite, das Trainerteam harmoniert bestens.

Fazit & Prognose

Wir erwarten auch in der kommenden Saison wieder eine Meppener Mannschaft, die den Gegnern das Leben schwer machen wird. Die bisherige Vorbereitung zeugte von einer trotz der Abgänge guten Offensive, defensiv besteht jedoch nach wie vor Handlungsbedarf. So könnte sich der SVM wieder im hinteren Mittelfeld einpendeln – was in der dritten Liga oft einhergeht mit dem Kampf gegen den Abstieg.

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